Nordkirche Weltweit

Die Evangelisch-Lutherische Kirche Kenias (KELC)

Nordkirche hilft Dürreopfern

Dürrekatastrophe betrifft Gemeinden der KELC

Auch weite Teile von Kenia sind von der derzeitigen Dürresituation betroffen, so dass der Präsident für mehr als die Hälfte der Distrikte den Notstand ausgerufen hat. In einigen dieser betroffenen Gebiete gibt es Gemeinden der kenianischen Partnerkirche KELC. Zur Notfallhilfe hat die Diakonie Katastrophenhilfe € 20.000 über Act Alliance zur Verfügung gestellt, und der Kirchenkreis Rantzau-Münsterdorf, in dem es einige Gemeindepartnerschaften nach Kenia gibt, hat Kollekten zur Hilfe beigetragen. Aus dem Fond für „Humanitäre Hilfe“ für die Partnerkirchen wurden € 7.500 an die KELC überwiesen, die über ihre Gemeinden Menschen in betroffenen Regionen Hilfe zukommen lassen werden. Zudem gibt es ein Spendenprojekt, in dem zusätzliche Beiträge zur Linderung der Not gesammelt werden.

Länderinformationen

Die Geschichte Kenias ist seit 1888 maßgeblich durch die Kolonialherrschaft Großbritanniens geprägt. Seit 1920 war Kenia eine Kronkolonie, die am 12. Dezember 1963 unabhängig wurde. Heute ist Kenia politisch eine Präsidialdemokratie, der seit 2002 Mwai Kibaki als Staatspräsident und Regierungschef vorsteht. Das Land hat 52 Volksgruppen, von denen die größte die Kikuyu (22%) sind.

Weit mehr als die Hälfte der Bevölkerung lebt von der Landwirtschaft, wobei nur etwa 20% der Fläche des Landes nutzbar ist. 58% der Bevölkerung leben von weniger als 2 Dollar pro Tag, 39% ohne geregelte Wasserversorgung. Der Anteil der HIV-Infizierten liegt bei über sechs Prozent. 70% der Bevölkerung gehören christlichen Kirchen an (je etwa 26% anglikanisch und katholisch), 20% sind muslimisch und etwa 10% Anhänger traditioneller afrikanischer Religionen.

Christen in Kenia
Christen in Kenia

Die Entwicklung der Kirche

Die Kenianische ev.-luth. Kirche (KELC) ist 1991 aus der ELCT-Kenya Synode hervorgegangen. Seit 1965 hatte die Evangelisch-Lutherische Kirche Tansanias vom Nachbarland aus missionarisch in dem Grenzgebiet zwischen Kenia und Tansania gewirkt und auch tansanische Landsleute in Kenia betreut. Die ersten Gemeinden entstanden 1965 in Nairobi und Mombasa. Doch das Entstehen lutherischer Gemeinden beschränkte sich nicht auf die Großstädte.

Im ländlichen Raum versammelten sich lutherische Christen aus Tansania zum Gottesdienst und zu Hauskreisen. Die KELC zählt heute 25.000 Mitglieder, die in Gemeinden vor allem in der Hauptstadt Nairobi, an der Küste und entlang der Grenze nach Tansania leben. Sie wird durch eine gewählte Synode und eine Kirchenleitung geführt. Die KELC ist Mitglied im Lutherischen Weltbund, in der Lutherischen Gemeinschaft in Zentral- und Ostafrika (LUCCEA), in der Gesamtafrikanischen Kirchenkonferenz und im Nationalen Christenrat Kenias. Sie pflegt partnerschaftliche Beziehungen zu Kirchen und Missionsorganisationen in Tansania, Deutschland und den USA.

Seit der Kirchengründung 1991 ist die damalige Nordelbische Kirche Partnerin der KELC. Partnerschaftsverbindungen bestehen in der Nordkirche vor allem zu Gemeinden im Kirchenkreis Rantzau-Münsterdorf. Gemeinsam mit anderen Partnern (ELCT, ELCA, MEW) arbeitet das Zentrum für Mission und Ökumene in einer internationalen Koordinationsgruppe, dem Joint Mission Committee for Kenya (JMCK) zusammen. Ein Schwerpunkt der Kirche ist die Frauen- und Jugendarbeit mit einer Vielzahl von Projekten: Das Spektrum reicht von Alphabetisierungskursen für Erwachse bis hin zum Straßenkinderprojekt Pangani. Seit Juni 2014 ist die Diakonin Cordula Kunze vom Zentrum Mission und Ökumene in die KELC entsandt. Ihre Aufgabe ist es, die KELC darin zu beraten, diakonische Dienste aufzubauen.

Arbeitsfelder:

  • Gästehäuser in Malindi, Taveta, Kambu und Nairobi
  • Neun Kindergärten
  • Schreinerwerkstätte (Ausbildung und Produktion) in Nairobi
  • Grundschule besonders für Maasai-Kinder in Kajiado
  • Lutherisches Kinderzentrum in Pangani und Ongata Rongai: Heim-, Ausbildungs- und Essensprogramm in Nairobi für Mädchen, die auf der Straße leben
  • Bibelschule in Voi (dreijähriges Ausbildungsprogramm für Evangelistinnen und Evangelisten)
  • TEE-Programm (theologisches Ausbildungsprogramm als Fernunterricht)
  • Frauenarbeit (Fortbildung, Beratung, Projekte wie Maismühlen, Wassertanks, Gästehäuser, Schneiderei)
  • Aids-Arbeit: Aufklärung, Bewusstseinsbildung, Seelsorge
  • Christliche Bildungsarbeit: Fortbildung von Pfarrerinnen und Pfarrern, Mitarbeitenden für Kindergottesdienst und Konfirmandenunterricht, Predigerinnen und Predigern für die Gemeindesprengel
  • Jugendarbeit: Jugendrallye in zweijährigem Abstand, Kleinprojekte, Fortbildung
  • Brunnen- und landwirtschaftliche Projekte
  • Kommunikationsabteilung: Öffentlichkeitsarbeit, Betreuung der Homepage der KELC

Evaluation diakonischer Arbeit

Pastor i.R. Ludwig Bultmann besucht Diakonieprojekte der KELC

Bis Anfang 2016 war die Diakonin Cordula Kunze als Mitarbeitende in de KELC entsandt mit der Aufgabe, den Aufbau einer Diakonieabteilung zu unterstützen. Dazu besuchte sie alle Distrikte und viele Gemeinden der KELC und etablierte Diakoniekomittees. Reichlich ein Jahr nach der Rückkehr von Frau Kunze nach Deutschland bekam Ludwig Bultmann den Auftrag des Zentrums für Mission und Ökumene, gemeinsam mit der KELC zu evaluieren, welche diakonische Arbeit sich langfristig etabliert hat und wo an jetzt Vorhandenes angeknüpft werden kann.

Auch er reiste weit, zusammen mit dem Zuständigen der KELC, Pastor Jonathan Kapanga, und fand viele entmutigende Auswirkungen der derzeitigen Dürre vor, aber auch viele aktive Gemeinden und Gruppen, die trotzdem versuchen für sich und für die Bedürftigen des Ortes Lebenserhaltendes zu erwirtschaften. Zudem hat die Hilfsmittelverteilung über die Gemeindeleitenden begonnen.“

Arbeitsbeziehungen: 

  • Enge partnerschaftliche Beziehungen zum Kirchenkreis Rantzau-Münsterdorf
  • Unterstützung von Projekten, z.B. "Pangani" – Straßenkinderprojekt in Nairobi
  • Die Entsendung einer Freiwilligen in das Pangani Lutheran Children’s Centre ruht zur Zeit aufgrund der Sicherheitslage in Nairobi
Kenia

Zahlen & Fakten

  • Fläche: ca. 580.000 km2
  • Bevölkerung: ca. 41 Mio.
  • Staatsform: Präsidialdemokratie
  • Säuglingssterblichkeit: 5,2 %
  • Lebenserwartung: 59 Jahre (Männer), 60 Jahre (Frauen)
  • Analphabethenrate: 9,4% (Männer), 20,3% (Frauen)
  • Soziale Situation: ca. 58% der Gesamtbevölkerung leben in Armut mit weniger als 2 US-Dollar pro Tag.
  • Religion: 70% Christen (Anglikaner und Katholiken), 20% Muslime, 10% traditionelle Religionen
  • Bildungssituation: ca. 85% der Gesamtbevölkerung können lesen und schreiben.

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May 2017

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March 2017

February 2017

Spendenprojekt: Strassenkinder in Nairobi

Viele Kinder in Nairobi verlieren durch Armut, zerrüttete Familienverhältnisse oder häusliche Gewalt ihr Zuhause und müssen ein hartes und gefährliches Leben auf der Straße führen. mehr...

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Kenya

Leitender Bischof der KELC:
Rev. Zacharia Wachira Kahutu