Das alles und noch viel mehr

Meine Zeit in Argentinien wurde zwar aufgrund der Pandemie abgebrochen, dennoch berichte ich euch gerne, wie so ein Arbeitstag von mir aussah.

Es ist 8 Uhr und mein Wecker klingelt. Vor 8:25 Uhr schaffe ich es nicht aus dem Bett, sodass ich mich wie immer mit Anziehen und Zähnputzen beeilen muss. Um entspannt zur Arbeit zu gehen, sollte ich um 8:40 Uhr das Haus verlassen. Naja… hat mal wieder nicht ganz geklappt, jetzt ist es 8:50 Uhr. Also sprinte ich los zum Projekt. Schon bin ich an meiner Einsatzstelle „La Casona“ angekommen und der ungewollte Morgensport ist vorbei und ja ich habe es zeitlich geschafft, es ist kurz nach neun.

Paola meine Kollegin ist schon da. Paola oder wie sie alle nennen, Pao, ist die Erzieherin für die Kinder, die am Vormittag in das Projekt kommen. Außerdem ist sie Tallerista der Panaderia (Bäckerei) für die 6-11jährigen sowie einiger Talleres (Workshops) für die Jugendlichen.

Ich fange direkt an das Frühstück vorzubereiten, währenddessen schon die ersten Kinder (6-11 Jahre alt) ins Projekt kommen und spielen.
Brot mit Dulce de Leche (Karamellaufstrich), Butter oder Marmelade. Außerdem gibt es Mate Cocido (Tee) mit ganz viel Zucker.

Mittlerweile ist auch meine andere Arbeitskollegin Sofi eingetroffen. Sie organisiert alles im Bereich Niñez (Kindesalter).
Und nun wird auch schon ein Tischlied gesungen, weil die Kinder essen wollen, entscheiden sie sich für das Kürzeste:

„Barabaram ^^ Barabaram ^^ Barabaram Barabaram Barabaram ^^
Bendice señor la mesa, Bendice los alimentos, Bendice a los pekes para poder comer
Barabaram ^^ Barabaram ^^ Barabaram Barabaram Barabaram^^“

„MANOOOS!“ (Hände) Alle geben sich die Hände und rufen „Buen provecho!“ (Guten Apetit)

Abdecken, Abwaschen und nun geht es in die Panadería (Bäckerei) mit Pao. Die Kinder sind fleißig am Kneten und freuen sich schon auf das Ergebnis, um es zu probieren und anschließend mit nach Haus zu nehmen.

Vor ein paar Tagen habe ich bereits meinen neuen, heutigen Dibujo-Taller (Zeichnen-Workshop) vorbereitet.
Mit einer Vorlage von mir und Hilfslinien zeichnen die Kinder selbst Mandalas. Nur wenige Kinder sind da, sodass es eine ruhige, angenehme Gruppengröße ist.

Jetzt wird gespielt. Erst drinnen dann draußen. Von Kartenspielen über Tischkicker bis Seilspringen und Fußballspielen ist alles dabei.
Um meinen Arm vom Seilschlagen auszuruhen, was ich nun eine halbe Stunde tat, setze ich mich und trinke zusammen mit den anderen Mate.
Ich schaue auf die Uhr. Nun ist es 11:40 Uhr und nach und nach werden die ersten Kinder abgeholt bzw. gehen in Grüppchen nach Hause. Für sie beginnt der Unterricht erst am Nachmittag.

Inzwischen habe ich ca. 2 Stunden Mittagspause. Zum Mittagessen habe ich mir etwas vom Vortag von Zuhause mitgenommen und sitze im Schatten der Bäume.
Die zwei Stunden vergehen wie im Flug und die „Nachmittagskinder“ kommen ins Projekt. Sie waren am Vormittag in der Schule. Heute bin ich allerdings nicht für die Kinder am Nachmittag eingeteilt, sondern begleite die Talleres für die Jugendlichen.

Im Taller Cine (Kino) schnitten alle fleißig an Videos, um Spezialeffekte und Übergänge auszuprobieren. Ich sitze daneben und unterhalte mich mit einem Süd-Nordrückkehrer, der ein Jahr in Deutschland arbeitete. Super interessant!

Da die Schule seit dieser Woche erst wieder begonnen hat, ist der Taller Estudio heute leicht überflüssig. Eigentlich bringen hierfür die Jugendlichen ihre Schulaufgaben mit, um sie hier in Ruhe zu machen, nachfragen zu können und Materialien sowie den Computer benutzen zu können. Doch noch haben die Jugendlichen wohl keine Aufgaben bekommen, sodass keiner kam. Naja, dann hören wir eben Musik und singen.

Um 18 Uhr endet mein Tag und ich mache mich auf den Rückweg nach Hause. Den Rückweg gehe ich entspannt.
Zuhause in der WG angekommen, ist mein Mitbewohner Aron bereits da und wir trinken Mate. So endet mein Arbeitstag.

Das alles passiert an einem Tag, und selbst das kratzt irgendwie doch nur an der Oberfläche, denn auf dem Arbeitsweg, auf der Arbeit und Zuhause passieren so viele Dinge, wenn auch manchmal nur kleine.
Aber es ist trotzdem so unfassbar viel, dass man das gar nicht alles erzählen kann…

Liebe Grüße
Sarah

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