La aventura comienza – Das Abenteuer beginnt

Mittlerweile sind schon zwei Wochen rum seitdem Ich hier in Buenos Aires gelandet bin und Ich gewöhne mich auch schon langsam an das Leben hier. Die ersten Busse und Taxen wurden herangewunken, die ersten Empanadas gegessen, der erste Mate Tee getrunken und das Umdenken in Pesos klappt auch langsam. Es ist einfach alles so anders. Es fing schon an als Ich den Flughafen das erste Mal verlassen habe. Obwohl es einen Zebrastreifen gab, wurde der Verkehr durch einen Mann geregelt, der auf dem ersten Blick einfach alles und jeden anpfeift. Manchmal hören die Autos und halten an, manchmal hupen die Autos einfach zurück und die Fußgänger werden angehalten. Geparkt wird sowieso in zweiter und dritter Reihe. Dann ging es endlich in die vorübergehende WG. Unsere WG liegt im barrio (Stadtteil) Flores. In der ersten Nacht waren wir noch zu acht, bis am nächsten Tag die restlichen Freiwilligen anreisten und wir auf einmal 13 waren. Es gab fünf Zimmer und sechs Betten. Es war also sehr kuschelig. Natürlich gab es aber mehr als genügend Matratzen, sodass jeder Platz zum Schlafen hatte. Die Wohnung war aber sehr schön und hatte sogar eine Terrasse und Heizungen in jedem Zimmer. Diese brauchten wir allerdings auch, da es doch schon recht frisch war. Durch die verschiedenen Persönlichkeiten meiner Mitfreiwilligen wurde es auch echt nie langweilig. Dass wir kein WLAN hatten ist Fluch und Segen zu gleich, denn obwohl wir gerne mehr Kontakt zu unserer Familie und unseren Freunden gehabt hätten, lernten wir uns sogar echt gut kennen und es half bestimmt auch dabei erstmal richtig in Argentinien anzukommen. Hier ist eins unser täglichen Abendbrot Selfies.

Außerdem gab es WLAN in der Subte (U-Bahn) und natürlich auch in der IERP. Die IERP ist die Iglesia evangélica del río de la Plata, also die evangelische Kirche am la Plata. Dort verbrachten wir so ziemlich den ganzen Tag, zumindest unter der Woche. Da wir ca. Eineinhalb Stunden zur IERP brauchten von unserer WG aus, sind wir teils echt von morgens um 7:30 bis abends um 19:30 unterwegs gewesen. Trotzdem waren die Einheiten sehr interessant und hilfreich für das kommende Jahr in den Projekten. Bei den Einheiten ging es um die Themen: Konsumverhalten und Auswirkung auf das Umfeld der Betroffenen, das argentinische Schulsystem und Arbeit mit behinderten Menschen. Davor ging es aber erstmal jeden Morgen los mit dem Spanischunterricht. Dieser ist allerdings nicht zu vergleichen mit dem aus der Schule, z.B. haben wir Umfragen auf der Straße gemacht um das Viertel Belgrano besser kennenzulernen, aber auch um erste Versuche der Kommunikation mit den einheimischen zu starten. Jedoch wurden wir entweder sofort unterbrochen oder wir wurden auf einmal von den Einheimischen befragt. Mein Favorit war allerdings als wir eine traditionelle „Chocotorta“ gemacht haben. Mit einem Kilo Dulce de Leche ist sie zwar nicht so gesund, aber gerade die Kinder lieben sie und ist deshalb auch bei fast jedem Kindergeburtstag zu finden. Der Kuchen hat so lecker geschmeckt, dass wir beschlossen haben sie unseren Mitfreiwilligen in Form einer Koch Show zu präsentieren. Dass wir dafür nochmal eine Chocotorta machen mussten hat uns allen sehr gut gepasst. Diesmal mussten wir allerdings für 65 Leute backen… Trotzdem war die Chocotorta ein Erfolg und ich hab von keinem gehört, dass sie nicht geschmeckt hat. Generell bin ich echt froh das Seminar gehabt zu haben, da ich dort echt tolle Leute kennengelernt habe und es einfach eine schöne Atmosphäre herrschte und man so selbstbewusster in die Projekte geht, da man weiß man ist nicht allein. An dieser Stelle ein großes Dankeschön besonders an Ricardo und Theresa, aber auch ans restliche Team der IERP.

An den Wochenenden haben wir uns die Stadt Buenos Aires angeschaut und sind zum „Plaza de Mayo“, zum Viertel „La Boca“ und zum Tigre Delta gefahren. Dabei haben wir uns ein wenig mit der Geschichte von Argentinien beschäftigt, da gerade der Plaza de Mayo ein wichtiger Ort war. Dort sind nämlich während und nach der Diktatur die Mütter und Großmütter der sogenannten „Desaparecidos“ (Verschwundenen) marschiert, in der Hoffnung Gewissheit über ihre Geliebten zu bekommen. In vielen Fällen wurden die Eltern ermordet und deren Kinder an andere Familien weitergegeben. Bis heute ist nur eine kleine Anzahl der Kinder gefunden worden. Die restlichen leben ohne zu wissen wer ihre wahren Eltern sind.
 
Aber erstmal genug mit ernsten Themen, der erste Blogeintrag soll fröhlich werden…
Deshalb schreibe ich jetzt von meinem neuen Haus. Ich bin gerade gestern in mein Haus gezogen, in dem ich das Jahr über wohnen werde und bin positiv überrascht. Ich glaube wir können uns das hier richtig gemütlich machen. Wir sind übrigens meine Mitbewohner und ich. Ich wohne hier mit vier anderen Mädels aus Deutschland zusammen, mit denen ich auch schon beim Seminar zusammen gewohnt habe, sodass wir uns schon mal ein bisschen kennenlernen konnten. Mein Zimmer ist auch sehr schön und vor allem groß! Ich habe sogar zwei Betten in meinem Zimmer stehen. Ich muss mich hier aber erstmal noch ein bisschen einrichten da es noch sehr schlicht aussieht, die ersten Fotos hab ich allerdings schon aufgestellt und die erste Nacht hab ich auch gut überstanden, außer kleiner Anfangsschwierigkeiten mit dem Wassertank auf dem Dach der über Nacht übergelaufen war, sodass wir um 3:30 geweckt worden sind. Jetzt müssen wir aber erstmal die Gegend erkunden und morgen beginnt dann mein erster offizieller Tag im Projekt. Einen Nachmittag hab ich mir das Projekt schon grob angeguckt und freue mich deshalb umso mehr auf Morgen.
Das wars auch schon fürs erste. Und wie man hier sagt „Un beso y que tengan un buen día“

 
 
 

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