Ja, das ist heute unser Abendessen

Mittlerweile sind über 2 Wochen meines  Indienaufenthaltes  vergangen, und ich komme nachwievor kaum aus dem Staunen heraus. Ich dachte nach 2 Wochen hätte man sich langsam eingelebt…höhö, nix da! Aber fangen wir erstmal von vorne an…
 
Mit dem Sohn meines Mentors und ein paar anderen Familienmitgliedern entschieden wir uns recht spontan, einen netten Tag im nachbar Bundesstaat Arunachal Pradesh zu machen. Da wir aber mehrere Personen waren und nicht alle in das Auto passen würden, gab’s nur eine logische Lösung für das Problem: her mit dem Anhänger! Mit 2 Personen im Auto und 8 schließlich im Anhänger ging unsere kleine Reise los, auf die Frage warum neben mir ein lebendes Huhn sitzt bekam ich als Antwort, das dies unser Mittagessen für später sei…nun ja, immerhin: frischer geht es praktisch nicht. Die Fahrt alleine ließ bereits ahnen, was mich am Ende unserer Reise erwarten würde. Und schließlich am Ziel angekommen staunte ich nicht schlecht: Grüne, wolkenverhangene Berge, unzählige, kleine Bäche mit so sauberem Wasser, dass wir damit kochten und es tranken und weit und breit kein einziges Haus. Anders ausgedrückt: Hier war die Natur noch völlig in Takt. An einem der vielen Bäche  schlugen wir unser Lager auf. Wir hatten richtig Spaß, tranken Tee, kochten das Essen und blödelten ein bisschen im Bach herum, versuchten mit einem improvisierten Speer Fische zu fangen und gingen los um im Wald Feuerholz und frische Zitronen zu suchen. Man hatte mir nicht zu wenig versprochen. All das wurde schließlich noch dadurch abgerundet, dass wir auf dem Rückweg eine Elefantenfamilie aus sicherer Entfernung beobachten konnten und ich auf dem Autodach mitfahren durfte, was ,ehrlich gesagt, ziemlich cool war. Dass ich am Abend dann völlig erschöpft in mein Bett viel und einschlief ist selbsterklärend.
Doch die kommenden Tage sollten auch unangenehme Überraschungen für mich bereit halten…
so entdeckten wir während der Arbeit eines Tages ein Hornissennest. Das konnte da natürlich nicht bleiben, also Beschäftigten wir  ein paar Jungs (Vlt 15-16 Jahre alt) damit, sich darum zu kümmern. Auf fachmännische Art und weise wurde das Nest dann mal schnell  einfach abgefackelt. Als es von der Decke viel, merkten die Jungs das die Hornissen zwar tot waren, das eigentliche Nest aber noch in Takt war. Schnell begangen sie etwas aus dem Nest heraus zu ziehen und in eine Schale zu legen, nach kurzer Zeit war mir klar: sie zogen die Larven aus den Waben. Nach einer halben Stunden hatten wir eine ganze Schale voller Maden und nach einer vorsichtigen Nachfrage realisierte auch ich: ja, das wird  heute unser Abendessen. Fix mit Chili und Curry die noch lebenden Maden würzen, das ganze in Öl scharf anbraten und voilá: die kulinarische Spezialität ist fertig. Auf meine Frage: „And…that really tastes good?“ bekam ich nur ein „yeah, that’s really tasty!“. Mittlerweile weis ich, ich persönlich finde die nicht so tasty…aber andere Länder andere Sitten.
Zusammenfassend kann ich sagen, dass ich die Zeit hier sehr genieße. Ich erlebe unglaublich viel und freue mich, dass noch 4,5 Monate vor mir liegen!
 
 
 

Kommentare:

Lina
04.10.2018

Hey Jona, schön von dir zu hören. Ich bin gespannt auf welche Herrausforderungen du noch treffen wirst. Genieß die Zeit! :)

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