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Konfirmanden-Aktion 2013

Indiens Wirtschaft

Wirtschaftliche Entwicklung erreicht nicht alle

In Indien leben rund 1,2 Milliarden Menschen. Indien ist nach China das bevölkerungsreichste Land der Erde. 70 Prozent der Menschen in Indien leben auf dem Land. Es belegt Platz 134 des Human Development Index (HDI), der den Entwickungsstand aller Länder auf der Erde beurteilt: Die wirtschaftliche Entwicklung, aber auch die Lebenserwartung der Menschen sowie ihre Gesundheits- und Bildungssituation. Insgesamt gibt es 182 Plätze. Platz 134 bezeichnet also einen relativ niedrigen Entwicklungsstand.

Zum Vergleich: Deutschland hat 82 Millionen Einwohner und belegt Platz 18 des HDI-Index. In Deutschland lebt nur 20 Prozent der Bevölkerung auf dem Land. Indien hat sich zwar in den letzten Jahrzehnten entwickelt, versteht sich als größte Demokratie der Welt und gilt als globale Wirtschaftsmacht.

Dennoch gibt es weiterhin große soziale Gegensätze. Die Gesellschaft teilt sich in viele Schichten, auch Kasten genannt, die einen unterschiedlichen sozialen Status haben, viel oder wenig politischen Einfluss, die ärmer oder reicher als die anderen Kasten sind. Vielen ist es sehr wichtig, nicht zum Beispiel Freunde aus einer schlechter gestellten Kaste zu haben, von dort jemanden zu heiraten oder mit jemandem Geschäfte zu machen, der aus einer anderen Kaste kommt.

Am untersten Ende der indischen Gesellschaft befinden sich die Kastenlosen und die Ureinwohner des Landes, die Adivasi. Sie umfassen rund 27 Prozent der Bevölkerung. Im Alltag werden sie diskriminiert, meist sind sie arm, ohne Land oder Besitz, ohne Schulbildung und ohne Perspektiven.

Auch müssen Kinder der Kastenlosen und Adivasi zum Teil in Schuldknechtschaft arbeiten.