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Bischof Ulrich zu Gast auf Internationaler Reformationskonferenz in Riga

20.03.2017 | Lutherische Identität in Europa: Friedensstifter und Versöhner. Gemeinsam mit Europareferentin Christa Hunzinger ist Landesbischof Gerhard Ulrich in seiner Funktion als leitender Bischof der VELKD nach Lettland gereist.

Hannover/Riga – Verantwortung, Freiheit und Bindung an die Bibel – aus diesen Kernelementen lutherischer Existenz folgt ein klarer Auftrag für Frieden und Versöhnung in Europa, davon ist der Leitende Bischof der Vereinigten Evangelisch-Lutherischen Kirche Deutschlands (VELKD), Landesbischof Gerhard Ulrich (Schwerin) überzeugt: „Nicht Weltflucht ist es, wozu der Glaube uns anfacht, sondern Weltzuwendung. Die Völker sehnen sich danach, dass wir Zäune niederreißen und die Furcht vor dem Fremden ablegen“, sagte er im Rahmen der Internationalen Interdisziplinären Konferenz „Reformation in der heutigen Welt“ in Riga. In Europa sei Vielfalt von Anfang an Programm – historisch, kulturell, konfessionell und religiös. Gemeinsam mit Professor Wilfried Härle (Heidelberg), Professor Ralfs Kokins (Riga) und dem Erzbischof der Evangelisch-Lutherischen Kirche Lettlands, Jānis Vanags, nahm er am Freitag, 17. März 2017, an der Podiumsdiskussion zum Thema „Wer sind wir? Identitäten und Reformation“ teil.  

Mit der Reformation sei wieder deutlich geworden, dass jeder Mensch von Gott seine unantastbare Würde zugesprochen bekommen hat. Dies sei die Wurzel von Gleichberechtigung und christlicher Freiheit, und „dieser Freiheit haben wir in der Kirche Raum zu geben“. Im Blick auf das kontrovers diskutierte Thema der Abschaffung der Frauenordination in Lettland machte Landesbischof Ulrich deutlich, dass es „wegen der von Gott zugesprochenen Würde unabhängig von Geschlecht oder Herkunft nicht nur keinen Grund gibt, Frauen nicht zu ordinieren“, sondern dass es eine „Verletzung der Würde und eine nicht akzeptable Einschränkung der Freiheit eines Christenmenschen“ sei, Frauen die Ordination vorzuenthalten.  

Landesbischof Ulrich verwies deutlich auch auf die leidvolle Geschichte Europas im vergangenen Jahrhundert und auf die Schuld, die die Deutschen daran trügen. Er hob zugleich die Rolle der lutherischen Kirchen als Brückenbauer, Versöhner und Friedensstifter hervor – eine Aufgabe, die bis heute aktuell sei: „Europa ist für mich ein Raum der Versöhnung“.  

Die Internationale Interdisziplinäre Konferenz „Reformation in der heutigen Welt. 500 Jahre Reformation“ wird von der Universität Lettlands und der Deutschen Evangelisch-Lutherischen Kirche in Lettland veranstaltet. Am Wochenende macht auch der Europäische Stationenweg zum Reformationsjubiläum in Riga halt. 

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