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Die Jeypore-Kirche in Orissa

Länderinformationen

Orissa ist geprägt durch zwei Landschaftsformen: die bewaldeten Bergregionen (Ghats) und die Küstenstreifen. Viele Flussmündungen sorgen hier für einen fruchtbaren Boden. Odisha ist reich an Bodenschätzen, doch leider kommt dies den Menschen in der Regel kaum zu Gute. Indien ist zwar  – zumindest in den Metropolregionen – in den letzten Jahren zu einem treibenden Motor der Globalisierung geworden. Das rasante Wachstum fordert allerdings einen hohen Verbrauch von Energie und Wasser, und es erzeugt einen erheblichen Ausstoß klimaschädlicher Gase. Von den positiven Auswirkungen dieses Wachstums profitiert eine im Vergleich zur Gesamtbevölkerung kleine Mittelschicht in den Städten. Die Mehrheit lebt in Dörfern, und ihr Leben spielt sich in einem Radius von maximal 35 km um das Dorf herum ab. Gesellschaftliche und kulturelle Schranken schließen viele Bevölkerungsgruppen von jedweder Entwicklung aus. Hierzu gehören Fischervölker und die indische Urbevölkerung, die Adivasi und die Dalit, früher Kastenlose genannt.

Rohstoff-Abbau führt zu Vertreibung

Rund 70% der indischen Bauxitvorkommen liegen in Orissa. Riesige Vorkommen von Eisenerz, Kohle, Kalkstein u. a. kommen dazu. Den oft gigantischen Projekten zum Abbau der Rohstoffe und zur Energiegewinnung geht eine massive Vertreibung der ansässigen Bevölkerung voraus, verheerende Umweltschäden verschlechtern die Situation der Vertriebenen weiter. Sehr häufig gehen diese Vertreibungen ohne Kompensation einher, obwohl die Gesetze Kompensationen eigentlich vorschreiben.

Die Jeypore-Kirche

Die Jeypore-Kirche hat heute etwa 140.000 Mitglieder in knapp 1.000 Gemeinden und liegt im sogenannten Armenhaus Indiens, im Osten. Viele Mitglieder sind Adivasi und gehören zu den Armen in der Bevölkerung. Fast alle wohnen weit verstreut in den Dörfern und leben von Tagelohn oder vom Ertrag ihrer kleinen Felder. Andere ziehen in die Slums rasch anwachsender Städte.

Orte der Hoffnung

Kirchen und Gemeinden sind in Orissa für viele Menschen ein Ort der Hoffnung. Die Jeypore-Kirche setzt sich für die gesellschaftlich Benachteiligten ein. Sie hilft, den Kreislauf von Armut, Hunger, fehlender Ausbildung und neuer Armut zu durchbrechen.

Dafür unterhält sie Schülerwohnheime und Gesundheitszentren. Sie fördert die Aus- und Weiterbildung, ermutigt Frauen und fördert Kinder. Die Ausbildung eines Kindes im Wohnheim kostet knapp 8 Euro pro Monat. Die Ausbildung eines jungen Menschen zum Pastor bzw. zur Pastorin kostet an einer der führenden Hochschulen des Landes 50 Euro pro Monat.

In Zusammenarbeit mit anderen Kirchen kümmert die Jeypore-Kirche sich auch um theologische Ausbildung, das Training von Entwicklungshelfern und Entwicklungsprojekte. Darüber hinaus leistet sie Katastrophenhilfe.

Miriachamal

Schulgebäude zerstört

Heftige Monsun-Regenfälle hatten in der ostindischen Gemeinde Marichamal das Unterrichtsgebäude der Evangelischen Mittelschule am 15. September 2015 zum Zusammensturz gebracht. Die Kinder und die Lehrer waren zu dem Zeitpunkt nicht mehr im Gebäude. Die Schule von Marichamal ist für die Dörfer in dieser unterprivilegierten Bergregion besonders wichtig und leistet einen großen Beitrag zur Verständigung zwischen hinduistischen und christlichen Familien.

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Christliche Adivasi-Gemeinden der Jeypore Kirche

Alle vier Adivasi-Gemeinden gehören zum Kirchenkreis Sapta Moha. mehr...

Orissa

Zahlen und Fakten

  • Fläche: ca. 3,3 Mio km2
  • Bevölkerung: ca. 1,2 Mrd.
  • Staatsform: Parlamentarische Republik
  • Säuglingssterblichkeit: 5,1 %
  • Lebenserwartung: 65 Jahre (Männer), 67 Jahre (Frauen)
  • Analphabetenrate: 27% (Männer), 52% (Frauen)
  • Soziale Situation: ca. 25% der Gesamtbevölkerung sind von absoluter Armut betroffen.
  • Religion: große Vielfalt, wichtige Minderheiten sind Muslime (13%), Christen (2,3%), Sikhs (1,9%), Buddhisten (0,8%)
  • Bildungssituation:  schätzungsweise 8 Mio. 6-14-Jährige gehen nicht zur Schule

Direkter Kontakt

Partnerkirche

Jeypore Evangelical Lutheran Church (JELC)
Pohl & Bothmann Bhawan

Jeypore 764 001
Koraput District Orissa
India

Leitender Bischof
Rev. Julias Sontosh

Nachruf

Uwe Johannsen

Prof. Dr. Hans Grothaus erinnert an Uwe Johannsen. Er war Arzt am Christian Hospital Nowrangpur. 

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