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Aktuelle Pressemitteilung

Eine-Welt-Preis 2018 verkündet

27.01.2018 | Bildungsprogramme aus Hamburg und Kiel für eine offene und vielfältige Gesellschaft sind mit den Eine-Welt-Preisen der Nordkirche ausgezeichnet worden. Bischof Gothart Magaard und Synodenpräses Tietze würdigten den Einsatz der Gruppen und Initiativen für eine faire und gerechte Welt.

Die Gewinner des Eine-Welt-Preises 2018: Auf kreative, künstlerische, beteiligende und informative Weise haben sie globale Themen aufgegriffen. © Claudia Ebeling

Hamburg. Mit dem „Eine-Welt-Preis 2018“ der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Norddeutschland (Nordkirche) sind heute (26. Januar) in Hamburg Bildungsprogramme und -initiativen ausgezeichnet worden. Auf kreative, künstlerische, informative und beteiligende Weise haben sie globale Themen aufgegriffen: Menschlichkeit und Menschenrechte, Flucht und Grenzen sowie die Erfahrung, die eigene Umwelt gestalten zu können. 

„Im Herzen nimmt das Engagement seinen Anfang, das diese Welt verändert. So können wir hoffnungsvoll und begeistert sein über die vielen Menschen, vor allem Ehrenamtliche, die sich für eine fairere und zukunftsfähigere Welt einsetzen“, betonte Gothart Magaard, Bischof im Sprengel Schleswig und Holstein der Nordkirche, am Freitagabend in der Christianskirche in Hamburg-Ottensen. „Die Initiativen und Projekte, die sich beworben haben, machen deutlich, wo unsere gesellschaftlichen Herausforderungen liegen und legen den Finger in die Wunden unserer globalen Gesellschaft“, sagte der Präses der Landessynode, Dr. Andreas Tietze. Mehr als 50 Bewerbungen waren eingegangen.

Der mit 3.000 Euro dotierte erste Preis ging an das Programm „Momentaufnahmen – Von Bewegungen und Begrenzungen“ der „W3 – Werkstatt für internationale Kultur und Politik e.V.“ in Hamburg. Mit Aktionen, Ausstellungen, Theaterstücken vermittelte es historische und politische Zusammenhänge sowie persönliche Erfahrungen von Menschen auf der Flucht.

Mit dem zweiten Preis (2.000 Euro) wurde das dreiwöchige Programm „Weltwechsel: entwicklungspolitische Bildung in Mecklenburg-Vorpommern“ des Eine-Welt-Landesnetzwerkes ausgezeichnet. An mehr als 20 Orten fördert es modernes entwicklungspolitisches Denken und sensibilisiert bei über 100 Veranstaltungen Menschen für globale Zusammenhänge. 

Der Verein „Bunte Kuh“ erhielt 1.500 Euro und den dritten Preis für seine Projekte mit Lehm in Hamburger Stadtteil Wilhelmsburg, die über kreative Erfahrungen mit dem nachhaltigsten Baumaterial der Menschheit Naturerfahrungen und multikulturelle Begegnungen ermöglichten.

Bischof Magaard erläuterte bei der Vorstellung des Preises weiter: „‚Wenn du den Hungrigen dein Herz finden lässt …‘, lesen wir in der Bibel. Das Entscheidende geschieht nicht im Kopf, sondern im Herzen. Ich bin dankbar für die vielen Berührungspunkte und Begegnungen zwischen unserer Kirche und den vielen anderen politisch und gesellschaftlich Engagierten. Mit dem Eine-Welt-Preis wollen wir in das Bewusstsein in die Öffentlichkeit tragen, wie groß das – vor allem ehrenamtliche – Engagement für die Eine Welt in unseren Kirchen und unserer Gesellschaft ist, zur Weiterarbeit ermutigen und zur Nachahmung anregen."

„Wir dürfen uns mit dem Reden über Gerechtigkeit nicht zufriedengeben, sondern müssen als Kirche gerade ‚das Beten und Tun des Gerechten‘, wie Dietrich Bonhoeffer die Aufgabe der Kirche beschreibt, fördern. In der Verteilung der Ressourcen, im Bildungsbereich, in der sozialen Situation von Geflüchteten oder in der Auswirkung des Klimawandels auf Entwicklungsländer liegen unsere größten Herausforderungen als Gesellschaft. Der  Eine-Welt-Preis stärkt hier besonders das ehrenamtliche Engagement, um sich für mehr Gerechtigkeit einzusetzen“, betonte Präses Tietze.

Einen Ehrenpreis verlieh die Jury an die Regionalgruppe Hamburg der „Kampagne für saubere Kleidung“ für ihr mehr als 20-jähriges Engagement, um Missstände in der Textil- und Bekleidungsproduktion anzuprangern. Ein „Start-up-Preis“ ging an das „Zentrum für Empowerment und Interkulturelle Kreativität - ZEIK“ in Kiel. Sein Team, dem auch Geflüchtete angehören, gibt Neuankommenden Energie und Hoffnung und eröffnet ihnen Chancen, sich in das kulturelle Leben in Kiel einzubringen.

Der Eine-Welt-Preis wurde 1996 ins Leben gerufen und seitdem alle zwei Jahre vergeben. Den Preisträgern wird traditionell eine geschnitzte „Goldene Giraffe“ überreicht. Mit dem Preis werden Gruppen und Einzelpersonen aus Hamburg, Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern geehrt, die sich mit Phantasie, Hingabe und Kreativität für mehr Gerechtigkeit in der Welt einsetzen und dabei etwas Beispielhaftes und Neues geleistet haben. Über die Vergabe der Preise entscheidet eine Jury, der Mitglieder der Kirchenleitung, der Landessynode und Fachleute der Entwicklungszusammenarbeit angehören. Die offizielle Verleihung erfolgt durch Präses Andreas Tietze auf der Tagung der Landessynode am 2. März in Lübeck-Travemünde.

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