Nordkirche Weltweit

Menschenrechte und Migration

Migration als Tatsache akzeptieren

Ungefähr 270 Millionen Menschen weltweit leben als MigrantInnen in einem Staat, der nicht ihre ursprüngliche Heimat ist. Mehr als 60 Millionen Menschen waren in 2015 auf der Flucht – mehr als jemals zuvor seit dem Ende des zweiten Weltkriegs. Auch wenn hier in Europa erstmals wieder mehr als 1 Million Flüchtlinge angekommen sind, bleiben dennoch die meisten Menschen auf der Flucht entweder im eigenen Land oder in grenznahen Regionen.

Immer noch verbleiben über 80 % in den Ländern des Globalen Südens. Die meisten von ihnen fliehen vor Gewaltkonflikten, Unterdrückung, Armut und Perspektivlosigkeit. Doch die Ursachen für Flucht werden vielfältiger. Zunehmend tragen z.B. klimabedingte Naturkatastrophen dazu bei, dass Menschen ihre Heimat verlassen müssen. Unsere Gesellschaft muss sich darauf einstellen: Grenzüberschreitende Migration gehört zur Normalität einer globalisierten Welt. Mit Blick auf die aktuell brisanten politischen und gesellschaftlichen Auseinandersetzungen um die Aufnahme von geflüchteten Menschen in Deutschland gilt: Wir sollten die Fluchtursachen bekämpfen, nicht die Flüchtlinge!

Menschenrechte als Kernanliegen kirchlichen Handelns

Mit dem Glauben an die Gleichheit aller Menschen vor Gott und an die in der Gottesebenbildlichkeit gründende unveräußerliche Würde des Menschen leistete die christlich-jüdische Tradition einen wichtigen Beitrag zur Entwicklung und Formulierung der Menschenrechte. Mittlerweile sind die Kirchen zu entschiedenen Verfechterinnen der Menschenrechte geworden, besonders dort, wo Menschenrechte gefährdet oder verletzt werden.

So formuliert die Nordkirche in ihrer Verfassung im Artikel I zum Wesen und Auftrag der Kirche: „Die Evangelisch-Lutherische Kirche in Norddeutschland tritt ein für Gerechtigkeit, Frieden und Bewahrung der Schöpfung sowie für die Wahrung der in der Gottesebenbildlichkeit gründenden Menschenwürde und der Menschenrechte in der Welt. Die Evangelisch-Lutherische Kirche in Norddeutschland wendet sich gegen alle Formen der Diskriminierung und fördert ein von Gleichberechtigung bestimmtes Zusammenleben der Menschen.“

Menschenrechte und Migration im Zentrum für Mission und Ökumene

© Dieses Bild ist urheberrechtlich geschützt,

Die Entwicklungspolitische Bildungsarbeit mit den Schwerpunkten „Menschenrechte und Migration“ umfasst zum Beispiel Angebote der Menschenrechtsbildung für verschiedene Zielgruppen, die Aufklärung über die Lebenslage von Flüchtlingen und Migrant_innen in unserer Gesellschaft und die Darstellung menschenrechtlicher Fragen in der Partnerschaftsarbeit der Nordkirche. Inhaltlich steht die Verschränkung der Themen Migration und Menschenrechte im Vordergrund der Arbeit.

So bilden beispielsweise weltweite Fragen von Flucht und Vertreibung, aber auch die Menschenrechte auf Gesundheit und Bildung hier lebender Migrant/inn/en Schwerpunkte. Gerechtigkeit ist dabei der leitende Maßstab. Außerdem ist die Beratung und Förderung von Migrant_innengruppen in ihrer eigenen entwicklungspolitischen Bildungs- und Vernetzungsarbeit Aufgabe dieses Referats. Dies geschieht im Rahmen des Förderprogramms für MigrantInneninitiativen und –organisationen „Gemeinsam für entwicklungspolitische Bildung“.

Nützliche Links

Arbeitsstelle Ökumene - Menschenrechte - Flucht – Friedensbildung der Nordkirche

Ökumenische Bundesarbeitsgemeinschaft Asyl in der Kirche 

Bundesarbeitsgemeinschaft PRO ASYL 

Arbeitsgemeinschaft Kirchliche Flüchtlingsarbeit Hamburg 

Serviceportal der ev.-luth. Kirche für Hamburg:
Vielfältige Unterstützungsangebote für Geflüchtete

Fluchtpunkt – Kirchliche Hilfsstelle für Flüchtlinge (Beratungsstelle in Hamburg)

Diakonisches Werk Hamburg, Migration / Integration 

Diakonisches Werk Mecklenburg-Vorpommern, Ökumenische Diakonie, Migration und Flucht

Diakonisches Werk Schleswig-Holstein, Flüchtlinge und Migranten

Direkter Kontakt

Laudatio für Sea-Watch-Org

Downloads

Materialien zum Thema:

Vortrag "Friedenslogik in der Flüchtlingspolitik" 
von Prof. Dr. Hanne-Margret Birckenbach, 14.6.2016 (pdf) 

Vortrag Fluchtursachen vom Oktober 2015
Bildungsmaterial-Übersicht