Klimakampagne #klimaweltweit

Hin zur Landessynode im Februar 2022 initiiert das Zentrum für Mission und Ökumene mit seinen internationalen Partner*innen eine Kampagne zum Thema „Klimagerechtigkeit“ in den sozialen Netzwerken. Hier finden Sie regelmäßig Informationen, die das Thema aus verschiedenen Blickwinkeln beleuchten.

Die Evangelisch Lutherische Kirche in Norddeutschland (Nordkirche) hat sich auch institutionell dem Klimaschutz verschrieben. So wird beispielsweise bei Tagungen der Landessynode die CO2-Bilanz errechnet, Gemeinden bei klimaförderlichen Umbauten und Beschaffungen beraten und unterstützt.

Grußwort der Landesbischöfin zum Start der Kampagne

Landesbischöfin Kristina Kühnbaum-Schmidt eröffnete die Kampagne #klimaweltweit mit einem Grußwort:

„Geliehen ist der Stern, auf dem wir leben“

Weltweite Partnerschaften – sie sind ein Schatz unserer Nordkirche. Von unseren Geschwistern in den Partnerkirchen erfahren wir aus erster Hand, welche gravierenden Auswirkungen der Klimawandel für Sie hat, und zwar nicht irgendwann in ferner Zukunft, sondern bereits jetzt, heute, an jedem Tag. Denn die Klimakrise trifft vornehmlich unsere Partner*innen und die Menschen im Globalen Süden. Und sie schreitet immer schneller voran. Darauf hat nicht zuletzt der 6. Bericht des Weltklimarates im August 2021 eindringlich aufmerksam gemacht. Aber die Klimakrise, die unsere Partner*innen existentiell bedroht und viele Millionen Menschen zur Flucht zwingt, wird immer mehr auch zu unserer Realität. Und zur Realität aller kommenden Generationen. So haben wir auch in Deutschland in diesem Sommer eine Jahrhundertflut und extreme Waldbrände in Europa erlebt. Und im zurückliegenden Sommer wurden auf unserem Kontinent die höchsten jemals gemessenen Temperaturen registriert.

Landesbischöfin Kristina Kühnbaum-Schmidt pflanzt einen Apfelbaum im Breklumer Garten der Sinne

Wie eine bis zum Ende dieses Jahrhunderts um 3,0 Grad wärmere Welt aussehen würde, ob und wo ein Leben auf ihr lebenswert sein könnte, können wir uns heute nur ansatzweise vorstellen. Aber diese Vorstellungen sind alarmierend, zumal der Weg dorthin genau der ist, auf dem sich die Weltgemeinschaft derzeit trotz aller Zusagen befindet. Umso besorgniserregender ist es, dass auch die Ergebnisse der gerade zu Ende gegangenen Weltklimakonferenz in Glasgow wohl bei Weitem nicht ausreichen werden, um die Erderhitzung entsprechend dem Pariser Klimaabkommen auf unter 2 Grad, möglichst auf nicht mehr als 1,5 Grad zu begrenzen.

Die Klimakrise erfordert mehr denn je unser aller schnelles und entschiedenes Handeln zur Bewahrung von Gottes Schöpfung und in geschwisterlicher Verantwortung insbesondere für die Menschen im globalen Süden: Durch die finanzielle Unterstützung der von der Klimakrise am meisten betroffenen Länder und durch konkrete Umsetzung effektiver Klimaschutzmaßnahmen in den Verursacherländern zur Halbierung der weltweiten Treibhausgase bis 2030. Hier trägt Deutschland – als historisch sechstgrößter CO2-Emittent weltweit – eine große Verantwortung dafür, mit ambitioniertem Klimaschutz vorauszugehen. Als Mitglied der Klima-Allianz Deutschland unterstützen wir als Nordkirche daher die Forderungen der Allianz an die neue Bundesregierung im Blick auf effektive Klimaschutzmaßnahmen.

Was für die weltweite Staatengemeinschaft und für unser Land gilt, gilt ebenso für uns als Nordkirche: Wir müssen konsequenter und ambitionierter handeln als bisher! Denn auch unsere Klimaschutzmaßnahmen reichen bislang nicht aus. Deshalb steht bei den Beratungen der Landessynode im Februar 2022 eine Revision des Klimaschutzmaßnahmenplans der Nordkirche im Mittelpunkt. Viele best practice Beispiele aus unserer Kirche und von unseren Partnerkirchen machen Mut, entschlossen für verbindliche und ambitionierte Klimaschutzmaßnahmen einzutreten. Damit wir gemeinsam eine klimagerechte Nordkirche werden und in Solidarität mit unseren weltweiten Partner*innen und zukünftigen Generationen handeln. Auf dem Weg dazu begleitet mich ein Liedvers: „Die Erde ist des Herrn, geliehen ist der Stern, auf dem wir leben. Gebrauche deine Kraft. Denn wer was Neues schafft, der lässt uns hoffen. Vertraue auf den Geist, der in die Zukunft weist. Gott hält sie offen.

Churches for Future

„Gemeinsam für Gottes Schöpfung – Klimagerechtigkeit jetzt!“, heißt es auf dem Banner, das seit dem großen globalen Klimastreik am 24. September an der Fassade des Zentrums für Mission und Ökumene Position bezieht. Zusammen mit vielen Kirchen sowie kirchlichen und säkularen Akteur*innen setzt sich das Zentrum für Mission und Ökumene für wirksame Maßnahmen zur Begrenzung der globalen Erwärmung auf höchstens 1,5° C ein.

Walk und Churches for Future in HH (Foto: D. Gerstner)

Um die Aktionen zu bündeln unterstützt das Zentrum für Mission und Ökumene als Mitglied der Initiative Churches for Future die Ziele von Fridays for Future und ruft alle Gemeinden und kirchlichen Einrichtungen aus Hamburg und ganz Norddeutschland zum Engagement auf. Ulrike Eder, Bildungsreferentin bei der Infostelle Klimagerechtigkeit des Zentrums für Mission und Ökumene und Sprecherin der Initiative „Churches for Future Hamburg“ erläutert: „Die bisher beschlossenen Klimaschutzmaßnahmen reichen im Hinblick auf das 1,5-Grad-Ziel bei weitem nicht aus.“ Das zeigt auch der aktuelle Bericht des Weltklimarats IPCC: Bei der derzeitigen Entwicklung droht bereits 2030 – zehn Jahre früher als bisher prognostiziert – eine Erwärmung der Erdatmosphäre um 1,5 Grad Celsius.“ Damit erhöht sich die Gefahr, Kipppunkte im Klimasystems zu erreichen, wodurch es kaskadenartig zu starken und teilweise unumkehrbaren Veränderungen kommen könnte.

Klimagerechtigkeit international umsetzen

Neben verbindlichen Klimaschutzmaßnahmen braucht es Vereinbarungen zur Anpassung an den Klimawandel und deren solidarische Finanzierung. Aktuell treffen die Auswirkungen des Klimawandels am stärksten diejenigen, die am wenigsten oder gar nicht für ihn verantwortlich sind: Menschen in den Ländern des globalen Südens, unsere Mitgeschöpfe an Pflanzen und Tieren, sowie die künftigen Generationen. Deutschland gehört zu den weltweit größten Emittenten von Treibhausgasen, und steht – historisch gesehen – an sechster Stelle. Die Zeit ist reif, dass die Hauptverursacher des Klimawandels, also auch Deutschland, ihrer Verantwortung nachkommen und schnellstmöglich ihren Treibhausgasausstoß reduzieren.