Auf geht’s nach Hause!!


Zuhause. Zuhause zu sein, ist großartig und schön. Zuhause ist, finde ich nicht ein Ort, sondern das Gefühl. Das Gefühl sich ruhig, sicher und geborgen zu fühlen. Ich habe mich in Argentinien zuhause gefühlt und war angekommen. Als die Nachricht kam, dass wir nach Deutschland müssen, musste ich erstmal weinen, ich glaube das haben alle erstmal gemacht. Für mich kam es sehr unerwartet und ich konnte es nicht glauben bald wieder meine Familie, meine Freunde, mein Zimmer und alles andere zu sehen. Ich war nicht drauf vorbereitet und für mich war es hart, Argentinien so schnell Tschüss zu sagen. Denn ich hatte mich dort schon zuhause gefühlt, ich hatte mich eingelebt und es lief alles gut.

Nach langem Warten bin ich auch durch ein Rückholflug nach Hause gekommen. Geplant war es, wenn ich im August wiedergekommen wäre, meine Mutter und meinen Vater zu überraschen, dass ich da bin. Doch das war schwer unter den Umständen. Ich dachte mir jedoch, dass ich mir nicht wegnehmen lasse meine Familie zu überraschen – nicht wegen Corona. Also habe ich meiner Mutter erzählt, ich hätte einen späteren Rückholflug. Mit ihrer besten Freundin machte ich dann gemeinsame Sache und sie holte mich am Berliner Bahnhof ab. Sie hatte meine Mutter davor angerufen und gesagt, dass sie ihr noch Kuchen vorbeibringt. Nur zur Info am Rande, ich kam um 22 Uhr am Bahnhof an, meine Mutter fand das auch suspekt, doch sie dachte sich naja okay. Dann sind wir bei mir angekommen und ich habe mich hinter der Treppe versteckt. Die beste Freundin ging in die Wohnung und blieb im Hausflur stehen. Dann als ich klingelte, machte sie die Tür auf und ich schrie ganz laut „ÜBERRASCHUNG“. Meine Mutter stand wie angewurzelt da und hat erstmal nicht reagiert. Ganz fassen konnte sie das nicht. Doch meine Eltern waren überglücklich, dass ich wieder da war. Meinen Freunden habe ich auch nicht gesagt, dass ich wieder da bin.Erst nach paar Tagen und bis jetzt wissen nicht alle Bescheid. Doch alle freuten sich über die Überraschung und ich war auch sehr gerührt. Das war schön.

Eins muss ich noch erwähnen. Meine ersten Gefühle, als ich wieder Berliner Luft schnupperte. Als ich am Bahnhof ankam, war ich voller gemischter Gefühle, ich war zu überwältigt wieder da zu sein. Der 14-stündige Flug kam mir viel kürzer vor und ich fand es so surreal im Flugzeug zu sitzen und bald Zuhause anzukommen. Alles war komisch. Die Straßen, die Straßenlaternen, die Leute, die S-Bahn, die Autos, die Häuser, alles war komisch. Gleichzeitig war es so wie ich es gewohnt war zu kennen, aber zur gleichen Zeit auch ungewohnt und einfach komisch. Die ersten Tage hatte ich den schlimmsten Jet Lag. Aufgestanden bin ich so um 17 Uhr und schlafen legte ich mich um 6 Uhr, als es draußen gerade hell wurde. Ich bin sehr unproduktiv gerade, aber ich glaube das liegt einfach auch nur daran, dass mir das alles sinnlos vorkommt. Dieses Jahr habe ich so sehr gewollt und ich habe mich riesig gefreut als ich es hatte. Die Erfahrungen, die ich gemacht habe, waren unglaublich und die Personen, die ich getroffen habe, sind Freunde geworden. Es war hart zu realisieren, dass ich nichts mehr davon haben werde. Ich sage nicht, dass es hier in Deutschland schlecht ist, doch in Argentinien wollte ich reisen, Freunde gewinnen und einfach mal jeden Tag leben.

Ich denke an all die Freunde, meine Kindergartenkinder und Arbeitskollegen, die ich nicht verabschiedet habe. An das, was ich zurück gelassen habe und an all die Chancen und Erfahrungen, die ich noch erlebt hätte. Ich habe das Gefühl, dass es mir genommen wurde und mir niemand auf der Welt es je zurück geben wird. Ich werde diese Zeit nie wieder haben. Das war und ist hart für mich zu realisieren. Ich kann es immer noch nicht ganz verarbeiten. Aber es wird besser.

An sich kenne ich mein Zuhause, doch es war komisch anzukommen, weil ich an all das gedacht habe, was ich zurückgelassen habe. Am meisten, an die Person, die ich geworden wäre, wenn ich dort geblieben wäre, aber naja ändern kann man es nicht. Tja, es bleibt nur akzeptieren und es irgendwie zu verarbeiten. Dabei bin ich noch…

Hier ein Bild meiner geliebten Stadt!

Dieses Bild hat ein leeres Alt-Attribut. Der Dateiname ist Berlin2-1.jpeg

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