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Die Evangelisch-Lutherische Kirche in Assam

Länderinformationen

Assam im Nordosten ist vom Subkontinent Indien fast vollständig abgetrennt durch den Staat Bangladesh. Hier kommt es durch starke Zuwanderung aus anderen Teilen Indiens und aus den Nachbarstaaten - vor allem aus Bangladesh - immer wieder zu Spannungen. Teilweise betrug der Bevölkerungsanteil der Bengalen in Assam mehr als 50%. Tragfähige Strukturen für eine friedliche Koexistenz der vielen verschiedenen Völker müssen erst noch gefunden werden.

Indien ist zwar  – zumindest in den Metropolregionen – in den letzten Jahren zu einem treibenden Motor der Globalisierung geworden. Das rasante Wachstum fordert allerdings einen hohen Verbrauch von Energie und Wasser, und es erzeugt einen erheblichen Ausstoß klimaschädlicher Gase. Von den positiven Auswirkungen dieses Wachstums profitiert eine im Vergleich zur Gesamtbevölkerung kleine Mittelschicht in den Städten. Die Mehrheit lebt in Dörfern, und ihr Leben spielt sich in einem Radius von maximal 35 km um das Dorf herum ab. Gesellschaftliche und kulturelle Schranken schließen viele Bevölkerungsgruppen von jedweder Entwicklung aus. Hierzu gehören Fischervölker und die indische Urbevölkerung, die Adivasi und die Dalit, früher Kastenlose genannt.

Auch Krisen in der Teeindustrie betreffen große Teile der Bevölkerung. Der bislang arbeitsintensive Teeanbau steht vor einer radikalen Umstrukturierung durch Mechanisierung.

Geschichte

Zu Beginn des 20. Jahrhunderts sind Arbeitskräfte zu Hunderttausenden für die Teeproduktion im Nordosten Indiens angeworben und eingesetzt worden. Darunter waren auch etliche Gemeindeglieder der Jeypore-Kirche in Odisha. Die Arbeiterinnen und Arbeiter der Teegärten suchten nach einer neuen Heimat und fanden sich zu Gottesdiensten und Gebetsgemeinschaften zusammen.

Die neuen Gemeinden in Assam hielten die Verbindung zur Jeypore-Kirche aufrecht. Sie folgen bis heute ihrer liturgischen Tradition und nutzen weiterhin die Sprache Odiya in Gottesdienst und Alltag.

Der Zusammenschluss der Gemeinden führte 1985 zur Gründung der Evangelisch-Lutherischen Assam Kirche (Assam Evangelical Lutheran Church, AELC). Die heute knapp 8 000 Mitglieder leben weit verstreut über die Distrikte Darrang (17 Gemeinden), Lakhimpur (6 Gemeinden) und Sonitpur (14 Gemeinden).

Die Gemeindearbeit wird von zwei Pastoren und vielen ehrenamtlichen Mitarbeitenden geleistet. Seit dem Februar 2003 ist die Assam-Kirche eine von vier Diözesen der Evangelisch-lutherischen Kirche der Himalaya-Staaten (Evangelical Lutheran Church in the Himalayan States Evangelical, ELCITHS).

Kirche unterstützt Selbständigkeit

Die Assam-Kirche finanziert ihre Arbeit und Programme durch Eigenmittel ihrer Mitglieder und Gemeinden: In einigen Gemeinden wird der Zehnte gegeben. Jedoch sind die Ressourcen auf Grund der Armut der meisten Gemeindeglieder begrenzt. Ohnehin leiden die Menschen unter Verdienstausfällen, denn die Teegärten zahlen immer wieder über Monate keine Gehälter aus. Über Grundbesitz verfügen nur Wenige.

Die Assam Kirche ist darum bemüht, zusätzliche Einkommensmöglichkeiten für die Kirche zu erschließen. Sie ist auf Unterstützung angewiesen, um die Ausbildung in ihren Gemeinden zu fördern und die medizinischen Versorgung zu verbessern.

Assam

Zahlen und Fakten

  • Fläche: ca. 3,3 Mio km2
  • Bevölkerung: ca. 1,2 Mrd.
  • Staatsform: Parlamentarische Republik
  • Säuglingssterblichkeit: 5,1 %
  • Lebenserwartung: 65 Jahre (Männer), 67 Jahre (Frauen)
  • Analphabetenrate: 27% (Männer), 52% (Frauen)
  • Soziale Situation: ca. 25% der Gesamtbevölkerung sind von absoluter Armut betroffen.
  • Religion: große Vielfalt, wichtige Minderheiten sind Muslime (13%), Christen (2,3%), Sikhs (1,9%), Buddhisten (0,8%)
  • Bildungssituation:  schätzungsweise 8 Mio. 6-14-Jährige gehen nicht zur Schule

Direkter Kontakt

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Partnerkirche

Evangelical Lutheran Church in Himalayan States (ELCITHS)
Assam Diocese Jiaghabhoru (Missamari)
Sonitpur 784 506
Assam
India

Leitender Bischof der ELCITHS
Rt. Rev. Godwin Nag