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Evangelisch-Lutherische Kirche in Litauen

Die Evangelisch-Lutherische Kirche in Litauen (ELKL)

Die Evangelisch-Lutherische Kirche in Litauen (ELKL) (Lietuvos Evangelikų Liuteronų Bažnyčia) entstand im Anschluss an die Unabhängigkeit der Republik Litauen 1918. Mit der sowjetischen Besatzung begann eine Zeit der Unterdrückung der Kirche und der Verbannung vieler Christinnen und Christen.

Heute hat die ELKL etwa 19.637 Gemeindeglieder in 54 Gemeinden, von denen ca. 30 erst nach dem Ende der sowjetischen Besatzung wieder gegründet wurden, darunter alle Großstadtgemeinden. Es gibt 21 Pastoren und drei Diakone in Litauen, zudem drei in den USA und Kanada und einen Pastor in Deutschland. Bischof ist seit 2004 Mindaugas Sabutis.

Geschichtliches

1250 schloss Fürst Mindaugas die litauischen Stämme zu einem Staat zusammen. Litauen widersetzte sich erfolgreich dem Deutschen Orden, lediglich das Gebiet am Fluss Memel wurde ab 1328 dem Ordensland zugeteilt. Litauen selbst wurde ein mächtiges Großfürstentum mit vielen Völkern. 1386 ging es eine Personalunion mit Polen ein und blieb auch nach der Reformation römisch-katholisch. Es entstand ein großes Reich vom Baltikum bis zum Schwarzen Meer. Bei den drei polnischen Teilungen (1772, 1793 und 1795) fiel das litauische Gebiet nach und nach an Russland. Das Gebiet am Fluss Memel kam als Teil des Deutschordenslands nach der Reformation zum protestantischen Herzogtum Preußen.

"Memelland"

Es wurde Teil von Ostpreußen und blieb protestantisch. Nach dem Ersten Weltkrieg entstand die Republik Litauen. Das nun in Deutschland „Memelland“ genannte Gebiet wurde dem Völkerbund unterstellt. Nach der Besetzung durch litauische Kräfte wurde es 1923 der Republik Litauen angegliedert. Gedeckt durch den Deutsch-Sowjetischen Nichtangriffspakt vom August 1939 besetzte die Rote Armee 1940 die drei baltischen Staaten, die daraufhin in die Sowjetunion eingegliedert wurden. 1941 bis 1944 besetzten deutsche Truppen das Baltikum, bis im Herbst 1944 die Länder wieder unter sowjetische Herrschaft kamen. Viele Kirchen wurden zerstört, viele Geistliche und Gemeindeglieder deportiert.

Nur Gottesdienst erlaubt

In den Kirchen war nur der sonntägliche Gottesdienst erlaubt. Unter den Bedingungen des Eisernen Vorhangs waren kirchliche Kontakte nicht auf direktem Weg möglich. So wurden Kontakte zu den Kirchen des Baltikums zunächst getarnt als Touristenreisen aufgenommen. Geldliche Hilfen mussten heimlich mitgenommen und gegeben werden.

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