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US-Gelder gestrichen: Friedensinitiative Parents Circle betroffen

12.02.2019 | Die israelisch-palästinensische Organisation ist seit vielen Jahren ein Partner. Bereits mehrfach waren Vertreter der mit internationalen Menschenrechtspreisen ausgezeichneten Initiative in der Nordkirche zu Gast, um über ihre Arbeit zu berichten.

© Copyright: Lihee Avidan

Hamburg/Tel Aviv/Beit Jala (ce) – Die US-Regierung hat die amerikanische Agentur für Internationale Entwicklung, USAID, angewiesen, Unterstützung für Organisationen einzustellen, die grenzüberschreitend mit Israelis und Palästinensern zusammenarbeiten. Dies berichtet die israelisch-palästinensische Friedensinitiative „Parents Circle – Families Forum“ (PCFF), mit der die Evangelisch-Lutherische Kirche in Norddeutschland seit vielen Jahren zusammenarbeitet und die ebenfalls betroffen ist. Hintergrund sei, dass der Druck auf die Palästinensische Autonomiebehörde erhöht werden soll, das amerikanische Friedensprogramm zu akzeptieren. „Seit mehr als 10 Jahren fördert USAID die israelisch-palästinensische Friedensarbeit. Der Initiative fehlt jetzt ein Viertel ihres ohnehin knappen Etats, Mitarbeitende mussten bereits entlassen werden“, erläutert auch Hanna Lehming, Referentin für den Mittleren Osten im Zentrum für Mission und Ökumene in der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Norddeutschland (Nordkirche). Das Werk unterstützt die Arbeit der Organisation seit vielen Jahren, bereits mehrfach waren Vertreter aus Israel und Palästina in der Nordkirche zu Gast, um über ihre Versöhnungsarbeit zu berichten.

„Unsere Mitarbeiter setzen sich dafür ein, Räume für den Dialog zu schaffen, in denen sich die Teilnehmer sicher fühlen. Sie bewirken ein tiefes Engagement der Beteiligten und intensive Diskussionen. Der PCFF hat in den vergangenen zehn Jahren eine intensive Partnerschaft mit USAID aufgebaut, um Friedens- und Versöhnungsprojekte umzusetzen. Die sofortige Einstellung dieses Programms ist verheerend und die Konsequenzen für unsere Organisation sind einschneidend“, heißt es in einer Mitteilung der Initiative, die am Dienstag dem Zentrum für Mission und Ökumene vorlag.

Im Parents Circle – Families Forum (PCFF) haben sich seit 1995 mehr als 600 israelische und palästinensische Familien zusammengeschlossen, die Kinder oder enge Familienangehörige durch den Konflikt zwischen ihren Völkern verloren haben. Den Mitgliedern geht es neben der unverzichtbaren Trauerarbeit auch um den Abbau von kulturellen und historischen Vorurteilen auf beiden Seiten, die der gegenseitigen Verständigung im Weg stehen. Der PCFF hat zahlreiche internationale Menschenrechtspreise erhalten. Im Jahr 2010 wurde die Initiative in Berlin durch Kanzlerin Angela Merkel mit der „Goldenen Medaille für Verdienste um Versöhnung und Verständigung unter den Völkern“ ausgezeichnet. 

Der Parents Circle ist ein Spendenprojekt. Weitere Informationen hier...

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