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Die Aufgaben und Themen

Weiß, angelsächsisch, protestantisch?

Auch wenn die Trennung von Kirche und Staat in den Vereinigten Staaten von Amerika als ein beinahe ehernes Gesetz gilt, ist Religion doch sehr in der Kultur des Landes verwurzelt. Lange Zeit wurde die dominante Identität der US-amerikanischen Bevölkerung – der kulturelle „mainstream“ – mit dem Akronym W.A.S.P. umschrieben: White, Anglo-Saxon, Protestant – also von weißer Hautfarbe, angelsächsischer Abstammung und protestantischem Glaubensbekenntnis.

Allerdings war diese Beschreibung schon früher unscharf. Ab dem 18. Jahrhundert kamen viele Migranten vom europäischen Kontinent ins Land. Zwar waren viele von ihnen protestantisch geprägt, doch war dieser Protestantismus anders als in den angelsächsischen protestantischen Richtungen stark lutherisch oder uniert oder reformiert orientiert.

Vom „Schmelztiegel“ zur „Salatschüssel“

Seit längerer Zeit ist die nordamerikanische Gesellschaft in einem rapiden Wandlungs- und Veränderungsprozess. Zu den dominanten Migrantengruppen gehören heute Asiaten und Latinos, die das Gesicht der US-amerikanischen Bevölkerung verändert haben und ihren Platz in der Gesellschaft suchen. Hinzu kommt die gewachsene Aufmerksamkeit für die auch sonst in der US-amerikanischen Gesellschaft präsente kulturelle Vielfalt, die lange unterdrückt worden war: die Rolle und Kultur der Afro-Amerikaner und der Indian-Americans.

Die USA sind schon lange nicht mehr der „Schmelztiegel“ (Melting Pot), der unterschiedliche kulturelle Identitäten aufgesogen oder in einem nordamerikanischen „mainstream“ eingeschmolzen hat. Es passt heute eher das Bild von einer „Salatschüssel“ (Salad Bowl): Unterschiedliche Identitäten bleiben als solche bestehen und tragen alle gemeinsam zum „Geschmack“ – also zur Kultur – des Landes und der Nation bei. Kulturelle Vielfalt wird so zu einer Herausforderung für die Kirchen, die sich heute um interkulturelle Öffnung bemühen.

Ein beherrschendes Thema für die Kirchen in den USA sind auch die sozialen Spannungen geworden: die Schere zwischen Arm und Reich, Arbeitslosigkeit, Perspektivlosigkeit von Jugendlichen sowie dringend notwendige Reformen bei Gesundheitsversorgung und Bildung.

Interkulturelle Öffnung und soziales Engagement

In dieser unübersichtlichen Situation haben die Kirchen ihren Ort und ihre Rolle zu finden. In bemerkenswerter Weise bemühen sie sich um interkulturelle Öffnung, soziales Engagement sowie darum, ihre Stimme in der Öffentlichkeit für die marginalisierten und an den Rand gedrängten Menschen – wie auch für die weltweite Gerechtigkeit – zu erheben. Dabei haben sie, wie etwa die Evangelisch-Lutherische Kirche in den USA, zum Teil selbst mit Spaltung und Abgrenzung – vor allem in der Frage der Bewertung von Homosexualität – zu kämpfen.

Direkter Kontakt

Jörn Möller
Leiter Ökumenische Beziehungen

+49 40 881 81 - 212

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Schwerpunkt Nordamerika

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