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China

Christen in China

China hat eine mehrtausendjährige Geschichte als Kaiserreich. 1912 dankte der Kaiser ab und es wurde eine Republik gegründet. 1949 rief die Kommunistische Partei Chinas (KPCh) nach erbittertem Bürgerkrieg die Volksrepublik China aus. Zunächst lehnte sich China an das sowjetischen Entwicklungsmodell an.

1966-1976 erschütterte die landesweite Kampagne der Kulturrevolution das Land und brachte es an den Rand des Zusammenbruchs. Seit 1978, dem Beginn der Reform- und Öffnungspolitik, hat sich China ökonomisch rasch entwickelt. Doch die Einkommensunterschiede zwischen Stadt und Land sind in den vergangenen Jahren enorm gestiegen. Das durchschnittliche Pro-Kopf-Einkommen in Städten wie Peking und Shanghai ist heute um ein Vielfaches höher als in den Provinzen der Westregion.

In China werden fünf Religionen offiziell anerkannt: Buddhismus, Daoismus, Islam, katholisches und protestantisches Christentum.  Etwa 92 Prozent der Bevölkerung sind Han-Chinesen. Darüber hinaus gibt es 55 Minoritätengruppen, die vor allem in den Westregionen des Landes leben.

Die Kirche in China wächst rasch. Hauptamtliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiten fehlen in fast allen Kirchen. Durch die Kulturrevolution war auch die theologische Ausbildung für mehr als zehn Jahre unterbrochen. Ehrenamtliche Mitarbeitende spielen hier eine entscheidende Rolle. Sie werden für ihre Tätigkeit an kirchlichen Fortbildungszentren wie zum Beispiel der Bibelschule in Nanning ausgebildet.

Nationaler Christenrat Chinas

Der Nationale Christenrat Chinas (CCC) wurde 1980 gegründet und hat sein Hauptbüro in Shanghai. Er nimmt innerkirchliche Aufgaben wahr und ist neben der Nationalen Drei-Selbst-Bewegung das wichtigste Leitungsgremium chinesischer Christinnen und Christen. Die Nationale Drei-Selbst-Bewegung wurde in den 1950er Jahren etabliert, um eine unabhängige Kirche in China zu schaffen. Der Chinesische Christenrat versteht sich vor allem als Serviceorganisation. Die Kirche in China sei auf dem Weg zu einer vereinten Kirche und der Christenrat kein autoritäres Organ.

Der Christenrat betreibt landesweit 22 Theologische Seminare und Bibelschulen. Darüber hinaus gibt es kirchliche Fortbildungszentren für ehrenamtliche Mitarbeitende, wie in der Autonomen Region Guangxi. Die Zahl der Kirchen und kirchlichen Treffpunkte im Bereich des Christenrates lag im Jahr 2006 bei 55 000.

Der Christenrat von Guangxi hat sein Büro in Nanning, der Provinzhauptstadt von Guangxi. In der Region leben etwa 100.000 evangelische Christen.

Die Amity-Foundation

1985 riefen Christen in China die Entwicklungshilfeorganisation und Amity Foundation ins Leben. Amity bot der chinesischen Kirche die Möglichkeit, kooperativ Verantwortung im gesellschaftlichen und diakonischen Bereich zu übernehmen und auch mit Kirchen in Übersee zusammen zu arbeiten.

Bis heute leistet die Amity Foundation nicht nur hoch kompetente Entwicklungsarbeit, sondern trägt auch entscheidend dazu bei, das Ansehen der christlichen Kirchen in China zu stärken. Eines der ersten Projekte Amitys war die Vermittlung von Lehrkräften aus Übersee. 

Das heutige Zentrum für Mission und Ökumene unterstützt seit 1985 die Arbeit von Amity. Diese Arbeit umfasst viele Bereiche: Aufforstungsprogramme gehören ebenso dazu wie eine starke diakonische Arbeit. So ermöglicht Amity u.a. gehörlosen Kindern in der Provinz Shandong den Schulbesuch.

Amity hat schon in vielen gesellschaftlichen Bereichen Chinas eine Vorreiterrolle gespielt. Beispielsweise entschied sich Amity in den frühen 1990er Jahren, vor allem im Westen Chinas Entwicklungsprojekte zu fördern. Die Stiftung reagierte damit früh auf die ungleiche Entwicklung eines reichen Küstenstreifens, der dem weiten, von Armut und mangelnder Infrastruktur geprägten Hinterland gegenüber steht. Amity gehört seit 2014 als beratende Organisation dem Economic and Social Council der UN an.

Ein Hauptthema Amitys im Bereich Medizin ist Aufklärungsarbeit zu HIV/AIDS. Auch hier hat Amity zu Ent-Tabuisierung beigetragen und bereits seit 1996 Aufklärungsprogramme durchgeführt.

Partizipation statt Ausgrenzung

Beteiligt an der Projektplanung und -durchführung sind stets die Menschen an der Basis, die von dem Projekt profitieren, sowie lokale Expert/inn/en und Regierungsvertreter. Von seinen Mitarbeitenden fordert Amity Mitgefühl, Engagement, Kompetenz und Kreativität. Amitys Vision für China ist „eine gerechte, wohlhabende, ökologische und zivile Gesellschaft“.

China

Zahlen & Fakten

  • Fläche: 9,6 Millionen km2
  • Bevölkerung: ca. 1,24 Mill.
  • Staatsform: autoritäres sozialistisches System unter Führung der Kommunistischen Partei Chinas( KPCh). Bis heute ist die politische Freiheit stark eingeschränkt und es existieren politische Gefangene.
  • Säuglingssterblichkeit: 6,92%
  • Lebenserwartung: 70 Jahre (Männer), 74 Jahre (Frauen)
  • Analphabetenrate: 10,1%
  • Soziale Situation: 2007 lebten knapp 35 % von weniger als 2 Dollar pro Tag.
  • Religion: Fünf Religionen werden offiziell anerkannt: Buddhismus, der Daoismus, der Islam, das katholische (13 Mio.) und das protestantische Christentum (offiziell 17 Mio., Schätzungen gehen von 40 Mio. aus.). 1980 kam es zur Gründung des Chinesischen Christenrates (CCC), der offiziellen Vertretung aller christlichen Kirchen im Land.

Direkter Kontakt

Spendenprojekt

Bilinguale Gehörlosenbildung in China

Bildung für alle - In den chinesischen Küstenprovinzen Shandong und Jiangsu gibt es nach wie vor ländliche Regionen, in denen die Bauern ein ärmliches Leben fristen. Noch schwieriger wird es für Familien, in denen ein Kind gehörlos ist und besondere Förderung benötigt.
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Partnerkirche

Nationaler Christenrat Chinas / China Christian Council
Jiujiang Street No. 219
200002 Shanghai
PR China

Präsident:
Gao Feng

Christian Council of Guangxi
Yongwu Rd No. 8 - 4
530022 Nanning City
Guangxi Autonomous Region
PR China

Präsident des Christenrats von Guangxi:
P. Wang Conglian