Eine Busreise durch Indien

Ich lade dich ein auf eine kleine Traumreise durch einen Teil von Orissa, dem Bundesstaat in Indien, in dem sich mein Leben seit vier Monaten abspielt.

Es ist früh morgens. Du bist früher aufgestanden als gewöhlich, um mit dem Bus in eine Nachbarstadt zu fahren und Freunde zu besuchen. Du stehst auf dem Bus Stand und hältst Ausschau nach deinem Bus. Weil du das lange Warten satt bist, gehst du auf einen der Busse zu, der sich tatsächlich als deiner entpuppt. Er ist wie alle indischen Busse dreckig und staubig, aber unter dem scheinbar nicht ganz vertrauenswürdigen, wackeligen Aussehen versteckt sich ein anderes Bild.Unter dem Staub ist der Bus bunt bemalt, und manche der anderen Busse sind zusätzlich geschmückt und dekoriert.

Auch innen – vorne rechts, da, wo der Fahrer sitzt – ist dieser Bus mit Girlanden und Anhängern geschmückt. Das siehst du, wenn du einsteigst. Du suchst nach einem freien Sitzplatz und setzt dich auf einen Sitz am Fenster. Obwohl die Busse nicht unbedingt nach den Plänen fahren – gut, Buspläne in Indien bedeuten hier nicht viel – bist du wieder einmal überrascht, wie du zur richtigen Zeit den richtigen Bus gefunden hast. Jemand klopft auf die Metallplatte über der Tür. Daran erkennst du, dass der Bus gleich losfahren wird.

Du freust dich schon auf die Reise, und besonders darauf, dass du nach den zwei Stunden Busfahrt deine Freunde triffst. Alles ruckelt, der Bus setzt sich in Bewegung und du ahnst den Zustand der Straße schon, ohne sie zu sehen. Alles ist laut, der Motor brummt, die Fenster klappern, die anderen Fahrgäste unterhalten sich, jedenfalls soweit das gegen den Motorlärm möglich ist. Ab und zu wird der Bus langsamer und überwindet die speed braker auf der Straße. Alles wird durchgerüttelt. Dauernd wird der Bus überholt, dazu hörst du Autos, Bikes und Trucks hupen. Du guckst aus dem Fenster. Um eine bessere Sicht zu haben, schiebst du die verschmierte Glasscheibe nach hinten. In dem Moment wird alles ein bisschen intensiver. Die Geräusche werden etwas lauter, ein Windhauch streift über dein Gesicht und trägt dir verschiedene Gerüche zu. Es riecht ein bisschen nach Rauch, dann erinnerst du dich an die Müllverbrennungen am Straßenrand. Du erahnst Gerüche von den Straßenständen, an denen der Bus gerade vorbeifährt. Die speed braker zwingen den Busfahrer erneut zum langsameren Fahren. Nun kannst du inmitten der Ansammlung von Hütten und Ständen neben der Straße auch ein oder zwei kleine Hindutempel erkennen und einen Blick hinein erhaschen. Zwei Fahrgäste erklimmen den Bus und die Fahrt geht weiter, vorbei an Gebüsch und Gestrüpp und schließlich einem Stückchen Wald. An vielen der Baumstämmen hängen Zettel, meistens Werbung. Das Licht der Morgensonne tanzt zwischen den Stämmen umher und hüllt alles in ein warmes Licht. Auf dem Boden siehst du ein Spiel aus Licht und Schatten. Nach und nach werden die Bäume spärlicher und nach dem Waldstück fährt der Bus an weiten Reisfeldern vorbei. Hier legt sich langsam der Morgendunst. Einige Felder sind noch leuchtend gelb oder leicht grünlich, auf manchen arbeiten Menschen, die aus geschnittenen Reisähren Bündel binden. Auf einem der Felder daneben sind große Mengen an Stroh zu Hügeln aufgehäuft. Auf einer Weidefläche nebenan grasen Kühe, Schafe und Ziegen, eine der vielen Herden hier. Ein Kuhhirte sitzt in der Nähe und beobachtet die Herde. Hinter ihm führt eine Staße an einem Streifen von Bäumen vorbei. Die rote Erde der Straße bildet einen Kontrast zu den grünen Feldern und dem begrasten trockenen Land. Auf den Wegen und Pfaden, die sich über die Ebene ziehen, sind vereinzelt Menschen unterwegs, zu Fuß, auf Fahrrädern oder auf Motorrädern. In der Ferne erheben sich Hügel und Berge. Der Bus fährt über eine Brücke. Unten, am Ufer des Flusses spielen ein paar Kinder. Das Wasser hat eine bräunliche Färbung, und es liegt an vielen Stellen am Ufer Müll herum, so wie auch am Straßenrand. Immer mal wieder hält der Bus kurz an, um Fahrgäste einsteigen zu lassen. Mittlerweile ist es nicht mehr so kühl, wie zu dem Anfang deiner Reise. Es ruckelt, wahrscheinlich eine Unebenheit in der Straße. Kurz darauf muss der Bus bremsen und weicht auf die Gegenfahrbahn aus. Du erkennst, warum, als du die ein paar auf der Straße liegenden Kühe siehst, und schmunzelst – eigentlich ist das hier ein Highway…

Deine Gedanken werden unterbrochen, als dich jemand von hinten an der Schulter anstößt. Du drehst dich um und bist überrascht, wie voll der Bus geworden ist. Dann erkennst du, wer dich angerempelt hat: es ist derjenige, der das Geld für die Fahrt einsammelt. Er geht eine Reihe weiter nach vorne. Du sagst ihm, wo du aussteigen möchtest und gibst ihm das Geld dafür. Mittlerweile ist der Bus in einer Ortschaft angelangt. Hier reihen sich Häuser an Häuser und es gibt jede Menge kleiner Geschäfte und Straßenstände. Obst wie Ananas, Bananen, Granatäpfel, oder Gemüse – es erinnert dich an einen kleinen Markt. Der Bus hält und es steigen einige Passagiere aus. Einige von ihnen lassen Jacken oder Taschen auf ihren Sitzen liegen, zur Platzreservierung, und kaufen neben dem Bus Obst, Wasser und andere Kleinigkeiten. Als sie zusammen mit neuen Fahrgästen wieder einsteigen, fährt der Bus langsam wieder los.

Endlich nähert sich der Bus deinem Ziel. Jemand ruft „Bus Stand“ durch den Bus, und kurz darauf hält der Bus an. Du stehst auf und steigst zusammen mit anderen Fahrgästen aus dem Bus aus. Unter den vielen Menschen, die auf dem Platz versammelt sind, versuchst du deine Freunde auszumachen, die dich abholen. Neben einem der Obststände findest du sie und läufst auf sie zu.

Und kehrst mit den Gedanken aus Indien zurück vor deinen Computer, Laptop, dein Handy oder von wo auch immer du diese fast-Traumreise gestartet hast. Diese Eindrücke geben nur einen kleinen Teil Indiens (sogar nur einen kleinen Teil des Bundesstaates Orissa) wieder. In anderen Bundesstaaten sieht alles etwas anders aus (man denke nur an den Unterschied von dem Himalayagebirge im Norden und Stränden an den Küsten), es gibt andere Sprachen, andere Tänze, …

Ein Freund hat den Vergleich aufgestellt, dass Indien vielfältig wie Europa ist, nur mit dem Unterschied, dass Indien ein einziges Land ist.

Auch Anna und ich nehmen die alltäglichsten Dinge, wie Busfahren, anders wahr. Deshalb möchte ich betonen, dass all diese Eindrücke nur meine Erfahrungen darstellen.

Mit diesen Worten und einigen Bildern wünsche ich euch noch eine schöne Adventszeit!

Ein Blick aus dem Busfenster

Wochen voller Feierlichkeiten

Hallo zusammen,
nach fast einem Monat Abwesenheit möchte ich mich hier auch mal wieder melden. In den vergangenen Wochen ist viel passiert und wie der Titel dieses Posts schon verrät, hat einiges davon mit dem Thema Feierlichkeiten zu tun.

Pili

Das ganze fing an mit dem Marbat Festival. Dabei handelt es sich um ein Festival, das einzigartig für Nagpur ist. An Marbat wird die Vertreibung allen Übels aus der Stadt gefeiert. Dazu findet im östlichen Teil der Stadt, in Old Nagpur, eine große Prozession mit einer gelben und einer schwarzen Statur statt. Während der Zeit der britischen Besatzung, als das Fest in seiner jetzigen Form an Popularität gewann, symbolisierte die gelbe Figur die britischen Kolonialisten und die schwarze Figur die Marathi, die Einwohner Maharashtras. Es war ein Zeichen des Widerstandes gegen die Besatzer, über die sich lustig gemacht wurde und die mit lauten Sprechchören hinfort gewünscht wurden. Heute werden in den Sprechchören oft auch tagespolitische Missstände, wie Korruption, Terror oder Armut, kritisiert und „ausgetrieben“.
Wir hatten relativ kurzfristig von diesem Festival erfahren und beschlossen nach der Arbeit mit der Auszubildenden in unserem Büro und einem Freund in Richtung der Old Nagpur zu fahren. Leider kamen wir etwas zu spät und der Großteil der Prozession war schon vorüber. Jedoch bekamen wir noch einen „Pili“, die gelbe Figur, zu sehen und erhielten einen Vorgeschmack davon, wie man in Indien Feste feiert: Prozessionen in den Straßen, dekorierte Figuren, viel Tanz und Musik.
Einen Saree anzuziehen ist eine Kunst

Ein Fest in sehr viel größerem Ausmaß fand dann etwas später, von Mitte bis Ende September, statt. Ich nenne hier einen Zeitraum, da das GaneshFestival von dem ich spreche insgesamt 10 bis 12 Tage dauert. Wie der Name schon sagt, wird es zu Ehren des hinduistischen Gottes Ganesha gefeiert. Dieser Gott mit dem Elefantenkopf, den einige von euch vielleicht auch schon mal gesehen haben, gehört hier in Maharashtra zu den wichtigsten Gottheiten, weswegen das Ganesh Festival auch groß gefeiert wird. In jedem hinduistischen Haushalt, sowie auf vielen öffentlichen Plätzen oder vor Tempeln werden Statuen von Ganesha auf Altaren aufgestellt und geschmückt. Diese Statuen werden auch als Ganpati bezeichnet und meist aus Lehm oder Ton hergestellt. Jeden Morgen und Abend wird von den Gläubigen dann die Ehrung des Ganpati, Puja genannt, durchgeführt. Während der Puja werden Gebete und Mantren gesprochen, Süßigkeiten und Speisen dargebracht, Öllampen angezündet und Wünsche ausgesprochen. Das ganze wird mit Glockenrasseln begleitet und oft von der ganzen Familie gemeinsam durchgeführt. Ronja und ich hatten das Glück zu Ganesh Chaturthi, dem ersten Tag der Feierlichkeiten, bei einer Bekannten eingeladen worden zu sein. Das gab uns nicht nur unseren ersten Anlass einen Saree zu tragen, sondern auch die Möglichkeit eine solche Zeremonie mitzuerleben und erklärt zubekommen.
Aber wenn man es dann erstmal geschafft hat…

Außerdem durften wir einige Speisen probieren, die ausschließlich zum Ganesh Festival zubereitet werden. Dazu gehört vor allem Modak:  kastaniengroße Kugeln mit marzipanartiger Konsistenz nur sehr, sehr viel süßer. Sie gelten als Ganeshas liebste Süßigkeit und sind damit ganz hoch im Kurs. In den Tagen nach Ganesh Chaturthi sahen wir in den Straßen immer wieder kleinere Umzüge, bei denen die Statuen begleitet von Musik, Tanz und Trommeln auf Pick-ups umher gefahren wurden. Das Festival endete dann nach eineinhalb Wochen mit dem Ganesh Visarjan, dem letzten Tag der Feierlichkeiten. An diesem Tag werden die Ganpatis traditionell in Prozessionen aus den Häusern und von den Plätzen zu nahegelegenen Gewässern getragen und dort versenkt. Eigentlich sollen sich die Figuren aus Lehm und Ton dann auflösen, aber da in den vergangenen Jahren immer mehr künstliche Farben und Kleber zu Herstellung verwendet werden, ist dies immer schwieriger. Das Ganesh Festival hat ruft somit zunehmend Umweltschützer und Aktivisten auf den Plan, die die Verschmutzung der Gewässer verhindern wollen. In Nagpur wurden beispielsweise am Futala Lake mehrere Schwimmbecken zur umweltfreundlichen Beendigung des Festivals aufgestellt. Jedoch wurden diese nur von wenigen berücksichtigt und so waren die Seen und Flüsse Nagpurs an den nachfolgenden Tagen gefüllt von Farben und Müll. Anfangs war ich sehr verständnislos angesichts dieser mir ignorant scheinenden Verhaltensweise, doch dann überlegt man mal wie viel Deko und Geschenkpapier in Deutschland jedes Jahr zu Weihnachten gekauft, nur einmal benutzt und dann weggeschmissen wird. Der Vergleich passt vielleicht nicht hundertprozentig, lässt mich aber feststellen, dass ich immer auch erst einmal auf mein eigenes Verhalten schauen sollte, bevor ich andere kritisiere.
Bei unserer Bekannten

In unserem Viertel

 
In der Mall

Der größte Ganpati der Stadt und die dazugehörige Schlange

 
Während das Ganesh Festival noch im Gange war, standen zudem die Feierlichkeiten anlässlich des Internationalen Tag des Friedens am 21. September an. Diese bestanden hier im India Peace Centre aus einer Fahrrad-Rally, der Ausstellung der Bilder von unserem „Arts for Peace“-Projekt und einem abschließenden Vortrag mit der Preisverleihung. Insgesamt waren diese Tage für Ronja und mich ziemlich stressig. Es mussten Zertifikate für fast 300 Teilnehmer ausgefüllt, Banner bedruckt, Getränke und Snacks organisiert und alle Bilder in unserem Innenhof aufgehängt werden. Erschwerend kam hinzu, dass die Wettervorhersage nicht so sonnig aussah und wir nicht wussten, wie sicher die Bilder draußen vor Regen geschützt sind. Somit änderte sich unser „Schlachtplan“ für die Vorbereitungen gefühlt alle fünf Minuten. Alles in allem habe ich dabei sicherlich dazu gelernt was es heißt Ruhe zu bewahren. Aber es hat sich gelohnt. Alles hat letztendlich gut geklappt und ich bin sehr zufrieden mit unserem ersten Projekt. Ein paar Eindrücke dazu sehr ihr hier:
Fahrrad Rally

Zwischenstopp bei der Gandhi Statue

Die Ausstellung

Beim Bilder Aufhängen

Die Abschlussveranstaltung

In den vergangenen Wochen war es auch das erste Mal Zeit hier Geburtstag zu feiern und zwar einerseits von einer Mitbewohnerin in unserem Hostel und auch von Ronja. Was hier zum Einläuten des neuen Lebensjahres ganz wichtig ist, ist ein Geburtstagskuchen. Ich hätte ja gerne selber einen gebacken, aber ohne Zugang zu irgendeinem Ofen stellt sich das als schwierig heraus. Glücklicherweise kann man hier sehr schön dekorierte und auch echt ziemlich leckere Kuchen fast überall zu kleinen Preisen kaufen. Und so habe ich es tatsächlich geschaffte eine kleine Überraschung für Ronja zu organisieren. Mit dem „Geburtstagsritual“ wurden wir schon vorher bei der Feier unserer Hostelmitbewohnerin vertraut gemacht: Das Geburtstagskind darf den Kuchen anschneiden und dann die Person die ihr am nächsten steht mit dem ersten Stück füttern. Danach geht es dann andersrum. Anfangs war es etwas merkwürdig sich gegenseitig ganze Kuchenstücke in den Mund zu schieben, aber mit der Zeit ist es echt witzig.
Natürlich haben wir in den letzten Wochen nicht nur gefeiert, sondern uns auch weiter unserer Arbeit im IPC gewidmet, die Stadt erkundet, Freundschaften geschlossen und erste Brocken Hindi angewendet. Doch das würde den Rahmen dieses Blogeintrags jetzt sprengen und dazu gibt es dann im nächsten Post wieder ein bisschen mehr.
Bis dahin sende ich liebe Grüße in den Rest der Welt und phir milenge
Eure Svenja

Ja, das ist heute unser Abendessen

Mittlerweile sind über 2 Wochen meines  Indienaufenthaltes  vergangen, und ich komme nachwievor kaum aus dem Staunen heraus. Ich dachte nach 2 Wochen hätte man sich langsam eingelebt…höhö, nix da! Aber fangen wir erstmal von vorne an…
 
Mit dem Sohn meines Mentors und ein paar anderen Familienmitgliedern entschieden wir uns recht spontan, einen netten Tag im nachbar Bundesstaat Arunachal Pradesh zu machen. Da wir aber mehrere Personen waren und nicht alle in das Auto passen würden, gab’s nur eine logische Lösung für das Problem: her mit dem Anhänger! Mit 2 Personen im Auto und 8 schließlich im Anhänger ging unsere kleine Reise los, auf die Frage warum neben mir ein lebendes Huhn sitzt bekam ich als Antwort, das dies unser Mittagessen für später sei…nun ja, immerhin: frischer geht es praktisch nicht. Die Fahrt alleine ließ bereits ahnen, was mich am Ende unserer Reise erwarten würde. Und schließlich am Ziel angekommen staunte ich nicht schlecht: Grüne, wolkenverhangene Berge, unzählige, kleine Bäche mit so sauberem Wasser, dass wir damit kochten und es tranken und weit und breit kein einziges Haus. Anders ausgedrückt: Hier war die Natur noch völlig in Takt. An einem der vielen Bäche  schlugen wir unser Lager auf. Wir hatten richtig Spaß, tranken Tee, kochten das Essen und blödelten ein bisschen im Bach herum, versuchten mit einem improvisierten Speer Fische zu fangen und gingen los um im Wald Feuerholz und frische Zitronen zu suchen. Man hatte mir nicht zu wenig versprochen. All das wurde schließlich noch dadurch abgerundet, dass wir auf dem Rückweg eine Elefantenfamilie aus sicherer Entfernung beobachten konnten und ich auf dem Autodach mitfahren durfte, was ,ehrlich gesagt, ziemlich cool war. Dass ich am Abend dann völlig erschöpft in mein Bett viel und einschlief ist selbsterklärend.
Doch die kommenden Tage sollten auch unangenehme Überraschungen für mich bereit halten…
so entdeckten wir während der Arbeit eines Tages ein Hornissennest. Das konnte da natürlich nicht bleiben, also Beschäftigten wir  ein paar Jungs (Vlt 15-16 Jahre alt) damit, sich darum zu kümmern. Auf fachmännische Art und weise wurde das Nest dann mal schnell  einfach abgefackelt. Als es von der Decke viel, merkten die Jungs das die Hornissen zwar tot waren, das eigentliche Nest aber noch in Takt war. Schnell begangen sie etwas aus dem Nest heraus zu ziehen und in eine Schale zu legen, nach kurzer Zeit war mir klar: sie zogen die Larven aus den Waben. Nach einer halben Stunden hatten wir eine ganze Schale voller Maden und nach einer vorsichtigen Nachfrage realisierte auch ich: ja, das wird  heute unser Abendessen. Fix mit Chili und Curry die noch lebenden Maden würzen, das ganze in Öl scharf anbraten und voilá: die kulinarische Spezialität ist fertig. Auf meine Frage: „And…that really tastes good?“ bekam ich nur ein „yeah, that’s really tasty!“. Mittlerweile weis ich, ich persönlich finde die nicht so tasty…aber andere Länder andere Sitten.
Zusammenfassend kann ich sagen, dass ich die Zeit hier sehr genieße. Ich erlebe unglaublich viel und freue mich, dass noch 4,5 Monate vor mir liegen!
 
 
 

Von Partys, Fotos und Geckos

Ein ganzer Monat ist schon rum, einer von fünf! Wie schnell die Zeit vergeht und wie viel dabei passieren kann. Im Krankenhaus war ich schon auf zwei Stationen: in der Apotheke und in der OPD, einer Art Rezeption. Aber auch außerhalb der Arbeit habe ich viel gelernt (eine vielleicht nicht ganz so kleine Ansammlung dessen folgt).
Wie man eine Wäscheleine quer durch’s Zimmer zieht und so aufhängt, dass möglichst viel Wäsche da rauf passt, zum Beispiel. Oder, wie lange die Wäsche während des Monsuns zum Trocknen braucht (im schlimmsten Fall etwa eine Woche). Dass sogar meine geliebte Kamera nicht vom Schimmel verschont geblieben ist (der hohen Luftfeuchtigkeit sei Dank). Aber auch, dass man Socken als Putzlappen umfunktionieren kann (und dass mit Musik aus Mamma Mia alles besser wird – sogar Putzen). Dass eine Nähnadel sogar an einem Mückennetz brechen kann – zum Glück habe ich noch eine zweite mit. Anna und ich haben gelernt, wie man am besten mit überraschenden Untermietern umgeht. Tatsächlich auch, wie man die Fenster hier aufmacht (das dauerte eine Weile). Dass es überall Geckos gibt, auch in Gardinenfalten, zwischen der Tür, auf dem Altar in der Kapelle. Wie schön es sein kann, drei Mal am Tag Tee zu trinken. Dass es ganz und gar nicht so einfach ist, einen Sari zu wickeln. Ich habe die ersten Worte auf Oriya gelernt, und damit schon erste etwas unbeholfene kurze Gespräche geführt, die allerdings nach kurzer Zeit in’s Englische gewechselt sind. Und ich habe gelernt, was eine Party in Indien ist.
Eine Party – was ist das in Deutschland? Musik, Tanzen, Spaß, Getränke, Essen… In Indien ist eine Party vor allem Letzteres: ein Zusammen-Essen-und-Zeit-Verbringen. (Oh ja, alleine schon der Part mit dem Essen gefällt mir!) Essen, da gab es dann bisher immer Reis, Dal (eine Art matschiger Brei), verschiedenes Gemüse, Chapati (indisches Brot) und Fleisch (meistens Hühnchen) und einige nicht unbedingt definierbare, mehr oder weniger zu genießende Essensbestandteile. Erstes Beispiel: „Anna, was ist das? Ist das … Darm?!“ – lieber nicht essen. Zweites Beispiel: „Also ich weiß ja nicht, was es ist, aber es ist echt lecker! Vielleicht so was wie ’ne Nuss?“ – oh, schon alle…
Die schönste Party bisher war ein gemeinsames Dinner, also Abendbrot, mit fast allen Krankenhausangestellten vor dem Gästehaus – nach einem Gottesdienst in der Kapelle. Kein gewöhnlicher Gottesdienst: es wurde der Geburtstag der Kapelle gefeiert. Mitsamt einer Preisverleihung sämtlicher Preise und einem Chor, der sich nur für diesen Gottesdienst zusammengefunden hat. Auch Anna und ich waren stolze Mitglieder des Chores und haben unser Bestes gegeben, auf Hindi zu singen (und Englisch, aber das war wie erwartet sehr viel einfacher). Und das, während wir wunderschöne Saris tragen durften/sollten. Wie der gesamte Gottesdienst wurden auch die beiden Lieder des Chores gefilmt. Mich hat überrascht, wie viel an dem Abend auf dem Handy verewigt wurde: nach dem Gottesdienst wurden nämlich alle möglichen Gruppierungen fotografiert und zusätzlich wurden viele Selfies gemacht.
Und was passiert, wenn man eines Abends rausgeht, um draußen Fotos zu machen? Man ist nach kurzer Zeit umringt von Kindern und Jugendlichen, die viele, viele Fragen haben. Das war ein weiteres schönes Erlebnis: „Abschiedsfotos“ von Anna mit ihren noch-langen Haaren zu machen. Denn kurz darauf haben wir irgendwie mit den Kindern kommuniziert (sei es auf Englisch oder ohne Worte). Den Moment habe ich eingefangen: das sieht man auf dem Bild oben. Zwar wurde es schnell dunkel und wir haben uns recht bald auf den Weg zum Gästehaus gemacht, aber trotzdem wurden uns die Offenheit und Direktheit wieder bewusst, die uns in Indien ständig begegnen.

Mir wird immer klarer, was für ein Geschenk diese Zeit ist. Es tut so gut, hier zu sein. Ich bin gespannt auf alles, was noch kommt!

What does Peace mean to you?

Hallöchen zusammen,
Meinen heutigen Blogpost möchte ich nutzen, um euch das erste Projekt, das Ronja und ich im India Peace Centre betreuen, etwas näher vorzustellen.
Seit etwa zwei Wochen sind wir den Großteil unserer Arbeitszeit damit beschäftigt, einen Malwettbewerb für die Schüler_innen der lokalen High Schools und Colleges in Nagpur zu organisieren. Der Wettbewerb steht unter dem Thema „Arts for Peace“ und ist anlässlich des internationalen Tag des Friedens am 21. September angedacht. Die Teilnehmer_innen sind dazu aufgefordert ein Bild zu malen, welches ihre Auffassung von Frieden wiederspiegelt. Die Bilder werden dann in einer Ausstellung im IPC gezeigt und die besten Exemplare mit Preisen ausgezeichnet.
Für Ronja und mich bestand die Organisation bis jetzt vor allem daraus, das Infomaterial für das Projekt zusammen zu stellen, die Schulen im Umkreis zu kontaktieren, Vorbereitungstermine wahrzunehmen und schließlich die Schulen zu besuchen, um die Malaktionen durchzuführen. Die Projektplanung war meiner Ansicht nach bis jetzt ein sehr guter Einstieg in die Arbeit des IPC und ich konnte mich der ein oder anderen kleinen Herausforderungen stellen. Dazu gehörten beispielsweise das anrufen in einem fremden indischen Schulbüro, mit der Aussicht darauf, dass man auf Hindi begrüßt wird. Genauso wie das erste Treffen mit einer Schulleiterin, bei dem man sich nicht sicher ist, ob es sich nun gehört ihr die Hand zu reichen, oder die Erfahrungen mit der „Indian stretchable time“, bei der es auch mal ganz normal ist pünktlich bei einem Termin zu erscheinen, nur um dann zu erfahren, dass die Person mit der man den Termin eine halbe Stunde vorher telefonisch vereinbart hat nun leider nicht mehr da ist und man doch bitte kurz auf die Vertretung warten solle. Diese erschien ca. 40 Minuten später.
Zum „Arts for Peace“-Projekt gehörten für mich auch schon einige persönliche Lernerfahrungen. So zum Beispiel, dass hier von allen durchgeführten Programmen immer viele Fotos gemacht werden (Diesem Umstand sind auch die Bilder in diesem Post zu verdanken). An die offiziellen Fotos schließt sich dann oft noch ein Foto mit dem zuständigen Lehrer an und dann gibt es auch ab und zu mal die Schüler, die doch gerne noch ein Foto machen würden. Anfangs habe ich dort immer brav bereit gestanden, auch wenn ich mir komisch vorkam mit einer Truppe Teenies, die mir völlig fremd waren, Selfies zu machen. Doch mittlerweile habe ich ein stückweit versucht mir selber klar zu machen, dass es in solchen Situationen auch okay ist „nein“ zu sagen. Es ist eine Gradwanderung, da hinter solchen Bildern natürlich keinerlei schlechte Absichten stecken und man Enttäuschung hervor ruft. Auf der anderen Seite denke ich aber auch, dass ich in diesem Falle das Recht habe meinem Unbehagen Ausdruck zu geben. Dieses entsteht noch zusätzlich daraus, dass ich mich durch diese „Fotokultur“ teilweise wie ein Anschauungsobjekt oder sogar ein „Star“ fühle. Das ist eine Position, die mir aber auf Grund der geschichtlichen und gesellschaftlichen Hintergründe hier zufällt. Über diese Privilegien aber auch Pflichten, die man als Besucher und „Weißer“ (Definition) mit sich trägt, haben wir auf unserem Vorbereitungsseminar viel gesprochen. Darüber bin ich sehr dankbar, ohne die Denkanstöße aus dem Seminar würde ich diesen Situationen unbeholfener gegenüber stehen. Die Gedanken an Privilegien und ähnliche Themen begleiten mich in den letzten Tagen immer wieder. Momentan eher noch als viele Fragen und Unsicherheiten in meinem Kopf. Ich werde sie sicherlich in einem separaten Blogpost nochmal aufgreifen, aber dazu muss ich selber erst mal zu mehr Klarheit kommen.
Ein weiteres Wirrwarr im Kopf entsteht bei mir gerade auch durch das Thema für unseren Malwettbewerb: Draw what Peace means to you!
Was bedeutet Frieden für mich? Würde ich, so wie viele Schüler_innen, eine Friedenstaube, das Peace-Zeichen, eine Weltkugel oder Menschen die sich bei den Händen halten zeichnen?  Ich denke die letzteren beiden treffen es vielleicht schon ein bisschen. Beim Thema Frieden ist Teamwork gefragt und gleichzeitig ist ein großer Bestandteil erst einmal selber Frieden zu empfinden. Viele Leute haben sich darüber schon den Kopf zerbrochen und versucht zu definieren, was Frieden ist. Für mich bietet dieses Jahr dir große Chance, mich auf diesem Themengebiet zu belesen und weiter zu bilden. Eine Aufgabe, die ich mir selber gerne stelle. Und vielleicht weiß ich ja am Ende des Jahres ein bisschen besser, was auf meinem Friedensbild zu sehen wäre.
Bis dahin hoffe ich ihr hattet trotz meiner kleinen philosophischen Ergüsse Spaß beim lesen und wisst nun etwas mehr über meine Arbeit im IPC.
Viele Grüße gehen raus in die Welt und lasst mich doch mal wissen:
What does Peace mean to you?

Die ersten Tage

Namaste!
Nach 20 Stunden Reise bin ich nun endlich in meiner Einsatzstelle in Missimari, Assam, angekommen.
Mein erster Eindruck als ich den Flughafen in Guwahati verließ war ziemlich überwältigend: Massen von Menschen auf den Straßen, eine Luft, die gefühlt mehr aus Wasser als aus Sauerstoff bestand und ein unglaublicher Lärm der durch das Hupen der Autos von den Straßen kam. Umso interessanter wurde meine Situation, als ich den Sohn meines Mentors kennenlernte und mit ihm den Weg in meine Einsatzstelle antrat – natürlich mit dem Auto  auf den  Straßen  von Assam. Für einen Deutschen ist es doch sehr verwunderlich, wenn die Fahrt regelmäßig durch Kühe, Hühner, Hunde und Ziegen unterbrochen wird, die es sich auf der Straße bequem gemacht haben und sich auch durch das energische Hupen der Autofahrer nicht aus der Ruhe bringen lassen. Nicht weniger baff war ich, als ich die teilweise meterhoch mit Stroh beladenen Autos  und Fahrräder sah, die in einem irren Tempo die Kühe und Ziegen umkurvten und es dabei irgendwie schafften ihre Ladung nicht zu verlieren
in Missimari angekommen, begrüßte mich direkt mein Mentor und stellte mich seiner Familie vor. Ich kann mir kaum eine nettere Familie vorstellen, eine solche Gastfreundlichkeit habe ich bisher noch nie erlebt. Generell, die Menschen hier sind sehr offen und herzlich Fremden gegenüber. So wurde ich am nächsten Tag von der Gemeinde mit herzerwärmender Freundlichkeit in Empfang genommen und mit Blumenketten und Sträußen willkommen geheißen.
Auch wenn es viele Eindrücke auf einmal sind und das indische Essen nicht immer mein Geschmack ist, ist es sehr schön hier. Die ersten Tage machen bisher Lust auf mehr

Indien – eine Pralinenschachtel. Oder: Erste Eindrücke in Indien

Indien. Hier bin ich also. Über 7200 km von zu Hause entfernt. Insgesamt ungefähr einen halben Tag Flugzeit. Schon ganze zwölf Tage sind seit meiner Abreise aus Deutschland vergangen. Allein diese Anreise (natürlich mit meiner Mitfreiwilligen, Anna) war ein kleines Abenteuer für sich!
Unsere (wie Anna meiner Meinung nach passend beschrieben hat) „Odyssee“ kurz zusammengefasst: Zuerst Anna am Flughafen finden, mich von meiner Familie verabschieden und voller gemischter Gefühle, davon größtenteils Vorfreude, auf den Flug warten. Von Hamburg ging es nach Frankfurt, von Frankfurt nach Delhi, dort durch die Passkontrolle (bei der Anna eine gute Stunde mit den Kontrolleuren diskutieren musste, um durchgelassen zu werden), von Delhi nach Vishkapatnam.
Nach ungefähr drei Stunden, einigen Telefonaten und einer leisen Ungewissheit wurden wir dann doch vom Flughafen in Vishkapatnam abgeholt. Aber noch trennten uns eine insgesamt 10 Stunden lange Autofahrt quer durch den Bundesstaat Orissa (inklusive Abendessen, einer Teepause und kaputten Autoscheinwerfern, die erst einmal repariert werden mussten) von unserem Ziel. Schließlich kamen wir um fünf Uhr morgens in Nowrangpur an, fix und fertig.
Und schon erfüllt von unzähligen Eindrücken. Bestes Beispiel: Indischer Straßenverkehr… Wie bei Mario Kart (Annas Vergleiche sind einfach die besten) schert sich keiner um die anderen Verkehrsteilnehmer, solange er am Ziel ankommt. Und da wären noch Kühe, Hunde, Schweine, Menschen und parkende Autos oder Motorräder, bei denen einfach auf die Gegenfahrbahn gewechselt wird. Außerdem wird gefühlt bei jeder Gelegenheit gehupt. Wie durch ein Wunder bahnt sich jeder seinen Weg links und rechts an all den anderen Verkehrsmitteln mit zwei bis vier Rädern vorbei – ohne Zusammenstöße! Nicht zu vergessen: Hier herrscht Linksverkehr – eine zusätzliche Herausforderung für uns.
Ich habe mich hier sofort wohl gefühlt und fühle mich von Tag zu Tag mehr angekommen. Woran das liegt? Vielleicht an den lieben Menschen, die sich so viel Mühe geben, dass Anna und ich uns hier wohlfühlen. Vielleicht an den Gesprächen, teils auf Englisch oder einfach mit Händen und Füßen. Oder vielleicht einfach daran, dass Menschen sich freuen, wenn man da ist. Vielleicht an diesem familiären Gefühl, das sich hier durch alles zieht. Vielleicht liegt es auch am Essen. Vielleicht liegt es auch einfach an allem davon und noch mehr.
Ich freue mich schon sehr auf die Zeit hier. Das Indien kennenzulernen, das ich hier erlebe, die Menschen, die Kultur, das Krankenhaus und so viel mehr, und davon so viel in meinem Herzen mit nach Deutschland zu nehmen, wie ich kann.
Um zum Titel zurückzukommen: was hat denn bitte Indien mit Pralinen zu tun? Frei nach einem Zitat aus dem Film Forrest Gump: „Das Leben ist wie eine Schachtel Pralinen. Man weiß nie, was man kriegt.“ Für mich hatte Indien schon in den ersten Tagen so einige Überraschungen bereit. Viele, viele gute und wenig „böse“ Überraschungen. Indien ist für mich also in seiner Vielfältigkeit und mit seinen vielen Seiten (und Überraschungen) wie eine Pralinenschachtel. Die werde ich in den nächsten Monaten langsam immer weiter öffnen!

Vom Ankommen in einer indischen "Kleinstadt"

Es ist geschafft; wir sind heile, gesund und munter in Nagpur angekommen!
Das habe ich selber zwar nie bezweifelt, aber es jetzt allen anderen mitteilen zu können ist trotzdem eine schöne Sache.
Am Donnerstagmorgen kamen meine Mitfreiwillige Ronja und ich nach einem aufregungsfreien Reisetag in Nagpur an und dort wurden wir auch direkt in unser neues Leben katapultiert. Beim Verlassen des Flugzeuges begrüßte uns eine Wand schwüler Luft und die Stufen der Flugzeugtreppe hinab aufs Rollfeld waren klitschnass und glitschig. Es regnete wie aus Kübeln. Doch vom Rollfeld ging es rasch in die gut klimatisierte Empfangshalle des Flughafens, wo wir auch zeitnah erst unsere Koffer und dann unseren indischen Mentor Kasta antrafen. Er verfrachtete uns mitsamt unseres Gepäcks in sein Auto und es ging hinein in den Stadtverkehr von Nagpur.
Nagpur hat ca. 2,5 mio. Einwohner, ein Universität, mehrere Colleges und einen Flughafen und dennoch wird es von den Bewohnern ganz ernsthaft als Kleinstadt bezeichnet. Auch wenn ich erst einige Tage hier bin, glaube ich schon ein bisschen zu verstehen, warum das der Fall ist: Die Straßen sind zwar immer gut gefüllt, es wird gehupt, überholt und querbeet gefahren, aber dennoch hat man nicht das Gefühl es sei überlaufen, so wie man es aus manchen Reiseführerfotos kennt. Auch die Menschen hier scheinen sich untereinander gut zu kenne. Besonders in den Gemeinschaften, die sich durch Kirche oder Job ergeben. Zudem ist die Stadt sehr grün. Und ja, das alles zusammen ist zwar ganz anders als jede deutsche Kleinstadt, aber gibt mir dennoch das Gefühl, nicht in einer riesen City verloren zu sein.
In den fünf Tagen, die Ronja und ich hier bis jetzt verbracht haben, erhielten wir bereits einen guten Vorgeschmack dazu was es heißt, in Indien zu leben (Achtung, es folgt die Erfüllung vieler indischer Klischees!). Es gibt Kühe auf den Straßen, scharfes Essen, schwüles Wetter, ein paar Stromausfälle und niemanden um uns herum, der auch blonde Haare hat. Das alles hätte mich eigentlich nicht überraschen sollen, da ich vorher oft genug davon gehört habe, aber es dann überall um mich herum zu erleben ist doch noch mal etwas ganz anderes.
Ein paar überwältigende Tage des Ankommens liegen hinter mir, aber sie sind auch von viel Freude geprägt. Freude darüber, welche netten und unsagbar warmherzigen Menschen ich bereits kennenlernen durfte. Über viele von ihnen werdet ihr an späterer Stelle vielleicht noch mehr erfahren. Doch jetzt sei schon mal gesagt, dass wir uns hier auf jeden Fall nicht darum sorgen müssen mit Leuten über interessante Themen ins Gespräch zu kommen.
Bis dahin sende ich Grüße zurück nach Deutschland und in jeden anderen Winkel der Welt und melde mich bald wieder.
Eure Svenja