Christliches und Muslimisches Leben in Deutschland

In der Deutschland gab es vor einigen Jahren einen öffentlichen Streit, der bis heute nachwirkt: 2006 war auf Initiative des Bundesinnenministers die erste „Deutsche Islamkonferenz“ zusammengekommen. Ihre Teilnehmer:innen sollten über den Stand und die Entwicklung muslimischen Lebens in Deutschland diskutieren und Vorschläge für eine stärke Verankerung von Muslim:innen im öffentlichen Leben machen. Der Minister eröffnete die Konferenz mit den Worten: „Der Islam ist Teil Deutschlands und Europas.“ Die Reaktionen darauf waren sehr unterschiedlich. In dem Buch 2010 erschienenem Buch „Deutschland schafft sich ab“ wurde ein sehr negatives Bild von Muslim:innen und muslimischer Kultur gezeichnet. Es wurden mehr als 1,5 Millionen davon Exemplare verkauft. Damit ist es eines der meistverkauftesten Sachbücher in Deutschland.

Foto: Amna Sayeed, pixabay

Im Oktober 2010 hielt der Bundespräsident daraufhin eine vielbeachtete und vieldiskutierte Rede. Kurz vorher hatte ihm ein afhganisch-stämmiger Fernsehproduzent in einem Brief von den Sorgen und Ängste muslimischer Immigrant:innen geschrieben und gesagt, dass seiner Ansicht nach der Islam zu Deutschland gehöre. Der Bundespräsident nahm diese Formulierung auf und sagte in seiner Rede: „Das Christentum gehört zweifelsfrei zu Deutschland. Das Judentum gehört zweifelsfrei zu Deutschland. Das ist unsere christlich-jüdische Geschichte. Aber der Islam gehört inzwischen auch zu Deutschland.“ Die Bundeskanzlerin versuchte in dem daraufhin erneut ausbrechenden Streit zu vermitteln. Sie verwies darauf, dass Deutschland zwar christliche und jüdische Wurzeln habe. Seit in den 1960 aber viele sogenannter „Gastarbeiter“ erst alleine nach Deutschland gekommen sind und später ihre Familien nachgeholt haben, gibt es „inzwischen natürlich Muslime in Deutschland“ und ihre Religion, der Islam, „gehört zu Deutschland. – Das ist so“. Leider haben ihre Worte nicht zu einer Beilegung des Streits geführt, ob ‚nur‘ die inzwischen ca. 5 Millionen Muslim:innen bzw. muslimischstämmigen Menschen in Deutschland zu diesem Land gehören oder auch ihre Religion.