Menschenrechte und Migration

Ungefähr 270 Millionen Menschen weltweit leben als Migrant*innen in einem Staat, der nicht ihre ursprüngliche Heimat ist. Mehr als 60 Millionen Menschen waren in 2015 auf der Flucht – mehr als jemals zuvor seit dem Ende des zweiten Weltkriegs. Auch wenn hier in Europa erstmals wieder mehr als 1 Million Flüchtlinge angekommen sind, bleiben dennoch die meisten Menschen auf der Flucht entweder im eigenen Land oder in grenznahen Regionen.

Immer noch verbleiben über 80 % in den Ländern des Globalen Südens. Die meisten von ihnen fliehen vor Gewaltkonflikten, Unterdrückung, Armut und Perspektivlosigkeit. Doch die Ursachen für Flucht werden vielfältiger. Zunehmend tragen z.B. klimabedingte Naturkatastrophen dazu bei, dass Menschen ihre Heimat verlassen müssen. Unsere Gesellschaft muss sich darauf einstellen: Grenzüberschreitende Migration gehört zur Normalität einer globalisierten Welt. Mit Blick auf die aktuell brisanten politischen und gesellschaftlichen Auseinandersetzungen um die Aufnahme von geflüchteten Menschen in Deutschland gilt: Wir sollten die Fluchtursachen bekämpfen, nicht die Flüchtlinge!

Förderprogramm für Migrant*innen

Migrantinnen und Migranten können für ihre entwicklungspolitische Arbeit, für Aktivitäten zur Vernetzung untereinander, für Qualifizierungs- und Fortbildungsmaßnahmen für Migrant/inn/en oder bei Vereinsgründungen Zuschüsse vom Zentrum für Mission und Ökumene erhalten.
Anträge
Über die Anträge entscheidet dreimal jährlich ein Vergabeausschuss. Die Projekte dürfen erst nach der Bewilligung durch den Vergabeausschuss beginnen.

Die nächste Sitzung ist am 11.9.2020 – Antragseingänge bitte bis 1. September

Hinweis: Bitte beachten Sie, dass Anträge, die zu spät eingereicht (siehe Datum Antragseingang) werden, nur nachrangig beraten werden.

Die Anträge müssen 2 Wochen vor diesen Terminen eingegangen sein. Es werden Anträge bis zu einer Summe von maximal 2.500,- € gefördert. Antragsteller/innen sollten einen Eigenanteil beitragen. Dazu kann auch ehrenamtliche Arbeit gezählt werden („Valorisierung“). Kleinanträge bis zu 250 € können jederzeit mit drei Wochen Vorlauf gestellt werden. Nehmen Sie gerne Kontakt zu uns auf.

Menschenrechte und Migration in der Nordkirche

Die Nordkirche formuliert in ihrer Verfassung im Artikel I zum Wesen und Auftrag der Kirche: „Die Evangelisch-Lutherische Kirche in Norddeutschland tritt ein für Gerechtigkeit, Frieden und Bewahrung der Schöpfung sowie für die Wahrung der in der Gottesebenbildlichkeit gründenden Menschenwürde und der Menschenrechte in der Welt. Die Evangelisch-Lutherische Kirche in Norddeutschland wendet sich gegen alle Formen der Diskriminierung und fördert ein von Gleichberechtigung bestimmtes Zusammenleben der Menschen.“
Mit dem Glauben an die Gleichheit aller Menschen vor Gott und an die in der Gottesebenbildlichkeit gründende unveräußerliche Würde des Menschen leistete die christlich-jüdische Tradition einen wichtigen Beitrag zur Entwicklung und Formulierung der Menschenrechte. Mittlerweile sind die Kirchen zu entschiedenen Verfechterinnen der Menschenrechte geworden, besonders dort, wo Menschenrechte gefährdet oder verletzt werden.
Die Arbeit mit den Schwerpunkten „Menschenrechte und Migration“ umfasst zum Beispiel Angebote der Menschenrechtsbildung für verschiedene Zielgruppen, die Aufklärung über die Lebenslage von Flüchtlingen und Migrant*innen in unserer Gesellschaft und die Darstellung menschenrechtlicher Fragen in der Partnerschaftsarbeit der Nordkirche. Inhaltlich steht die Verschränkung der Themen Menschenrechte und Migration im Vordergrund der Arbeit. So bilden beispielsweise weltweite Fragen von Flucht und Vertreibung, aber auch die Menschenrechte auf Gesundheit und Bildung hier lebender Migrant*innen Schwerpunkte. Gerechtigkeit ist dabei der leitende Maßstab. Außerdem ist die Beratung und Förderung von Migrant*innengruppen in ihrer eigenen entwicklungspolitischen Bildungs- und Vernetzungsarbeit Aufgabe dieses Referats. Dies geschieht im Rahmen des Förderprogramms für Migrant*inneninitiativen und –organisationen „Gemeinsam für entwicklungspolitische Bildung“.