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Partnerschaft zur Evangelisch-Lutherischen Kirche in Litauen

Die Partnerschaft historisch

Die Partnerschaft mit der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Litauen – wie auch mit den lutherischen Kirchen in Estland und Lettland – wurde bereits Ende der 70er Jahre vom Lutherischen Weltbund über die Vereinigte Evangelisch-Lutherische Kirche Deutschlands (VELKD) angeregt. Der Lutherische Weltbund schlug vor, die Zuständigkeiten für die regionalen evangelisch-lutherischen Kirchen auf dem Gebiet der damaligen Sowjetunion zwischen den Gliedkirchen der EKD aufzuteilen. 1989 reiste eine erste offizielle Delegation der Nordelbischen Kirche nach Rīga, Vilnius und Tallinn.

Die Kirchenleitung bildete einen Baltikumsausschuss und übertrug ihm die Entscheidungsbefugnis in allen grundsätzlichen, kirchenpolitischen Angelegenheiten und bei finanziell umfangreichen Projekten. Es wurden erhebliche Beträge zur Wiederherstellung von Kirchen und anderen kirchlichen Gebäuden, zum Aufbau einer kirchlichen Struktur und der Diakonie sowie zur theologischen Ausbildung von der Nordelbischen Kirche zur Verfügung gestellt sowie fachliche Begleitung vor allem im Bereich Bau, Orgeln und Glocken. Die diakonische Arbeit konzentrierte sich in der Anfangszeit hauptsächlich auf akute Nothilfe und den Aufbau und die Wiederinstandsetzung diakonischer Einrichtungen. Dieses Engagement hat sich im Laufe der Zeit hin zu konkreten Projektvorhaben verändert.

Vier Gemeindepartnerschaften

Es gibt vier Partnerschaften auf Gemeindeebene: zwischen der Thomas-Kirchengemeinde Kiel-Mettenhof und der Gemeinde Jurbarkas seit 2006, zwischen der Kirchengemeinde Maria Magdalenen Hamburg-Klein Borstel und der Gemeinde Plikiai, zwischen der Kirchengemeinde St. Michael in Rostock-Gehlsdorf und  der Diakonie (Sandora) in Šilutė sowie zwischen der Kirchengemeinde Koserow auf Usedom und Kretinga seit den 90er Jahren. Außerdem gibt es partnerschaftliche Beziehungen zwischen dem Diakonischen Werk Schleswig-Holstein und dem Diakonieverband in Litauen, zwischen dem Diakonischen Werk des Kirchenkreises Lübeck-Lauenburg und der Diakonie (Sandora) in Šilutė und zwischen dem Diakonischen Werk des Kirchenkreises Hamburg West – Südholstein und der Diakonie (Sandora) in Klaipeda und Vilnius.

Konkrete weitere Zusammenarbeit

Zudem engagieren sich das Gustav-Adolf Werk und der Martin-Luther-Bund in der Nordkirche intensiv in Litauen. Jährlich findet ein Pastoralkolleg statt, an dem Theologinnen und Theologen aus Lettland, Estland, Litauen und der Nordkirche teilnehmen. Hier werden biblische und theologische Fragen erörtert und es dient zum gegenseitigen Kennenlernen und Verständnis. Es gibt Zusammenarbeit im kirchenmusikalischen Bereich: Seit 1994 werden jährlich zwei Stipendien für baltische Kirchenmusikstudierende mit den Ziel der C-Prüfung in der Kirchengemeinde Lübeck-Travemünde vergeben, bis 2012 für ein Jahr, seitdem für kürzere Aufenthalte. Ein Orgelsachverständiger berät und unterstützt die Kirche beim Einbau und der Wartung von (zum Teil gespendeten) Orgeln. Jedes Jahr findet ein Fortbildungsseminar in Litauen mit nordkirchlichen Referenten statt.

Das Jugendpfarramt in der Nordkirche arbeitet mit dem Jugendzentrum der ELKL zusammen. Litauische Jugendliche sind in jedem Jahr beim Festival von BIEN (Baltic Intercultural Ecumenical Network) und beim deutsch-baltischen Café, das seit 2003 bei jedem Kirchentag angeboten wird, aktiv dabei. In der konkreten Partnerschaftsarbeit geht es um das geistliche und materielle Teilen. Es gibt Austausch über Themen wie das Verhältnis von Staat und Kirche, verschiedene Formen des Gemeindeaufbaus und ökumenische Kontakte. Dabei stellt sich die Frage, wie mit unterschiedlichen theologischen Auffassungen umzugehen ist, wie Amtsverständnis, Homosexualität etc.

Kontinuierlich in Kontakt

In den Gemeindepartnerschaften wird daran gearbeitet, die Kontakte zwischen den Gemeindemitgliedern zu intensivieren und auch theologische Gespräche über Amtshandlungen, alkoholfreies Abendmahl, Homosexualität etc. zu führen. Das Diakonische Werk Schleswig-Holstein arbeitet mit seinen PartnerInnen kontinuierlich an themenspezifischen Fragestellungen, um die Lebenssituation der Menschen zu verbessern und das Gemeinwohl zu stärken. Schwerpunkte sind insbesondere die Arbeit mit Suchtabhängigen und die Präventionsarbeit mit Kindern und Jugendlichen.

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