Nordkirche Weltweit

Was ist Heimat? Ist sie dort, wo man herkommt? Ist sie dort, wo man verstanden wird und dazugehört? Und überhaupt, ist Heimat vielleicht nur ein Konstrukt nach dem Motto: Wann wird es endlich wieder so, wie es noch nie war? Was bedeutet Heimat in einem Einwanderungsland wie Deutschland? Was bedeutet es für die, die kommen? Wer bestimmt eigentlich, was Heimat ist?

War der Begriff durch den Missbrauch des Naziregimes zu einem Unwort geworden, kommt er einem seit einigen Jahren von allen Seiten entgegen. Kaum ein Wort ist so vielschichtig und ideologisch aufgeladen. Was kann das Wort bedeuten, wenn das Wort „Heimat“ niemanden mehr bedroht und gegen niemanden verwendet wird? Was Heimat letztlich ist, wird in diesem Heft nicht geklärt werden können.

Es kann nur Aspekte beleuchten. Für viele ist Heimat untrennbar mit dem Ort verbunden, an dem sie aufgewachsen sind, wie für Maiyupe Par aus Papua-Neuguinea. Zur Heimat gehören aber auch Rituale, Sitten und Gerüche und nicht zuletzt auch eine Fülle von Geschichten, die von glücklichen oder weniger glücklichen Momenten erzählen. Heimat ist also auch immer etwas sehr Individuelles. Für Emmaculate Okwach aus Kenia ist Heimat dort, wo sie sich zugehörig und willkommen fühlt und der indische Arzt John Oommen fühlt sich dort zuhause, wo er sich nicht schützen muss.

Je länger man darüber nachdenkt, umso undeutlicher und luftiger wird die Bedeutung von Heimat. Im Christentum, so Friedemann Magaard, ist Heimat eine Gabe Gottes und vor allem ein Begriff der Sehnsucht. „Wir haben hier keine bleibende Stadt, sondern die zukünftige suchen wir“, heißt es dort. Wie Ernst Bloch im Prinzip Hoffnung formuliert, ist Heimat demnach auch etwas, „was allen in die Kindheit scheint, und worin noch niemand war“.

Ich wünsche Ihnen gesegnete Weihnachtstage und ein gutes neues Jahr.

Ihre Ulrike Plautz

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weltbewegt

Die Zeitschrift „weltbewegt“ thematisiert Inhalte  aus Ökumene, Theologie, Kirche, Gesellschaft und Kultur und beleuchtet sie im internationalen Kontext. Mit Reportagen, Interviews und Hintergrundberichten möchte das Magazin über die aktuellen Gegebenheiten und Perspektiven in Ländern Afrikas, Asiens, Amerikas, Europas und dem Pazifik informieren. Weiterer Schwerpunkt von „weltbewegt“ sind Berichte aus den Partnerkirchen der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Norddeutschland. So bietet die Zeitschrift ein Forum für Beiträge von Autorinnen und Autoren aus den betreffenden Staaten und Regionen und ist eine Plattform für den interkulturellen und interreligiösen Dialog.

Die Zeitschrift „weltbewegt“ erscheint vierteljährlich. Als Nachfolgerin der „nm“ steht sie in der Tradition des „Breklumer Sonntagsblattes fürs Haus“ und damit für eine  mehr als 100-jährige Geschichte.

Herausgeber und Verleger: Zentrum für Mission und Ökumene – nordkirche weltweit, Breklum und Hamburg. Direktor: Dr. Klaus Schäfer (V.i.S.d.P.).

Adresse: Agathe Lasch-Weg 16, 22605 Hamburg, Tel. 040 88181 – 0, E-Mail: info@nordkirche-weltweit.de.

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