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Konfirmanden-Aktion 2013

Shanti Gemel - ein Portrait

"Ich heiße Shanti Gemel und komme aus dem Dorf Ganjaipadar im indischen Bundesstaat Orissa. Dort leben meine Eltern und meine vier Geschwister: Drei Brüder und eine Schwester. Wir haben bauen Reis und Gemüse an. Dies verkaufen wir dann auf einem Markt, der etwa zehn Kilometer entfernt ist.

Ich gehe in die neunte Klasse der Schule in Doliambo. Dort wohne ich auch in einem Mädchen-Wohnheim, das unserer Kirche, der Jeypore-Kirche, gehört. Der Weg von meinem Dorf nach Doliambo ist zu weit, deswegen wohnen wir alle zusammen in den Heimen. Ich interessiere mich besonders für Naturwissenschaften und Umweltthemen. Später möchte ich am liebsten Krankenschwester werden, um den Menschen zu helfen. Mein jüngerer Bruder geht auch in die Schule. Meine Schwester geht nicht mehr zur Schule, da sie lieber meinen Eltern auf dem Feld helfen möchte. 

Meine Familie gehört zum Stamm der Kandha. Wir sind Adivasi, das sind die Ureinwohner Indiens. Als andere Völker Indien vor vielen Jahren eroberten, zogen sich die Adivasi in abgelegene Bergregionen zurück. Dort leben wir noch heute, manche Dörfer sind nur mit einem Jeep oder zu Fuß zu erreichen. Früher konnten wir alles, was wir zum Leben brauchten aus dem Wald holen: Früchte, Fleisch, Kräuter, Holz. Doch heute sind viele dieser Wälder abgeholzt. Manche, so wie meine Familie, haben eine eigene kleine Landwirtschaft, andere arbeiten bei Bauern auf dem Feld. Es gibt viel Armut und die wenigsten Familien können es sich leisten, ihre Kinder in die Schule zu schicken."