Nordkirche Weltweit

Das Pazifik-/Papua-Neuguineareferat

Die Aufgaben und Themen

Das Pazifik-/Papua-Neuguinea-Referat des Zentrums für Mission und Ökumene koordiniert die Beziehung der Nordkirche zur Evangelisch-Lutherischen Kirche in dem pazifischen Inselstaat. Das Zentrum unterstützt die Partnerkirche vor allem durch den Einsatz von Mitarbeitenden. Ein Pastor, ein Arzt, eine Diakonin und zwei Projektmanagerinnen arbeiten langfristig in den Strukturen Kirche mit. Gemeinden, Kirchenkreise und Gruppen, die eine Partnerschaft nach Papua-Neuguinea pflegen oder sich dafür interessieren, bekommen im Referat Rat, Begleitung und Fortbildung.

Das Zentrum für Mission und Ökumene fördert in Papua-Neuguinea soziale und diakonische Projekte, wie eine Mutter-Kind-Klinik, ambulante Gesundheitsvorsorge, die Aids-Aufklärung und die Ausbildung von Frauen. Außerdem werden in der Kiribati Protestant Church Klimaschutzprojekte unterstützt, wie zum Beispiel die Hilfsorganisation für Klimaflüchtlinge „Tulele Peisa“. In sozialen und diakonischen Einrichtungen der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Papua-Neuguinea können junge Erwachsene einen Freiwilligendienst und ein Stipendienprogramm absolvieren, das vom Zentrum für Mission und Ökumene vorbereitet und begleitet wird.

Für Gemeinden, Jugendgruppen oder Bildungseinrichtungen organisiert das Referat Vorträge, Lesungen oder Diskussionsrunden zu den Themen der weltweiten Ökumene, der interkulturellen Kommunikation, zur Klimagerechtigkeit oder entwicklungspolitischen Fragestellungen.

Die Entwicklung der Kirche

Der junge Staat Papua-Neuguinea wurde erst 1975 im Verbund des Commonwealth unabhängig.   In dem Inselstaat im Südpazifik leben ca. 6,3 Millionen Menschen auf einer Fläche von etwa 462.000 km2. Sie sprechen über 800 verschiedene Sprachen, und gut die Hälfte der Bevölkerung ist jünger als 20 Jahre.

Papua-Neuguinea ist besonders reich an Erzvorkommen - es gibt Gold, Kupfer und Nickel. Das Land hat aber auch fruchtbaren Boden, auf dem Kaffee, Tee, Holz und tropische Früchte wachsen. Für den Export bietet das eigentlich eine gute Basis. Ökologische Probleme - verursacht durch den Erzabbau - und fallende Rohstoffpreise auf dem Weltmarkt stehen jedoch einer sozial ausgeglichenen und zukunftsfähigen Entwicklung meist im Wege.

Viele Menschen in Papua-Neuguinea leben heute im Spannungsfeld einer Welt, die sich zunehmend der global ausgerichteten Rohstoffwirtschaft beugt. Dabei ernähren sich auf dem Land immer noch die meisten Menschen vom einfachen Ackerbau. Eine Volkszählung im Jahr 2000 zeigte, dass über 90 Prozent der Bevölkerung sich zum Christentum bekennt und einer der christlichen Kirchen angehört. Als zweitgrößte Kirche mit etwa 900.000 Mitgliedern und einem Anteil von 15% an der Gesamtbevölkerung ist die ELC-PNG die größte lutherische Kirche im pazifischen Raum. Die Kirche gliedert sich in siebzehn Kirchendistrikte, die der nationalen Kirche mit Verwaltungssitz in Lae zugeordnet sind.

Aktiv beteiligt sich die lutherische Kirche in Papua-Neuguinea an der politischen, sozialen und gesellschaftlichen Gestaltung des jungen Staates: Sie engagiert sich im Bereich Bildung und Gesundheit. Etwa 500 Schulen befinden sich in Trägerschaft der lutherische Kirche, dazu ein Lehrerausbildungszentrum, eine Fachschule für den administrativen Bereich sowie drei Predigerseminare. Eine lutherische Universität ist in Planung. In strukturell benachteiligten Gebieten betreibt die Kirche vier Krankenhäuser mit medizinisch-klinischer und präventiver Ausrichtung.

Dialog

Seit den 1980er Jahren gibt es in Papua-Neuguinea immer wieder Spannungen innerhalb der lutherischen Kirche mit pfingstlerisch geprägten charismatischen Gruppen. Um diese Spannungen abzubauen, hat die Kirche ein sehr erfolgreiches Dialogprogramm aufgebaut.

Arbeitsfelder:

  • Martin-Luther-Seminar: u.a. Förderung von Frauen in der theologischen Ausbildung
  • Evangelistenschule Kambaidam: Dialog- und Versöhnungsarbeit
  • Melanesisches Institut in Goroka: Interkulturelle Studien
  • Pazifisches College in Suva/Fidschi: Ökumenische Bildung
  • Dekade „Overcoming Violence, Schulung von Multiplikatoren
  • Braun Memorial Hospitalin Finschhafen, u.a. Aufklärung zu HIV/Aids und Tbc
  • Klimaschutzprojekte, u.a. mit dem Pazifischen Kirchenrat
Papua-Neuguinea

Direkter Kontakt

Zahlen und Fakten

  • Fläche: ca. 463 000 km2, plus 700 Insel-Atolle
  • Bevölkerung: ca. 6,2 Mio., mehr als 750 Ethnien
  • Staatsform: Parlamentarische Monarchie
  • Säuglingssterblichkeit: auf 1000 Geburten 43 Todesfälle
  • Lebenserwartung: 64 Jahre (Männer), 68 Jahre (Frauen)
  • Analphabetenrate: 36% (Männer), 49% (Frauen)
  • Soziale Situation: das Land belegt Platz 148 von 182 des Human Development Index und ist reich an Bodenschätzen. Ausländische Firmen beuten es durch Minen- und Bergbau aus
  • Religion: 95% Christen (Protestanten 60%, Katholiken 30%, Pfingstler 10%)

Überblick: Beziehungen in den Pazifik/nach Papua Neuguinea

  • Evangelisch-Lutherische Kirche in Papua-Neuguinea mit 17 Distrikten und 900 000 Mitgliedern

Wintersemester 16/17 „Gefährliche Orte für Frauen“

Gender Violence in Papua Neuguinea und West Papua (Indonesien) im Vergleich

Marion Struck-Garbe
Asien Afrika Institut
Abteilung für Sprachen und Kulturen Südostasiens
Edmund-Siemers-Allee 1, Flügel Ost
20146 Hamburg Raum 323 
Montags 18-20 Uhr
Start: 17.10. 2016

Partnerkirche

Evangelical Lutheran Church of Papua New Guinea

P.O.Box 80 Lae 411

Morobe Province Papua New Guinea

Leitender Bischof / Head Bishop:  Rev. Jack Urame

Spendenprojekt

Gesundheitsarbeit in Papua-Neuguinea

Die medizinische Versorgung in Papua-Neuguinea ist mit einem Arzt auf 20.000 Menschen die schlechteste in ganz Ozeanien.
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Klima-Kollekte

Vermeiden – Reduzieren – Kompensieren

Für alle Emissionen, die sich nicht vermeiden lassen, ermöglicht die Klima-Kollekte Ihnen durch freiwillige Kompensationen einen Beitrag zum Schutz des Klimas zu leisten.
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Förderung

Pazifik-Netzwerk e.V.

Das Pazifik-Netzwerk e.V. hat sich die Aufgabe gestellt, die politische, wirtschaftliche, ökologische und kulturelle Situation der pazifischen Inselstaaten einer breiten Öffentlichkeit im deutschsprachigen Raum bekannt zu machen.
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Kirchliche Presse in Papua-Neuguinea

Die Zeitung Wantok

Der kirchliche Verlag Word Publishing gibt die einzige Zeitung in Papua-Neuguinea heraus, die in der Landessprache Pidgin erscheint.
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