Projektarbeit

Das wollen wir erreichen: Klimaschutz konkret
Die Infostelle Klimagerechtigkeit unterstützt PartnerInnen bei der Entwicklung von Klimaschutzprojekten. Diese Projekte tragen zur Verringerung der CO2-Emissionen bei – entweder aufgrund der Nutzung erneuerbarer Energien oder durch den Einsatz energieefizienter Technologien. Gleichzeitig liefern sie einen Beitrag zur nachhaltigen Entwicklung vor Ort.
Alle Projekte planen wir gemeinsam mit PartnerInnen vor Ort, da, wo sie umgesetzt werden. Zu diesen PartnerInnen gehören Nichtregierungsorganisationen (NGO) und Partnerkirchen der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Norddeutschland.

Alle Projekte unterliegen zudem den Kriterien der Klima-Kollekte:
Klima-Kollekte

Kirche fördert Klimaschutzprojekte
Mit unserem Lebensstil verursachen wir einen erheblichen Schaden für das weltweite Klima. Der beste Beitrag zum Klimaschutz ist die Vermeidung und die Reduzierung von CO2-Emissionen. Wer unvermeidbare Emissionen an anderer Stelle ausgleichen will, kann den kirchlichen Ausgleichsfonds Klima-Kollekte nutzen.
In guter Gesellschaft
Gesellschafter sind Brot für die Welt – der evangelische Entwicklungsdienst, die evangelische Kirche in Deutschland, die Forschungsstätte der Evangelischen Studiengemeinschaften Heidelberg, Misereor und das Zentrum für Mission und Ökumene.
Das Besondere: der Ausgleich von CO2-Emissionen geschieht durch Klimaschutzprojekte kirchlicher Organisationen oder ihrer Partner in Ländern des globalen Südens und Osteuropa. Auch die Projekte der Infostelle Klimagerechtigkeit werden über die Klima-Kollekte unterstützt.
Verantwortung übernehmen
Die Klima-Kollekte bietet Organisationen, Gemeinden und Einzelpersonen, insbesondere aus dem kirchlichen Bereich, die Möglichkeit unvermeidbare CO2-Emissionen zu kompensieren. Pro ausgestoßener Tonne CO2 zahlen Sie einen festen Betrag. Mit diesem Geld führen die Gesellschafter gemeinsam mit Partnern vor Ort Emissionseinsparprojekte durch. Alle Projekte leisten nicht nur einen Beitrag zum Klimaschutz, sondern sie tragen auch zur nachhaltigen Entwicklung vor Ort bei.
Einfach Online gehen und Emissionen ermitteln
Auf der Website der Klima-Kollekte lassen sich mit einem CO2-Rechner die unvermeidbaren CO2-Emissionen, die durch den Verbrauch von Strom und Heizenergie, durch Mobilität (Flugzeug, Auto, Bahn, ÖPNV), Beschaffung und im Rahmen von Veranstaltungen entstehen, ermitteln und kompensieren.
Übernehmen Sie Verantwortung und tragen Sie zur Schadensbegrenzung bei:
www.klima-kollekte.de

Kompensation

Vermeiden – Reduzieren – Kompensieren
Mit unserem Lebensstil verursachen wir einen erheblichen Schaden für das weltweite Klima. Viele unserer Aktivitäten sind mit dem Ausstoß von Treibhausgasen verbunden. Ob beim Heizen oder Staubsaugen zu Hause oder unterwegs mit Flugzeug, Auto oder Bahn. Das Leben der Menschen ist ohne CO2-Ausstoß nicht vorstellbar. Der beste Beitrag zum Klimaschutz ist die Vermeidung und die Reduzierung von CO2-Emissionen.
Alternativen nutzen
Umweltfreundliche Verkehrsmittel wie die Bahn, der Wechsel zu einem Ökostrom-Anbieter oder der Einbau einer neuen Heizung bieten große Potenziale, CO2-Emissionen zu senken. Trotzdem werden immer Emissionen übrig bleiben, die nicht eingespart oder weggelassen werden können und die zum Klimawandel beitragen. Um den Schaden für das Klima so gering wie möglich zu halten, können Sie den unvermeidbaren Ausstoß klimaschädlicher Gase ausgleichen.
Unvermeidbare Emissionen kompensieren
Kompensation bedeutet: Eine bestimmte Menge an Treibhausgasen wird an einem Ort ausgestoßen. Dafür werden in einem Klimaschutzprojekt an anderer Stelle Emissionen mit der mindestens gleichen Klimawirksamkeit vermieden. Das Prinzip der Kompensation funktioniert, weil es für das Klima keine Rolle spielt, wo Treibhausgase ausgestoßen oder eingespart werden. Entscheidend ist die Konzentration von klimawirksamen Gasen insgesamt in der Atmosphäre. Das unterscheidet den Klimawandel von anderen, lokal begrenzteren Umweltproblemen wie beispielweise Wasser- oder Luftverschmutzung.

Kompensations-Quiz

Was bedeutet Kompensation? Was ist der Gold Standard? Und wieviel CO2 spart der Umstieg auf einen Ökostom-Anbieter ein? Testen Sie Ihr Wissen mit unserem Online-Kompensationsquiz!

Nachgewiesener Klimaschutz
Alle Projekte werden nach einem international anerkannten Standard für Klimaschutzprojekte entwickelt: dem Gold Standard for Voluntary Emission Reductions. Ihre Wirksamkeit wird dem Standard entsprechend überprüft und zertifiziert.
Additionalität
Alle Projekte werden eigens zum Zwecke der CO2-Kompensation umgesetzt. Sie entstehen zusätzlich zu anderen Projekten und Maßnahmen zur Nutzung erneuerbarer Energien in so genannten Entwicklungsländern.
Gezielte Hilfe
Alle Projekte werden auf ihren Beitrag zur nachhaltigen Entwicklung hin überprüft. Das heißt: Die ProjektentwicklerInnen müssen nachweisen, dass die Projekte eine unmittelbare Verbesserung der Lebensbedingungen der am Projekt beteiligten Menschen bewirken.
Eigenständigkeit fördern
Alle Projekte werden mit dem Anspruch entwickelt, dass die zukünftige Abwicklung allein in der Hand der ProjektpartnerInnen liegt.

Aktuelle Projekte
Nicaragua

Klimafreundlicher Kochen
Weniger Holz, Rauchentwicklung und CO2 – vom „Kochöfen-Projekt“, welches 2014 in ländlichen Gegenden Nicaraguas begann, profitieren das Klima und die Menschen vor Ort. Insgesamt wurden 276 Kochstellen in entlegenen Dörfern der Regionen Chinandega, Madriz und Carazo gebaut.
Jährlich können somit rund 600 Tonnen CO2 eingespart werden. Das Projekt wird von Mission Eine Welt in Kooperation mit der lutherischen Kirche in Nicaragua umgesetzt.

Situation der ländlichen Bevölkerung

Ein Drittel des Tropenwaldes wurde in den letzten 10 Jahren in dem ärmsten Land der Karibik zugunsten von Viehweiden und landwirtschaftlichen Nutzflächen abgeholzt. Als Folge kämpfen die Menschen zunehmend mit Wassermangel, weil der Grundwasserspiegel sinkt. Auch die Trockenzeiten nehmen aufgrund der klimatischen Veränderungen zu. Vor allem der Holzverbrauch zum Kochen fordert seinen Tribut: Auf dem Land sind offene Feuerstellen üblich; manchmal selbst noch in großen Städten. Jede Familie verbrennt dafür täglich 12,9 Kg Holz. Neben dem beschwerlichen Holzsammeln aber sind die offenen Kochstellen vor allem eines: extrem gesundheitsschädlich.

Vorteile der effizienten Kochstellen

Im Schnitt verwendet ein Haushalt rund 6 Kg weniger Brennholz, was der Abholzung der Wälder entgegenwirkt. Neben der Vermeidung von Abholzung und Emissionen sowie weniger Rauchentwicklung, verringert sich die Belastung der Frauen, die kein Feuerholz mehr sammeln müssen. Die neu gewonnene Zeit widmen die Frauen ihren Kindern oder bewirtschaften gemeinsam mit ihren Familien nahegelegene Felder. Außerdem entfallen die Rußpartikel, die bei dem Verbrennen von Holz entstehen, und somit verbessern sich die Luftqualität in den Häusern und damit die Gesundheit der Familien. Ein weiterer positiver Effekt sind die Arbeitsplätze, die durch den Bau und den Erhalt der neuen Kochstellen geschaffen werden. Dadurch können einzelne Teilnehmende am Projekt zusätzlich Einkommen generieren und ihren Lebensstandard steigern.

El Salvador

El Salvador ist in besonders gravierendem Maße vom Klimawandel betroffen. Das Klimaphänomen El Ninho verursacht regelmäßig massive Umweltschäden in der Region, sei es durch Starkregen und Überflutungen, die die Ernten zerstören, sei es durch Trockenheit, Hitze und Dürreperioden, die ebenfalls keine Ernteerträge zulassen. In diesem Sinne sind in El Salvador besonders Projekte wichtig, die im Mittelpunkt die Prävention der Folgen von Katastrophen und die Stärkung der Bio-Regional-Kulturen haben. Ein weiterer wichtiger Aspekt dieses Projektes ist es, den Menschen vor Ort, insbesondere den jungen Menschen, eine Arbeitsperspektive zu geben.

Das gesamte Projekt zielt auf Maßnahmen des Umweltschutzes, Förderung der Produktion landwirtschaftlicher Produkte und deren Kommerzialisierung sowie die Organisationsförderung in den beteiligten 11 Gemeinden in El Salvador. Die Gegebenheiten vor Ort legen den Bau von Gewächshäusern sowie ein angepasstes Bewässerungssystem nahe. Die geschlossenen Gewächshäuser ermöglichen den Anbau vielfältiger Pflanzen (Tomaten, Gurken, Paprika), um die Ernährungssouveränität zu verbessern und durch die Vielfalt der Gemüsesorten bestehenden Mangelerscheinungen entgegenzuwirken. Der Anbau in geschlossenen Gewächshäusern hat den Vorteil, Ernteverluste zu verringern, Bewässerung gezielt einzusetzen und den Befall durch Schädlinge gering zu halten. In den Gewächshäusern wird ein Bewässerungssystem angebracht, das wenn möglich durch einen Brunnen oder durch neu installierte Wassertanks betrieben wird. Die Wassertanks wurden in den Gemeinden errichtet, die über keinen Brunnen verfügen. Sie dienen dem Auffangen von Regenwasser und gewährleisten eine Bewässerung in Zeiten mit wenig Regen.
Mit dem Bau der Gewächshäuser steigt die Vielfalt der angebauten Gemüsesorten, der Einsatz von Pestiziden konnte massiv reduziert werden, der Befall von Schädlingen durch die geschlossenen Gewächshäuser ist gesunken und die Lagune kann dadurch vor Kontaminierung geschützt werden. Der Überschuss der Produktion kann über die Kooperative verkauft werden, die Lebensbedingungen verbessern sich, das wirtschaftliche Einkommen der Mitglieder der Kooperative steigt.

Träger des Projekts ist Oikos Solidaridad, eine Nichtregierungsorganisation (NGO), die diakonische und entwicklungsbezogene Aufgaben wahrnimmt. Sie arbeitet mit Basisgruppen, Kooperativen und kommunalen Organisationen im Osten El Salvadors zusammen. Oikos versucht mit seinen Projekten, neue soziale Chancen in der Gesellschaft zu entwickeln.
Das Projekt wird gefördert mit Mitteln des Kirchlichen Entwicklungsdienstes (KED) und Projektmitteln der Bingo Umweltlotterie.

Jordanien

Die Evangelisch-Lutherische Kirche in Norddeutschland (Nordkirche) fördert eine Solaranlage in der Ev.-Luth. Good Shepherd Gemeinde in Jordanien mit 60 000 Euro. Dies hat die Erste Kirchenleitung auf ihrer Sitzung beschlossen. Die Gemeinde der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Jordanien und im Heiligen Land, einer Partnerkirche der Nordkirche, spart damit bis zu 43 Tonnen CO2 im Jahr ein. Die Anlage entlastet sie von hohen Energiekosten und leistet einen vorbildlichen Beitrag zum Klimaschutz .
Mit der Solaranlage auf dem Dach der Kirche und des Gemeindehauses kann die Gemeinde ihren gesamten Strombedarf decken. „Derzeit machen die Stromkosten fast ein Drittel des jährlichen Budgets der Gemeinde aus. Die Solaranlage bedeutet eine große Entlastung. Gleichzeitig ist die Good Shepherd Gemeinde stolz darauf, Vorreiterin für eine nachhaltige Energieversorgung in Jordanien sein zu können“, erläuterte Hanna Lehming, Nahostreferentin im Zentrum für Mission und Ökumene in der Nordkirche.
Jordanien ist ein Rohstoff armes Land und daher zu 97% von Energieimporten abhängig, meist Erdöl und –gas. Rund 300 Sonnenstunden im Monat und eine hohe Strahlungsintensität bieten gleichzeitig sehr gute Voraussetzungen zur Nutzung von Solarenergie. „Innerhalb von drei Jahren wird sich die Anlage für die Gemeinde amortisiert haben, und zusätzlich übernimmt sie durch ihren Umstieg auf erneuerbare Energien eine Vorbildfunktion in ihrer Gesellschaft“, betonte Judith Meyer-Kahrs von der Infostelle Klimagerechtigkeit im Zentrum für Mission und Ökumene.
Die Good Shepherd Gemeinde in Amman hat etwa 400 Mitglieder und liegt im Zentrum der Stadt.

Hier können Sie die aktuelle Leistung der PV-Anlage verfolgen: