Klimawandel – was ist dran?

Ist der Klimawandel nun Fakt oder doch nur eine Verschwörung der linken Mainstream Medien, Umweltlobbyisten und vor allem der Regierung? Um diese Frage ein für alle Male zu beantworten, haben wir die 3 beliebtesten Argumente von den “Klimaleugner*innen” überprüft. 

1. Behauptung:

„Das Klima wandelt sich, solange die Erde existiert. Seit die Erde eine Atmosphäre hat, gibt es Kalt- und Warmzeiten.“

Diese Aussage stammt aus dem AFD-Grundsatzprogramm (S.79). Weitere Standpunkte von Parteien zum Thema Klimawandel findest du bei Klimafakten, wo diese mit dem Stand der Wissenschaft überprüft worden sind.

Warum gibt es überhaupt Warm- und Kaltzeiten?

Warm- und Kaltzeiten entstehen vor allem dadurch, dass die Erde beim Umkreisen der Sonne eiert. Das heißt, dass die Umlaufbahn kein  gleichmäßiger Kreis ist, sondern dass sich diese im Laufe von Jahrtausenden verschiebt (elliptisch). Das “Eiern” führt dazu, dass die Menge und Verteilung der einstrahlenden Sonnenenergie variieren, was wiederum zu Veränderungen des Klimas führt. 

Zudem verschieben sich die Kontinente über Jahrtausende. Wenn Pole von großen Landmassen umgeben sind, sammeln sich dort sehr große Eismengen an, die einen Großteil der Sonnenstrahlen reflektieren, sodass es kälter wird. 

Außerdem ist die Zusammensetzung der Atmosphäre von Bedeutung. Die Atmosphäre erwärmt sich je größer der Anteil der Treibhausgase (z.B. Kohlendioxid und Wasserdampf) ist. Das Gasgemisch kann durch Naturereignisse wie z.B. einem Vulkanausbruch kurzfristig verändert werden. Dabei werden winzige Teilchen hoch in die Luft geschleudert, die die Sonnenstrahlen reflektieren bevor sie die Erdoberfläche erreicht haben. Die hat zur Folge, dass die Temperatur kurzfristig sinkt. 

Unterschied zur heutigen Erwärmung:

Zum einen ist die Rate der heutigen Erwärmung deutlich höher als nach dem Ende der letzten Warmzeit. Während es damals mehrere Tausend Jahre gedauert hat, bis die Erde 1°C wärmer war, dauerte es heute nur rund 100 Jahre.

Zum anderen war in der Vergangenheit die Ursache der Erwärmung bzw. Abkühlung die veränderte Sonneneinstrahlung. Heute ist neben den natürlichen Faktoren, der CO2-Gehalt in der Atmosphäre innerhalb von 150 Jahren enorm angestiegen. Grund dafür ist die vom Mensch begonnene Industrialisierung. Dies bedeutet aber auch, dass der Mensch, den CO2– Gehalt in der Atmosphäre senken kann, sodass Folgen des Klimawandels (z.B. Überschwemmungen, Dürren) verhindert werden können.

1. Zusammenfassung:

Die Behauptung: Es gab schon immer Klimawandel und schon immer Warm- und Kaltzeiten ist zwar korrekt, aber das wichtige, was hier außer Acht gelassen wird, ist die rapide Zunahme von CO2 in der Atmosphäre und die heute schon extremen Folgen (Dürren, Überschwemmungen). Diese Zunahme kann nur mit der Industrialisierung erklärt werden. Somit ist der Mensch Hauptverursacher.

2. Behauptung

Es gibt keinen Konsens in der Wissenschaft.

Die Argumentation der Klimawandel-Leugner*innen

“Die Behauptung, 97% der Wissenschaftler*innen seien sicher, dass der Klimawandel menschengemacht und gefährlich ist. Die “Oregon-Petition” beweist, dass es Zweifel in der Wissenschaft bezüglich des Klimawandels gibt. Denn dort haben 31.000 Wissenschaftler*innen unterschrieben, dass sie den Klimawandel bezweifeln. Deshalb kann es keinen wissenschaftlichen Beleg für z.B. den Treibhauseffekt geben.”

Die Oregon-Petition:

Die Oregon-Petition wurde 1999 als Erklärung gegen das Kyoto- Protokoll veröffentlicht. Initiiert wurde sie von Frederick Seitz (Physiker, kein Klimaforscher). Er hat  mit seinem Namen und früheren Rolle als Präsident der National Academy of Sciences (NAS) für Unterschriften geworben. Diese verurteilt jedoch das Vorgehen, da sich Seitz´s Meinung stark von der Position der Wissenschaft unterscheidet und die Akademie betont, dass sie nicht an der Petition beteiligt sind und dem Inhalt widerspricht. 

Die Petition wird als Desinformationskampagne betrachtet, weil sie die Öffentlichkeit hinsichtlich der Erkenntnisse zur Klimaforschung und des wissenschaftlichen Konsens verwirrt. Problematisch bei der Petition ist vor allem, dass die Unterschriften größtenteils von Fachfremden stammen. Nach eigenen Angaben sind von den 31.000 Unterschriften lediglich 39 Klimawissenschaftler*innen (≈ 0,1%).

Quelle: http://www.petitionproject.org/qualifications_of_signers.php

Zudem hören sich 31.000 Wissenschaftler*innen im ersten Moment wie eine sehr große Zahl an, allerdings ist es verglichen zu den Klimawissenschaftler*innen, die pro Klimawandel argumentieren, verschwindend gering. Oder wie  John Oliver sagt: „I can´t hear you over the proof of scientific evidence.”

Der Weltklimarat: 

Der Weltklimarat (englisch: Intergovernmental Panel on Climate Change, kurz: IPCC) wurde 1988 von den Vereinten Nationen und dem Umweltprogramm der Weltorganisation für Meteorologie als zwischenstaatliche Institution gegründet. Er fasst den Stand der wissenschaftlichen Forschung zum Klimawandel zusammen, betreibt selbst aber keine Forschung. So wird die Grundlage geschaffen, Entscheidungen wissenschaftsbasiert zu treffen. Der Weltklimarat gibt keine Handlungsratschläge oder politische Empfehlungen. 

Zurzeit gibt es 5 Berichte, die in den letzten 30 Jahren veröffentlicht worden sind. An jedem Bericht arbeiten Tausende Wissenschaftler*innen unentgeltlich aus aller Welt. Die Aussagen werden begutachtet und schließlich in einem Konsens beschlossen. Unabhängige Untersuchungen kamen zu dem Ergebnisse, dass der IPCC einige Aspekte der globalen Erwärmung in der Vergangenheit eher unterschätzt hat. Ihre Prognosen sind eher konservativer und zurückhaltender,  um keine Angriffsfläche zu bieten. 

Alle Berichte kommen zu dem Ergebnis, dass der Klimawandel real ist und dass der Mensch hauptverantwortlich dafür ist.

2. Zusammenfassung:

Es wird möglicherweise immer wenige Wissenschaftler*innen geben, die den menschengemachten Klimawandel bestreiten. Die Frage ist aber, wie fachkundig sind diese und wie verlässlich sind ihre Einschätzungen.

3. Behauptung
“Die Forscher lassen sich von der Politik instrumentalisieren.”

Die Argumentation der Klimwandel –Leugner*innen: 

“Die Forscher*innen, die den Klimawandel begründen, werden von linken Politiker*innen und der Energiebranche bezahlt, die dadurch Macht sichern bzw.  höhere Energiepreise generieren bzw. rechtfertigen möchten.”

Mit dieser Argumentation werden die Klimaforscher*innen, die pro Klimawandel argumentieren, in ihrer Handlungsabsicht vorverurteilt. Der Anspruch dieser Wissenschaftler*innen ist es jedoch möglichst wertfreie Analysen des Zustandes des Klimasystems zu machen. In der Wissenschaft gilt es zu hinterfragen und Neues zu entdecken. Ansehen wird erlangt, wenn man gängige Theorien widerlegt. Wäre der menschengemachte Klimawandel ein Fehlergebnis, hätte dieser Mechanismus längst zur Korrektur geführt. Denn die Resultate und Studien sind öffentlich zugänglich und unterstehen somit einer ständigen Kontrolle. Es wird nicht mit “peer-reviewed” (Gutachten von unabhängigen Wissenschaftlern innerhalb desselben Forschungsgebietes) Forschungsergebnisse argumentiert, die den erhöhten CO2– Gehalt in der Atmosphäre ohne menschlichen Einfluss erklären könnten, da es diese nicht gibt. Außerdem führt die Leugnung des Klimawandels zu einem „Weiterso, der Beibehaltung des Status Quo, sodass weiterhin viel Geld in die Öl, Kohle- und Gasindustrie fließt. Dort befindet sich also viel Geld und somit auch eine machtvolle Lobby, die ein großes Interesse daran hat, den Klimawandel zu leugnen, um ihre Geschäfte nicht zu gefährden.

3. Zusammenfassung:

Es spricht nichts dafür, dass Wissenschaftler*innen den Klimawandel für Geld beweisen möchten. Im Moment wäre das Gegenteil für  Wissenschaftler*innen  deutlich lukrativer , das heißt zu beweisen, dass es den Klimawandel nicht gibt. Denn vor allem die Kohleindustrie hat daran ein großes Interesse, denn infolge der Klimadebatte verliert sie an Legitimität und somit auch Geld.

Zusammenfassung:

Der menschengemachte Klimawandel ist gesichertes Wissen.

In der Vergangenheit waren die Klimaveränderungen natürlichen Prozessen (z.B. Vulkanausbrüche, Erdumlaufbahn, Sonneneinstrahlung) verschuldet. Heute trägt der Mensch in einem Maße zur Veränderung der Atmosphäre bei, dass sich das Klima stark ändert. Da in der Wissenschaft nie eine 100%ige Sicherheit existiert, kann trotz „nur einer Einigkeit von 97%“ den Wissenschaftler*innen vertraut werden, die unabhängig und wissenschaftlich ihrer Arbeit nachgehen und den Klimawandel immer wieder neu belegen, verbunden mit immer dramatischeren Auswirkungen auf uns Menschen.

Da der Klimawandel vom Menschen verursacht wird, kann der Mensch ihn auch verhindern. Er kann also auch verhindern, dass Millionen Menschen und andere Lebewesen an den Folgen des Klimawandels sterben.  

Die Frage sollte also nicht mehr sein: “ Existiert ein menschengemachter Klimawandel?”, sondern:  “Was müssen wir als Weltgemeinschaft dagegen unternehmen?”.

Quellen:

https://www.klimafakten.de/meldung/was-sagt-die-afd-zum-klimawandel-was-sagen-andere-parteien-und-was-ist-der-stand-der

https://www.planet-schule.de/mm/die-erde/Barrierefrei/pages/Warum_gibt_es_Eis-_und_Warmzeiten_Natuerliche_Klimaveraenderungen.html#Warum_gibt_es_Eis-_und_Warmzeiten_Natuerliche_Klimaveraenderungen

https://www.nzz.ch/wissenschaft/klimawandel-forscher-antworten-auf-die-argumente-von-skeptikern-ld.1468011#subtitle-argument-1-es-gab-schon-immer-warm-und-kaltzeiten

https://www.klimafakten.de/behauptungen/behauptung-es-gibt-noch-keinen-wissenschaftlichen-konsens-zum-klimawandel

https://de.wikipedia.org/wiki/Intergovernmental_Panel_on_Climate_Change

http://www.petitionproject.org/qualifications_of_signers.php

https://correctiv.org/checkjetzt/2019/07/10/31-000-wissenschaftler-gegen-den-menschengemachten-klimawandel-diese-petition-hat-viele-schwaechen

https://www.klimafakten.de/behauptungen/behauptung-31000-wissenschaftler-oregon-petition-hypothese-klimawandel-menschgemacht-erderwaermung-falsch

https://www.klimafakten.de/behauptungen/behauptung-der-ipcc-betreibt-panikmache

https://www.klimafakten.de/behauptungen/behauptung-der-ipcc-ist-eine-politische-organisation

https://www.de-ipcc.de/119.php

https://scholarsandrogues.com/2009/08/02/152-oism-scientists-cant-be-wrong/

Interessante Links:

Kurzes Video von John Oliver zum Klimawandel

https://www.youtube.com/watch?v=cjuGCJJUGsg

Geschrieben von Sophia Wesenberg – Praktikantin – 04.12.2019

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