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Die Evangelisch-Lutherische Kirche im Kongo (EELCo)

Neu im Kongo

Sabine Winkler nimmt Arbeit in Lubumbashi auf

Nachdem Sabine Winkler viele Jahre in der Pare Diözese in Tansania tätig war, ist sie seit dem 1. April als Fachkraft für Landwirtschaft und Projektentwicklung in die Evangelisch-Lutherische Kirche im Kongo (ELCCo) entsandt. Die ELCCo ist mit ihren Gemeinden in acht Diözesen in dem weitläufigen Land präsent und trägt auch als kleine Kirche dazu bei, den Menschen in diesem strukturschwachen und von Gewalt betroffenen Land Hoffnung, Bildung und Gemeinschaft zu vermitteln. Diese Entsendung in die Demokratische Republik Kongo ist die erste aus unserer Kirche seit Ende der neunziger Jahre. Aus der Bayerischen Landeskirche ist zudem zur Zeit ein Diakonenehepaar bei der ELCCo tätig.

Nothilfe Kongo

In der Demokratischen Republik Kongo, in der Region Manono im Nordosten der ehemaligen Provinz Katanga, finden aktuell wieder gewaltsame Auseinandersetzungen zwischen dem Volk der Luba und dem Volk der Twa (auch Bashimbi genannt) statt. Die Konflikte entstehen durch die unterschiedliche Lebensweise beider Völker. 

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Länderinformationen

Die Demokratische Republik Kongo (DRC), das frühere Zaire, ist der viertgrößte Staat Afrikas. Es gibt rund 250 Volksgruppen. Obwohl das Land über die größten Naturreichtümer Afrikas verfügt (Kupfer, Diamanten, Gold, Coltan, Mineralien) gehört es zu den ärmsten Ländern der Welt. Hauptursache dafür sind die mehr als drei Jahrzehnte währende Misswirtschaft durch das Mobutu-Regime, gefolgt von schweren kriegerischen Auseinandersetzungen bis in die Gegenwart. Politisch ist der Kongo ein Präsidialregime. Seit 2006 ist Joseph Kabila Staatspräsident.

Die Entwicklung der Kirche

Die Evangelisch-Lutherische Kirche in der Demokratischen Republik Kongo wurde in den 1960er Jahren durch Laien gegründet. Sie hatten regelmäßig den Radiosender „Stimme des Evangeliums“ aus der äthiopischen Hauptstadt Addis Abeba gehört und trafen sich zu gemeinsamen Bibelstunden. 1968 wurde der erste kongolesische Pastor in Makumira in Tansania ausgebildet. Auf diese Weise begann eine enge Zusammenarbeit mit der evangelisch-lutherischen Kirche in Tansania. Im Osten des Landes, an der Grenze zu Tansania, wuchsen die neu entstehenden Gemeinden zu einer Kirche zusammen, die 1980 ihre staatliche Anerkennung erhielt.

Die tansanische Kirche bat daraufhin einige ihrer Langzeitpartner, sie in der Zusammenarbeit mit der neuen lutherischen Kirche im Kongo zu unterstützen. Seit der staatlichen Anerkennung der EELCo sind das damalige Nordelbische Missionszentrum und das Bayrische Missionswerk Partner der kongolesischen Kirche. Besonders während der Neukonstituierung hat das NMZ wichtigen (moralischen und finanziellen) juristischen Beistand geleistet. Inzwischen konnte unter erschwerten Bedingungen eine Synode und Bischofswahl stattfinden, bei der Bischof Sumaili zum leitenden Bischof der EELCo gewählt wurde. Gemeinsam mit anderen Partnern aus Tansania und Bayern arbeitet das heutige Zentrum für Mission und Ökumene in einer internationalen Koordinationsgruppe, der Joint Commission of Congo ( JCC ) zusammen.

Die Reorganisation der protestantischen Kirche 2003 und die damit verbundene Dezentralisierung der Verwaltung wurden überschattet von den internen Machtkämpfen und Auswirkungen des langjährigen Konflikts mit dem inzwischen verstorbenen Bischof Kasukuti.

Die EELCo hat ca. 60.000 Mitglieder in 8 Diözesen. Sie ist Mitglied im Ökumenischen Rat der Kirchen (ÖRK), im Lutherischen Weltbund (LWB), in der Gesamtafrikanischen Kirchenkonferenz und in der Lutherischen Gemeinschaft in Zentral- und Ostafrika. Zudem unterhält sie partnerschaftliche Beziehungen zu Kirchen und Missionsorganisationen in Tansania und Deutschland. Es bestehen enge partnerschaftliche Beziehungen im Raum der Nordkirche zu dem Kirchenkreis Altholstein sowie zur Kirchengemeinde St. Martin in Hamburg.

Arbeitsfelder:

  • zentrale theologische Ausbildungsstätte in Kimbeimbe bei Lubumbashi
  • Primarschulen für Bashimbi-Kinder (ethnische Minderheit) in Kaseha, Kamala und Lwakato bei Manono
  • Grundschulen, Realschulen und Kindergärten, die weitgehend von den Gemeinden betrieben werden
  • Gesundheitszentren in Malemba-Nkulu und in Kalemie

 

 

Demokratische Republik Kongo

Zahlen & Fakten

  • Fläche: ca. 2,3 Mio. km2 
  • Bevölkerung: ca. 71 Mio. 
  • Staatsform: Präsidialrepublik 
  • Säuglingssterblichkeit: auf 1000 Geburten 78 Todesfälle 
  • Lebenserwartung: 54 Jahre (Männer), 57 Jahre (Frauen) 
  • Analphabetenrate: 19% (Männer), 46% (Frauen)
  • Soziale Situation: das Land belegt Platz 168 von 182 des Human Development Index und gehört zu den ärmsten der Welt trotz enormer Naturreichtümer.
  • Religion: 50% Christen (Protestanten, Pfingstler und Katholiken), 10% Muslime, 10% Kimbanguisten, 10% traditionelle Religionen

Direkter Kontakt

Partnerkirche

Eglise Evangelique Lutherienne au Congo
Bureau National
150, Av. Kasai  / B.P. 525 Lubumbashi
www.eelco-drc.org

Dem. Rep. Kongo

Leitender Bischof:
Rt. Mwamba Sumaili Rene

Ökumenische Mitarbeitende

Frau Sabine Winkler arbeitet seit April 2017 als Fachkraft für Landwirtschaft und Projektentwicklung in der ELCCo.