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Diakonische Arbeit

Altenzentrum in Jerusalem

Viele alte Menschen leben heute in der Altstadt von Jerusalem hinter den Stadtmauern aus dem 16. Jahrhundert. Unter ihnen auch Mitglieder der kleinen arabisch-sprachigen lutherischen Gemeinde. Ihr Pastor, Ibrahim Azar, kennt jeden Winkel der Stadt. Als Seelsorger ist er täglich in ihren Gassen unterwegs und besucht die Familien seiner Gemeinde in ihren meist engen Wohnungen. Was er dort sieht und erlebt, ist allerdings oft bedrückend, denn die Altstadt wird immer mehr zum sozialen Brennpunkt. Betroffen sind vor allem die alten Menschen. Viele sind arm, die medizinische Versorgung ist schlecht.

Doch das größte Problem der alten Menschen ist ihre Einsamkeit. Viele junge Familien sind weggezogen, Freizeitmöglichkeiten gibt es so gut wie keine – vor allem nicht für Frauen. In dieser Situation hatte die Gemeinde die Idee, einige Räume der leer stehenden Martin-Luther-Schule in einen Treffpunkt für Senioren umzuwandeln. Schon früh am Morgen kommen die Ersten, trinken gemeinsam Kaffee, lesen die Zeitung, diskutieren oder spielen ein Brettspiel. Zweimal in der Woche kommt eine Krankengymnastin. Ein Sozialarbeiter hilft bei Antragsformularen und vielen anderen Alltagsfragen, mit denen die älteren Menschen nicht alleine zurechtkommen.

Außerdem gibt es Vorträge, Handarbeitsgruppen, Ausflüge, Gesundheitsberatung, Sprachkurse für Englisch und Hebräisch und vieles mehr. Das Zentrum zählt zwischen 50 und 130 Besucher täglich. Die Startphase des Projekts wurde von der EU bezuschusst. Jetzt ist es ganz auf Spenden angewiesen. Die Teilnehmenden zahlen zwar einen kleinen Eigenbeitrag, aber der reicht bei weitem nicht aus. Damit auch zukünftig ein Sozialarbeiter und eine Krankengymnastin für die alten Menschen da sein können, werden 1.500 Euro im Monat benötigt.