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Frauengruppe aus Indien zu Gast

13.09.2018 | Women on the Move: Sechs Frauen aus der indischen Jeypore-Kirche werden drei Wochen lang die Frauenarbeit in der Nordkirche kennen lernen und gemeinsam mit Pastorinnen sowie Bischöfin Fehrs über Leitung, Selbstverständnis und Rollen in Kirche und Gesellschaft diskutieren.

Mit dem Programm "Women on the Move" reist eine Delegation von Frauen aus der indischen Jeypore-Kirche drei Wochen lang durch die Nordkirche. Es geht um Rollen in der Gesellschaft, Leitung, Genderfragen und Gerechtigkeit. Auch ein Treffen mit Bischöfin Kirsten Fehrs stand auf dem Programm. © Susanne Gerbsch

Hamburg/Breklum - Vom 16. bis zum 30. September 2018 wird eine Delegation indischer Frauen bei der Nordkirche (Evangelisch-Lutherische Kirche in Norddeutschland) zu Gast sein. Der Besuch findet statt im Rahmen des Projekts „Women on the move“. Mit „Women on the move“ soll künftig auch die Frauenarbeit mit der Evangelisch-Lutherischen Jeypore-Kirche, einer Partnerkirche der Nordkirche, stärker vernetzt werden. „Für uns ist dieser Name mit vielen Bedeutungen gefüllt: Wir wollen miteinander unterwegs sein und uns gegenseitig unterstützen. Und wir verbinden uns damit mit dem weltweiten lutherischen Frauennetzwerk WICAS, Women in Church and Society“, so Julia Lersch vom Frauenwerk der Nordkirche.

„Ich freue mich sehr, dass dieses Vorhaben nun realisiert werden kann und wir in enger Kooperation mit dem Indienreferat des Zentrums für Mission und Ökumene das Projekt „Women on the move“ auf den Weg gebracht haben“, sagt Ulrike Koertge, Leiterin des Frauenwerks der Nordkirche. „Es versteht sich als gemeinsamer Weg, den Frauen aus der Nordkirche und der Jeypore-Kirche miteinander gehen. Wir lernen voneinander, erhalten neue - bestimmt oft überraschende - Einblicke und Einsichten und zahlreiche Impulse, die uns in unseren jeweiligen Arbeits- und Lebenszusammenhängen bereichern werden.“ 

Bereits im Sommer 2014 war der Direktor des Zentrums für Mission und Ökumene Dr. Klaus Schäfer, an das Frauenwerk der Nordkirche mit der Einladung herangetreten, sich am ökumenischen Prozess „Interkulturelles Lernen und Friedensförderung“ zu beteiligen. „Es ist wunderbar, dass Frauen aus Indien und der Nordkirche sich gemeinsam auf den Weg machen. Für die Frauen in Indien, die in Kirche und Gesellschaft immer noch und immer wieder um Achtung und Anerkennung ringen, ist eine solche Begegnung eine Stärkung; für uns hier sind Gespräche Augenöffner und Horizonterweiterung,“ so Schäfer.

Die Leitung der indischen Delegation hat Nivedita Gorda, Beauftragte für Frauenarbeit der Jeypore-Kirche (JELC) und eine der wenigen Pastorinnen in Indien. In den ersten Tages des Besuchs werden die sechs Frauen verschiedene Orte innerhalb der Nordkirche kennenlernen. So ist ein Besuch bei Bischöfin Kirsten Fehrs in Hamburg geplant, eine Station im Genderzentrum der Hansestadt, in Stralsund Begegnungen mit dem Ausschuss für Frauenarbeit und mit Schwestern des Schwesternheimathauses, ferner Besuche in Kiel, im Frauenwerk der Nordkirche, in Rendsburg sowie in Breklum.

Hier, im Christian-Jensen-Kolleg, wollen die indischen Gäste gemeinsam mit Frauen aus Deutschland verschiedene Themen erarbeiten wie Fragen zum Frauen- und Menschenbild in der Gesellschaft, Rechte für Frauen und den Umgang mit Gewalt, der für viele Frauen in Indien noch immer zum Alltag gehört.

Auf den Besuch in diesem Jahr soll in zwei Jahren eine Kirchenkonsultation in Breklum folgen. „Darauf sind wir sehr gespannt“, so Ulrike Koertge. „ Die Frauenarbeit ist ein starker zielgruppenspezifischer Zweig der partnerschaftlichen Zusammenarbeit. Ihr wird 2020 ein entsprechender Raum eingeräumt und wir werden Gelegenheit finden, unsere gemeinschaftlichen Lernergebnisse in einem breiten Rahmen zu veröffentlichen.“. Dazu gehören neben Bibelarbeiten und Fragen .

Die Inderinnen werden auch im Rahmen von Hospitationen die Frauenarbeit in der Nordkirche praxisnah erleben. Geplant ist ein Treffen mit Maria Jepsen, der weltweit ersten lutherischen Bischöfin. Zum Abschluss wird in Hamburg im Rahmen des Indien-Partnerschaftstages am 29.9. ein Frauenmahl geben. „Für indische Frauen scheint unsere Gesellschaft ein wahres Paradies zu sein“, so Katja Zornig, Pastorin und Vorsitzende des Indienausschusses im Zentrum für Mission und Ökumene. „Doch auch wir haben noch lange keine Gleichberechtigung erreicht.“

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