Klima-Projekt Tansania

Die Idee für das Wasserprojekt auf der Farm Malya entstand während eines Besuchs der Partnerschaftsgruppe aus Lübeck, die ihre Partnergemeinde in Igoma besuchte. Im Jahr 2017 besuchten Matthias Grottker und Dr. Anne-Christina Achterberg-Boness mit den Mitgliedern der Partnerschaftsgruppe die Farm.

Der Besuch zeigte deutlich, wie trocken das Farmgelände ist und wie sehr es sich ändern würde, wenn ein Wasserprojekt umgesetzt würde. Dieses Wasserprojekt sollte mehreren Zwecken dienen: Bereitstellung von Haushaltswasser für die umliegenden Haushalte, die geplante „Malya Lutheran Secondary School“ und das Tröpfchenbewässerungssystem. Darüber hinaus wurde der Schwerpunkt auf nachhaltige Mittel zur Wasserförderung und Bewässerung gelegt. Die Idee einer Windpumpe kam auf, das Wassergewinnungssystem für die Schule und eine Tröpfchenbewässerung zur Wassereinsparung wurden diskutiert.
Vom 06. bis 16. Nov. 2017 wurde von Sebastian Schlauß, Martin Strauß und Dr. Anne-Christina Achterberg-Boness ein Malya Water Survey durchgeführt. Die Ergebnisse der Umfrage wurden in der Vorstandssitzung der ELKT-ELVD diskutiert. Die Ergebnisse der Umfrage lieferten grundlegende Informationen für die Verwendung des Wassers für das Wasserprojekt in Malya. Damals war jedoch eine Windmessung geplant, um eine Entscheidung über die Frage zu treffen, ob eine Windpumpe oder eine Solarpumpe installiert werden sollte. Die Ergebnisse der Windmessung hätten jedoch ein Jahr gedauert, so dass der Antrag eine Solarpumpe für die erste Phase, einen Brunnen für die zweite Phase und neben der Sekundarschule eine eventuell zu bauende Windmahlzeit enthielt.
Inzwischen hat sich vor Ort viel getan. Das Wassersystem ist wie geplant in Betrieb und wird von Farmarbeit gepflegt. Anfang September richtete der Farmmanager eine Baumschule mit 6000 Bäumen (Mango, Zitrone, Moringa und lokale Sorten wie Michongoma und Papaya) ein, die das Wasser aus der Hauptleitung nutzt. Außerdem wurde ein etwa ein Hektar großer Garten mit Kohl, Amaranth, Karotten, Okra und Süßkartoffeln angelegt. Ein weiterer Hektar Bananenpflanzen wurde mit Bohnen, die mit dem Wasser aus dem Tank bewässert wurden, zwischengepflanzt. Auch die lebenden Zäune, die die Felder umgaben, waren nur durch den Wasserzugang möglich – Elefantengras und Brachygras wurden um die Felder herum gepflanzt, um zu verhindern, dass Schädlinge in die Cash Crops eindringen konnten.
Die Malya Lutheran Secondary School wurde zwar nicht eröffnet, aber das Regenwassersammelsystem wurde installiert und funktioniert – es wird von den Dorfbewohnern und dem Gärtner der Schule genutzt. Die Permakultur-Farm, die das Wasser aus dem Tank nutzt, floriert, und die erste Ernte wurde an die Kantinen in der Stadt Mwanza verkauft. Die Haushalte in der Umgebung der Malya-Farm nutzen das nahe gelegene Wasser für Haushaltszwecke, und die Entfernung zur Wasserquelle verringerte sich für die meisten Haushalte von bis zu drei Kilometern auf 500 m.

Projektpartner*innen

An dem Projektprozess waren mehrere Interessenvertreter beteiligt.
Aktiv beteiligt waren:

  • der Ausschuss für die Durchführung des Projekts von der ELKT-ELVD
  • Eng. Jesca Kisani, Eng. Mahubi, Adria Erasmi, Dr. Anne-Christina Achterberg-Boness, Lucia Marko, Dr. Peter Feleshi, Albert Kassa, (David Mbwambo und später Joygrace Shoo), Frau Rebecca Damas
  • die Mitglieder der Vorstandssitzung der ELKT-ELVD
  • Bischof Endrew Gulle, Weihbischof Oscar Lema, Tresurer Adria Erasmi, Generalsekretär Rogath Mollel, Joygrace Shoo
  • Judith Meyer-Kahrs vom Zentrum für Mission und Ökumene
  • das Team von Ingenieuren des Labors für Siedlungswasserwirtschaft und Abfalltechnik (SIWAWI) der TH-Universität zu Lübeck
  • Sebastian Schlauß, Martin Strauß, Jan Osten, Jascha Hödl, Ove Speil unter der Leitung von Prof. Dr. Matthias Grottker
    Betriebsleiter
  • Amos Kapinga (bis Sept. 2019)
  • Baraka Paul (ab Juli 2019)
    Zum Team, das an der Projektdurchführung arbeitete, gehörten Mitarbeiter der ELKT-ELVD in der Zentrale in der Stadt Mwanza. Auch der Durchführungsausschuss traf sich regelmäßig in der Zentrale zur Beratung und Entscheidungsfindung. Vor Ort beaufsichtigte der Betriebsleiter die Aktivitäten auf der Malya-Farm und erstattete dem Ausschuss und der Leitung der ELKT-ELVD Bericht. Judith Meyer-Kahrs koordinierte und beriet den Projektablauf vom ZMÖ in Deutschland aus, und Dr. Anne-Christina Achterberg-Boness koordinierte die Aktivitäten in Mwanza. Ein Team von Ingenieuren der FH Lübeck unter der Leitung von Prof. Grottger Grottker war an der Vermessung, technischen Planung und Überwachung während der Durchführung beteiligt.