Nordkirche Weltweit

Die Evangelisch-Lutherische Kirche in Südafrika

Länderinformationen

Älteste menschliche Besiedlungszeugnisse aus Südafrika sind 2 Millionen Jahre alt. Die Urbevölkerung bildeten die Nomadenstämme der Khoikoi und der Buschmänner (San). Ab dem 11. Jahrhundert drangen Bantustämme nach Südafrika vor.

Am 6. April 1652 landete der Holländer Jan van Riebeeck in Kapstadt und richtete für die Niederländische Ostindien-Kompanie eine Versorgungsstation ein. Damit begann die Zeit der europäischen Siedler in Südafrika, die sich stetig ausbreiteten. Sklaven wurden ins Land geholt, die bald die Zahl der Europäer überstiegen. Den niederländischen Kolonialherren folgten ab 1797 die Briten. Es gab viele kriegerische Auseinandersetzungen. 1835-1841 wanderten rund 14.000 Buren als Voortrekker in die Gebiete nördlich des Oranjeflusses, um das Verbot der Sklaverei zu umgehen, das nun im Bereich der britischen Kronkolonie galt. In zwei Burenkriegen siegten am Ende die Briten. 1910 wurde die südafrikanische Union gegründet.

Wirtschaftlich stand Südafrika im 20. Jahrhundert gut da, es war das einzige Land Afrikas, das zur „Ersten Welt“ gezählt wurde. Doch die Politik der Rassentrennung, die Apartheid, führte zur weltweiten Isolation. Erst 1990 wurde sie abgeschafft. In den ersten freien Wahlen 1994 siegten Nelson Mandela und der African National Congress (ANC). Heute ist Südafrika eine Regenbogennation, in der alle ihren Platz in der Gesellschaft finden und Verschiedenheit nicht zur Diskriminierung führen, sondern als Reichtum geschätzt werden soll. Soziale Probleme gibt es dennoch: Armut. Kriminalität vor allem in den townships, und die weltweit höchste AIDS-Rate, die viele Kinder zu Waisen macht.

Die Entwicklung der Kirche

Die ersten Missionare der Berliner Mission kamen 1834 ins Land und gründeten lutherische Gemeinden. Viele Kirchen wurden bereits in dieser Zeit errichtet, zum Beispiel die in Stutterheim 1837. Auf diese Zeit geht auch die Beziehung der pommerschen Kirche zu Südafrika zurück, die der Berliner Mission verbunden war, auch als Mitglied des Berliner Missionswerk bis zum Jahr 2000. 1975 gründete sich aus verschiedenen regionalen Kirchen die Evangelisch Lutherische Kirche im Südlichen Afrika (ELCSA) mit fünf Diözesen in Südafrika, einer Diözese in Botswana und einer weiteren Diözese in Swasiland. Sie hat heute etwa 580.000 Mitglieder.

Die ELCSA ist Mitglied der Lutherischen Gemeinschaft im Südlichen Afrika (LUCSA), des Lutherischen Weltbundes (LWB), des Südafrikanischen Kirchenrats (SACC) und des Weltkirchenrates (ÖRK). Der erste Bischof der Kap-Oranje-Diözese, die sich über die gesamte Westhälfte Südafrikas erstreckt, war 1975 ein Pommer, Adalbert Brunke, geboren zwar 1912 in Westpreußen, aufgewachsen aber in Stolp in Hinterpommern. Zur Kap-Oranje-Diözese mit ihren etwa 40.000 Mitgliedern gab es also schon lange eine besondere pommersche Beziehung, die 2001 durch einen Partnerschaftsvertrag bekräftigt wurde. Jährliche Besuche, gemeinsame Projekte, die Feier eines gemeinsamen Partnerschaftssonntages und viele persönliche Kontakte haben diese Partnerschaft gefestigt, die in die Nordkirche eingebracht wurde.

Bischof der Kap-Oranje-Diözese ist seit 2009 William Raymond Bowles. Bischofssitz und Kirchenamt befinden sich in der Diamantenstadt Kimberley. Die Diözese ist in sechs Kirchenkreise gegliedert: Northern Cape, Western Cape, Kalahari, Free State, Eastern Cape und South Eastern Cape (genannt Moria-Circuit).

Arbeitsbeziehungen

  • Enge partnerschaftliche Beziehungen des Kirchenkreises Pommern mit der Cap Oranje Diözese
  • Unterstützung der New World Foundation – Gemeinwesenarbeit im Township Lavender Hill in Kapstadt
  • Marius Blümel ist vom Zentrum für Mission und Ökumene für die Arbeit in der New World Foundation entsandt
  • Zusammenarbeit mit der Flüchtlingsarbeit der lutherischen Gemeinde und Programmen von Diakonia in Durban
  • Langjährige Kontakte zu Landgemeinden durch die Aktion Bundesschluss
  • Drei Freiwillige mit Programmen des Zentrums für Mission und Ökumene in Kapstadt und Durban

 

 

Südafrika

Zahlen & Fakten

  • Fläche:  1,219.090. km2
  • Bevölkerung:  50,59 Mio.
  • Staatsform: Föderale Präsidialrepublik
  • Säuglingssterblichkeit: 4%
  • Amtssprachen: Englisch, Afrikaans und neun afrikanische Sprachen (Zulu Xhosa, Tswana, Sotho u.a.)
  • Lebenserwartung:  52 Jahre, die Lebenserwartung ist seit 1990 (61 Jahre) wegen der Ausbreitung von AIDS stetig gefallen, jetzt steigt sie langsam wieder an.
  • Analphabetenrate:  etwa 11 %
  • Soziale Situation:  5,7 Millionen Südafrikaner sind HIV infiziert.
  • Religion: 80% Christen, etwa 15% nicht religiös, daneben gibt es Muslime, Juden, Buddhisten Hindus und afrikanische Stammesreligionen
  • Bildungssituation: 98 % der Kinder gehen zur Schule (Regierungsangaben)

Direkter Kontakt

Informationen

Swaziland

Kairos-Papier der besorgten Kirchenführer Swazilands

hier  lesen (pdf)

Spendenprojekt: Sozial- und Trainingszentrum in Lavender Hill

Wo Menschen in sozialer Ausgrenzung und Armut leben, regieren oft Gewalt, Kriminalität und Drogen, so auch in Lavender Hill, einem Township nahe Kapstadt. Es ist die Vision der New World Foundation hieran etwas zu ändern. mehr...

Ökumenisches Netzwerk Südafrika im Bereich der Nordkirche

Ökumenisches Netzwerk Südafrika, Koordinator:

Pastor Rolf Martin

Tel. 04541/889 333
      0451/300 86 87 17

Mitarbeitende in Südafrika

Diakon Marius Blümel ist einer der leitenden Mitarbeitenden der New World Foundation ( siehe oben), die in einer von Gewalt geprägten Umgebung vor allem jungen Menschen eine Zufluchtsstädte und hoffnungsvolle Alternativen für ihr Leben bietet.

Partnerkirche

Kap Oranje Diözese
Natasha St,. Northview, Kimberley, 8301
P.O.Box 703, Kimberley, 8300
South Africa

Leitender Bischof:
William Raymond Bowles