„Und…wie war´s?“

Wie du garantiert mitbekommen hast, bin ich genauso wie alle anderen Freiwilligen seit Ende März zurück in Deutschland. Dass es emotional absolut schwer zu ertragen ist, sich nicht von den Freund/innen, meinen Schüler/innen, den Orten verabschieden zu können, ist dabei wohl offen ersichtlich. Pläne, die ich mir damals für die nächste Woche machte oder auch ganze Urlaubsziele, die wir uns extra erst im April vornahmen, fielen abrupt ins Wasser. Der letzte Schul- und Kirchenbesuch war unbewusst und von fast niemandem konnte ich mich richtig verabschieden aufgrund der Selbstisolation, in die plötzlich inoffiziell unser ganzes Dorf ging. Ein paar wenige kamen uns trotzdem besuchen. Jedoch war dort noch alles so unklar, dass ich dafür leider gar keinen Kopf hatte und realisieren konnte ich das Ganze (wenn überhaupt) erst in meinem Zimmer in Deutschland.

Von der psychisch und physisch anstrengenden Reise von unserer Insel mit einem Lockdown auf den Philippinen, Sonderflügen, einem Charterflug der Lufthansa und ganz vielen lieben Mitarbeiter/innen der deutschen Botschaft, sowie auch den Filipino vor Ort, möchte ich gar nicht erzählen, da es viel zu ausführlich wäre. Hier nur ein paar Stichpunkte: kräftezehrend, müde, Ungewissheit, viele Tränen, Überforderung, Verzweiflung. Und trotz allem: Dankbarkeit. Es ist nicht selbstverständlich, über so spezielle Wege nach Hause zu kommen und war garantiert für viele Beteiligte ebenfalls schwer zu ertragen.

Nun ja, wie bereits gesagt, soll das Augenmerk gar nicht auf dem Rückflug, sondern viel mehr auf der Rückkehr liegen. Wie ist es, nach einer solchen Situation in Deutschland zu landen, wo gerade auch nichts wirklich nach Alltag aussieht? Wie ist es, in die Familie zurückzukehren, in der man über 7 Monate zumindest physisch gefehlt hat?

Irgendwie ist es komisch. Auch nach 4 Wochen ist es noch ungeklärt für mich. Es fühlt sich an, als hätte sich gar nichts verändert und zuhause in Deutschland hätte die Zeit still gestanden. Jeder Handgriff sitzt noch im Alltag, ganz so wie früher. Die Gesprächsthemen am Esstisch sind die gleichen und schnell verfällt man in alte Muster zurück. Jedoch hat sich trotzdem viel verändert. Sowohl man selbst als auch die Familie ist nicht mehr exakt dieselbe und irgendwie war ich anfangs fast traurig, wie wenig ich mich jetzt irgendwie doch verändert habe. Aber, habe ich mich denn überhaupt verändert?

Vor zwei Wochen habe ich bei der Videokonferenz in einer Kleingruppe mit anderen Freiwilligen auf eben diese Frage mit einer 4/5 geantwortet, was so viel hieß wie: Ja, ich habe mich total verändert. Aber irgendwie fange ich seit meiner Aussage immer mehr an, zu zweifeln und glaube, dass ich mittlerweile ein ansatzweise gutes Gleichnis dafür gefunden habe:

Der Beginn als Freiwilliger war es, aufgeregt und voller Vorfreude zu den Seminaren zu gehen, sich vorzubereiten und irgendwie war noch alles wie immer. Dies ist in meinem Gleichnis der Beginn einer langen Autofahrt. Eine Fahrt mit einem gebrauchten VW Golf 3 von Norden in Richtung Süden. Zu Beginn hat man alles vorbereitet (Lunchpakete, vielleicht ein Hörbuch, …). Zunächst ist man in bekannten Straßen und fährt auf der Landstraße zur Autobahn, noch ist alles wie in seiner eigenen Westentasche. Nun biegen wir aber auf die Autobahn und als junger Mensch ist dies womöglich die erste Autobahnfahrt und dann auch noch alleine und mit einem so alten Auto. Zu Beginn ist man also noch zaghaft und gewöhnt sich erst einmal an die Autobahn, schaut, wie andere Autos so fahren. Rapide fällt dir aber auf, dass du die Kilometer nur so herunterrast, viel schneller, jedoch auch sicherer fährst und ohne viel nachzudenken auch schon ein paar Autos überholt hast. Mittlerweile hast du Schilder von Orten gelesen, von denen du vielleicht schon einmal etwas gehört hast, aber noch nie dort gewesen und nun einfach ohne es zu bemerken, dran vorbei gefahren bist. Nun fällt dir so langsam auf, dass das Hörspiel, dass du extra vor der Fahrt schon in den CD-Player getan hast, doch nicht dein Fall ist und du viel lieber Musik hören würdest. Auch den liebevoll geschnittenen Apfel, den deine Mutter sogar extra geviertelt hast, isst du nicht, weil dir irgendwie nicht danach ist. Beim kurzen Blick auf den Beifahrersitz siehst du auf dem Handydisplay, wie deine Mutter Folgendes schreibt: „Naa, kommst du zurecht auf der Autobahn oder fährst du immer noch auf der rechten Spur? Trau dich auch mal was und überhol’…! P.S. Wie schmeckt der Apfel?“. “Auch wenn es lieb gemeint ist Mama, aber du hast ja keine Ahnung, wie normal es mittlerweile auf der Autobahn ist. Fast so, als würde ich hier schon seit Wochen fahren. Hm, ich antworte später auf der Raststätte mit „Ja, alles super Mami“ oder so.”, denke ich.

Nach noch ein paar weiteren unbeschwerten Stunden und einer kurzen Pause auf einem Rastplatz leuchtet plötzlich die Öllampe rot. Dabei ist dir das vorhin gar nicht aufgefallen, da es keinerlei bemerkte Probleme am Auto gab und auch jetzt verstehst du die Welt nicht mehr. Eben fuhrst du noch unbeschwert auf der Autobahn und plötzlich musst du anhalten. Zum Glück fährst du gerade genau an einer Abfahrt vorbei und hast somit die Möglichkeit, ohne viel zu Überlegen, schlagartig ran zufahren.

Nun stehst du also auf der Raststätte (= angekommen in Deutschland) und weißt gar nicht, was du tun sollst. Das kam alles so schnell und unerwartet.

Angekommen auf der Raststätte bleibst du erst einmal im Auto sitzen. Irgendwie möchtest du nicht aussteigen und das schnelle Gefühl der letzten Stunden missen. Aber trotzdem muss es ja weitergehen und somit akzeptierst du die Lage und steigst langsam aus. Du stehst einfach nur da, die Welt rast nicht mehr, sondern plötzlich steht alles still. Und dieser Rastplatz sieht auch noch genauso aus, wie der, den du von zuhause kennst. Als hättest du dich keinen Meter bewegt. „Na toll, alles doof.“, denkst du. Da du aber keinen Zeitdruck hast, setzt du dich erst einmal rein in den Rasthof und kaufst dir ein viel zu überteuertes Brötchen, um herunterzukommen. Engster Familie und Freund/innen schreibst du nur einen kurzen Satz dazu auf WhatsApp und direkt hagelt es Fragen, mit denen du dich gar nicht auseinandersetzen möchtest oder belanglose Ratschläge. Das lässt dir die Entscheidung, dein Handy beiseite zu legen, leicht fallen. Nach mehreren Minuten des nichts-tun stellst du dich der Realität, kaufst ein passendes Öl für dein Auto und füllst dieses auf. Irgendwie fällt dir jetzt auch auf, dass du ja wider erwarten deiner Vorstellung laut der Kilometeranzeige doch ziemlich viel Weg hinter dir hast und auch unter diesen abrupten Umständen bist du weit gekommen (= persönliche Entwicklung über die Reise hinweg). Du musstest keine andere Richtung einschlagen oder sogar wieder umdrehen (=sich nicht als Mensch komplett verändern). Nein, du musst nur im Moment eine Pause einlegen, zur Ruhe kommen und weißt durch das Radio, dass auf der Autobahn gleich ein langer Stau auf dich wartet (= aktuelle globale Situation aufgrund des Virus). Egal, wie voll dein Tank ist oder wie sich deine Fahrweise über die Zeit optimiert hat, es bringt dir gerade nichts. Im Moment kannst du nur stolz darauf sein, was du bisher geleistet hast. Und in ein paar Stunden, wenn die Fahrbahn frei ist und Normalität herrscht, dann kannst du deinen Plänen nachkommen und „profitierst“ von deinen bisherigen Fahrkenntissen der ersten Autobahnfahrt, auf die du dich ganz alleine begeben hast. Familie und Freund/innen waren zwar live dabei, aber eben nur übers Handy.

Was will ich damit nun sagen? Auf der gesamten Reise kam vieles anders, als gedacht (Musik, Apfel). Irgendwie ging das, worüber man sich Sorgen gemacht hat, wie von selbst und man merkte immer mehr, wie schwierig es von außen ist, die eigene Situation zu verstehen. Und die Öllampe ist natürlich kein realistischer Vergleich dafür, dass man sein Leben der fast letzten 8 Monate aufgeben musste, verdeutlicht aber hoffentlich ansatzweise, wie es in der Gesamtsituation war. Die Raststätte soll für die Zeit stehen, in der man gerade neu Zuhause angekommen ist. Der Stau für das, in dem man sich momentan befindet und die freie Fahrbahn für alles zukünftige, was noch kommen mag.

Über die Zeit habe ich mich nicht komplett als Mensch verändert, aber vieles gelernt, was also doch irgendwie Auswirkungen hat.

In der ersten Woche zurück in der Heimat fühlte sich der gesamte Freiwilligendienst sehr unwirklich an. Es war, als sei ich nun aus einem Traum aufgewacht und alles ist nur noch in meiner Erinnerung, wird nie mehr so sein, wie früher. Alles was mir blieb, waren ein paar Erinnerungsstücke und die Fotos. Mittlerweile weiß ich, dass mir natürlich noch mehr bleibt als nur das. Es wird aber beispielsweise schwierig, den Kontakt zu Freund/innen halten zu können und ganz so bald sehe ich meine Schüler/innen nicht wieder.

Nun kommen wir aber zur aller wichtigsten Frage: „Und… wie war’s?“. Ob dies eine höflich gemeinte Frage zum Smalltalk oder doch ernst gemeint ist, sei mal dahin gestellt. Jedoch ist euch doch nun hoffentlich allen klar, dass es auf diese oberflächliche Fragestellung keine richtige Antwort gibt. Also, wenn es euch wirklich interessiert, dann stellt doch bitte bessere Fragen. Um aber mal mit Schlagwörtern zu antworten: holprig, voller Freude & Glücksgefühlen, unsicher, toll, lehrreich, einmalig, … Intensiv.

222 Tage, tausende Erinnerungen

Im Folgenden gebe ich einen geringen Teil des Alltags meines Freiwilligendienstes auf den Philippinen wieder, von dem ich innerhalb der letzten 4 Monate viel zu wenig berichtet habe.

Insgesamt bin ich 222 Tage auf Reisen gewesen. Geplant wäre ich noch 104 Tage länger geblieben. Das war natürlich ein großer Schock. Nun aber zu einem Blogeintrag, in dem es um die Zeit vor dieser grausigen Botschaft gehen soll.

09.03.2020, Aussicht von unserem Balkon aus, Valladolid
Wenn ich an mein Zuhause denke, dann kommt mir neben meiner aktuellen Wohnsituation natürlich auch gleichzeitig das Haus in den Sinn, in dem ich mehr als 7 Monate verbracht habe. In diesem Haus lebten meine Mitfreiwillige Lone und ich zusammen mit unserer Nanay (=Mutter; Gastoma) und einer anderen älteren Dame zusammen. Neben einem großen Haus gab es ebenfalls noch einen riesigen Garten mit allen möglichen Früchten (Mangos, Kokosnüsse, Bananen, Ananas, Sternfrucht, Jackfruit,…) und auch einen Balkon. Auf diesem Balkon saß ich gerne zum Lesen, beobachten der Straße und selbstverständlich auch dem Lauschen der Karaoke-begeisterten Nachbar/innen. Gegen 17 Uhr konnte man den Sonnenuntergang bestaunen und ab 20 Uhr meist schon Sterne und den Mond beobachten. Dies gehörte zu meinen Lieblingsbeschäftigungen, insofern mal Zeit für sich selbst anstand.

24.02.2020, Tricycle-Fahrt mit Paul, Alfredo und mir durch Valladolid
Tito (=Onkel) Alfredo hat Lone und mich täglich mit dem Tricycle zur Schule gefahren und selbstverständlich auch wieder abgeholt. Er hat uns begleitet, wenn wir mal direkt nach der Schule zum Markt einkaufen mussten und auch in der Kirche war er immer da. Selbst am Wochenende wollte er einen immer begeistern, doch noch ein kleines Glas Whisky zu trinken. Tito Alfredo war stets an meiner Seite und hat sich tatsächlich wie ein Onkel liebevoll um uns gekümmert. Auf diesem Bild machen Tito Alfredo und ich zusammen mit Paul eine Tour durch unser Dorf, um ihm einen besseren Einblick zu geben.

30.12.2019, eine Überraschungsfeier der Schule zu meinem 20. Geburtstag
Da mein Geburtstag auch gleichzeitig nationaler Feiertag auf den Philippinen (Rizal-day) ist, bekam ich rasch den Spitznamen „Rizalina“. An eben diesem Tag bekam ich 2 große Torten. Einen nachts auf der Pyjama-Party mit den Jugendlichen in der Kirche und eine tagsüber auf dem Schulfest. Beides waren Überraschungsfeiern mit reichlich vielen Geburtstagsliedern. Anscheinend ist es üblich, dass man zirka 2 Wochen vor dem eigentlichen Geburtstag bereits gratuliert und Lieder singt. So kommt es, dass ich vor meinem Geburtstag bereits 14 mal freudig, aber auch peinlich berührt, zu diesen Liedern klatschte. Am Tag selbst waren es dann „nur“ 6 Lieder.

Ich bin meiner Kirchengemeinde und den Lehrer/innen sehr dankbar, dass sie meinen Geburtstag dort unvergesslich machten.

17.03.2020, ein Laden auf unserem Markt im Dorf
Diese Fotos entstanden beide am Tag nachdem ich erfuhr, dass wir ziemlich bald abreisen werden. Tatsächlich war es auch mein letzter Marktbesuch. Zuvor bin ich dort zirka 4-5 mal die Woche gewesen. Und das nicht nur, da ich am liebsten das frische Gemüse hatte, sondern auch, weil es jedes Mal wie ein kleiner Ausflug und viel mehr eine Ausrede war, um durch das Dorf zu schlendern. Von unserem Haus waren es nur wenige Meter zu Fuß. Einmal über die Straße, dann über den Plaza, ein paar mal anhalten um den „Miss Maddie“ zurufenden Schüler „kumusta ka?“ zu sagen, vielleicht mit diesen zusammen noch ein Selfie machen und dann durch den eigentlichen Markt, bis hin zu meinen gewohnten Ständen. Nach dem Gemüsekauf ging es dann in den Laden, der sich ebenfalls im Markt befand. Durch die schmalen Gänge musste man sich hindurch tänzeln und unter den tief hängenden Waren ducken. Ich habe es geliebt, wie man nach und nach eine eigene Taktik entwickelte und plötzlich jeder Handgriff sitzt, man sich nicht mehr nach heruntergefallenen Dingen bücken musste. Jedoch war das Meiste in Portionsgrößen verpackt und um Plastik zu sparen, musste man meistens ins nächste Dorf mit dem Bus fahren. Dies tat ich zirka alle 2 Wochen und war ein richtiger Ausflug, bei dem man besonders seine Sprach-Kenntnisse zeigen konnte.

In diesem Raum verbrachte ich seit Anfang diesen Jahres meinen gesamten Vormittag in der Woche. Es ist eine Art „Vorschule“ für 2-5 jährige Kinder. Ab 5 Jahren kommen diese dann in den Kindergarten und mit 6 oder 7 Jahren in die Grundschule. Meine Aufgabe bestand darin, morgens den Raum vorzubereiten, dann aufgereiht mit den Kindern zur Flaggenzeremonie auf den Pausenhof zu gehen, etwas gemeinsam singen und tanzen, dann ein Tafelbild zu malen und während die eigentliche Lehrerin dann unterrichtet, malte ich die Tafelbilder mit Aufgaben auf das Papier der Kinder (wieso kann ich eigentlich eine Rose, aber keinen Ring malen?). Diese Aufgaben erledigten wir danach gemeinsam in Einzelarbeit mit den Kleinen. Nun gab es eine Frühstückspause. Dazu wurde gebetet und die Kinder holten sich ihr Essen und Trinken aus ihren Taschen oder die Mütter bzw. Väter, die vor der Tür warteten, brachten ihnen etwas. Meistens setzte ich mich zu einem Jungen namens „Jeric“. Er war besonders klein und brauchte häufiger Unterstützung beim Öffnen der Verpackungen: „Open please“, hieß es dann. Nach dem „Thank you ma’am Maddie“ wurde der Müll dann fleißig zum Mülleimer gebracht und weitergessen. Wenn was übrig blieb, wurde mir etwas angeboten mit den Worten: „Gutom ka?“ (=Bist du hungrig?“) und ich antwortete mit: „Salamat, pero busok ko.“ (Danke, aber ich bin satt). Wenn das Essen wieder in den Taschen verstaut und alles zur Ruhe gekehrt war, wurde noch etwas in Aufgabenbücher bearbeitet und die Kinder mussten mehr oder weniger selbstständig lesen und schreiben. Dazu setzte ich mich immer zu unterschiedlichen Schüler/innen. „Tapos na ko.“ hieß es immer freudig, wenn die Aufgaben erledigt waren und endlich wieder Zeit zum Singen war. Ganz am Ende wurden ganz aufgeregt alle Stühle selbstständig zurück gestapelt und gebetet. Nun war Zeit für die Verabschiedung. Dazu diente ein Bild auf Augenhöhe der Kinder an der Wand. Aufgereiht durften die Kinder einzeln nach vorne kommen und auf das Bild drücken, was sie gerne tun wollten. Die einzelnen Kinder entschieden sich jeden Tag für dasselbe und jedes Mal freute ich mich, wie der freche und aufgedrehte Jeric am Ende des Tages am liebsten eine Umarmung hatte, der schüchterne und ruhige Gabin jedoch den Handschlag mit der Faust am coolsten fand.

Nachdem alle der Raum verlassen hatten, musste ich fast immer noch mit einem vergessenen Aufgabenheft heraus rennen und es der jeweiligen Mutter bzw dem Vater in die Hand drücken. Da ohne etwas Smalltalk wieder weglaufen zu können war zum Glück nicht möglich.

22.12.2019, Beschriftung einer Kirchenbank
Morgens um 04:50 Uhr tapste ich wie gewohnt zur Weihnachtszeit in die Kirche, in der ich vorher noch nie gewesen war. Gerne hätte ich mich auf eine der hinteren Bänke gesetzt, jedoch stand dort ein Schild auf der Kirchenbank mit der Aufschrift „Basura Mo, Ibulsa Mo“. „Na gut“, dachte ich, „diese Bank ist wohl reserviert für Herrn Basura und Frau Ibulsa.“. Nachdem ich aber sah, dass die Bank davor dieselbe Aufschrift hatte, wurde ich stutzig. „Mensch, das ist wohl eine Großfamilie mit dem Nachnamen Mo.“. Jedoch war auch die nächste Bank ebenso beschriftet und durch einen Blick auf die anderen Bänke wurde mir bewusst, dass diese wohl keine Sitzplatzreservierung war. „Bestimmt hat die Familie Mo diese gesponsert“, knobelte ich, nachdem ich mich endlich alleine auf eine der Sitzgelegenheiten niederließ. Nach dem Gottesdienst fragte ich die Frau des Bischofs, wer denn Basura und Ibulsa Mo seien. Sie schaute mich verwirrt an und erklärte, dass „Basura Mo, Ibulsa Mo“ so viel wie „Dein Müll, du nimmst ihn mit“ heißt. Selten habe ich um diese frühe Zeit so viel gelacht.

Ja ja, Missverständnisse im Ausland gibt es viele und vor allem im Thema Sprache habe ich so Einige erlebt. Beispielsweise brachte mir ein Freund aus einer anderen Region bei, dass „Basin“ „vielleicht“ bedeutet. Stolz wendete ich also dieses neu erlernte Wort in meinem Umfeld und über den Facebook Messenger an. Mich wunderte zwar, dass keine Resonanz kam, wie bei vorherigem neuen Vokabular, aber warum das so ist, habe ich mich nicht gefragt. Nach zirka 2 Wochen klärte mich meine beste Freundin sichtlich verwundert auf, dass „basin“ in unserem Dialekt gar nicht „vielleicht“ bedeutete, sondern „Toilettenschüssel“. Das war im ersten Moment extrem lustig, im zweiten Moment eher peinlich, wenn ich überlege, zu wie vielen ich ganz trocken „basin“ sagte. Zum Beispiel: „Kommst du später mit uns den Sonnenuntergang anschauen?“ – „Toilettenschüssel.“. Hm, naja mittlerweile finde ich es nur noch unterhaltsam und schaue mir immer noch gerne Chatverläufe an, wo auf mein „basin“ einfach keine Antwort mehr kam.

17.03.2020, Waschecke in unserem Garten
Meine Wäsche musste ich grundsätzlich mit den Händen waschen und dafür vorher etwas Wasser pumpen. Nach den ersten Malen bekam ich schnell Schmerzen in den Fingern und Armen, bis ich meine Technik mit der Zeit perfektionierte. Zudem wechselt man auch weniger die Klamotten, insofern es bei Oberteilen oder Hosen eben einfach noch nicht nötig ist. Eine der schlimmsten Sachen zu waschen waren immer Socken, da man richtig schrubben musste und es so viele gab. Außerdem sind Jeans-Hosen wortwörtlich ziemlich schwer, wenn sie sich erst einmal mit Wasser vollgesogen haben. Somit war meine Schlussfolgerung, so häufig wie möglich Flipflops zu tragen, um auf Socken verzichten zu können und lieber Stoffhosen zu tragen (oder Kleider, dann braucht man nicht einmal ein Oberteil zu waschen – Zwei Fliegen, eine Klappe!).

Das Waschen hat mich irgendwie immer ziemlich entspannt. Man setzt sich einfach mit seinen Sachen in den Garten, pumpt ein wenig und beginnt dann, sitzend auf einer Kiste, zu schrubben. Das Waschmittel riecht wie gewohnt frisch und die Vögel zwitschern, während laute Motorräder auf den Straßen zu hören sind. Mit etwas Glück hat auch der Gekko in unserem Garten sein lautes „ä-ÖÖ“ von sich gegeben. Mit Spaß verbinde ich es zwar nicht direkt, aber beruhigend war es allemal und jedes Mal wenn dann die gute Stunde bis anderthalb vorbei waren und endlich die ganzen Klamotten an der Leine hingen, war ich sehr froh, dass das Spektakel wieder für 1 bis 2 Wochen vorerst vorüber war.


23.02.2020, Jeepney in Bacolod
Für Fernbusreisen, spezielle Einkäufe oder als Ausflug konnte man in die Stadt Bacolod mit dem Bus fahren. Das dauerte so zirka 50 Minuten und nahm eigentlich zeitlich immer einen ganzen Tag ein. Anfangs kam ich überhaupt nicht mit dem Chaos der Stadt klar. Überall auf den Straßen waren Busse, Tricycles und vor allem Jeepneys. Einen offiziellen Fahrplan gibt es dabei nur für die Busse. Tricycles fahren nach individuellem Wunsch und die Jeepneys haben eigentlich immer den eigenen Fahrplan auf die Außenseite geschrieben. Somit muss man immer schauen, was das Ziel eines einzelnen Jeepneys ist. Für mich war das einfachste, mich herum zu fragen und vor allem, immer noch einmal beim Mitfahrenden nachzufragen. Dann setzt man sich einfach auf die Bank dazu (häufig hieß es hier eher „quetschen“) und reicht 8 Peso, wie in Bacolod üblich, an den Sitznachbarn, der es dann weiterreicht, bis das Geld den Fahrer erreicht. Insofern du aussteigen möchtest, musst du irgendwie auf dich aufmerksam machen. Einige klopfen mit der Hand oder einem Ring dazu an die Innenseite des Fahrzeuges oder man kann auch einfach rufen. Ich für meinen Teil habe anfangs noch immer auf google maps verfolgt, wann ich aussteigen muss und dann ganz freundlich meinen Sitznachbarn gefragt, ob dieser Bescheid geben könne. Gegen Ende jedoch wusste ich selbst, wo ich wann aussteigen und auf mich aufmerksam machen konnte. Es ist erstaunlich, wie schnell ich mich an die, mir anfänglich chaotisch vorkommenden, Verkehrsmittel gewöhnt habe. Mittlerweile vermisse ich es total. Denn, wenn ich in Bacolod auf den Busbahnhof gelaufen kam, dann wussten die Ticketkontrolleure der einzelnen Busse häufig, wohin ich muss und so hielten gerade abfahrende Busse manchmal noch für mich an, ohne dass ich etwas sagen musste.Was ein Service. Da mein Dorf aber sowieso ein Ort ist, durch den fast jeder Bus muss, war warten eigentlich nie das Problem und ich konnte fast in jeden Bus steigen.

So, nun hoffe ich, dass ihr einen kleinen Überblick über meine Zeit gewinnen konntet. Bleibt gesund und passt auf euch auf!

Kannst du Atmen?

Wie ist meine Schulzeit, abgesehen vom ersten Tag?
Der Morgen beginnt damit, dass sich alle auf dem Schulhof nach Klassen sortiert aufstellen. Dann wird gesungen, gebetet und die philippinische Flagge gehist. Jeden Montag wird außerdem Zumba getanzt. Dabei muss jeder mitmachen. Das Lied ist ein moderner, englischer, Pop-Titel und macht tatsächlich gute Laune – zumindest beim Zuschauen. Dieses Mal sind wir ein Glück noch irgendwie daran vorbeigekommen, mit zu tanzen. Mal sehen, was ich mir nächsten Montag überlege.


Die Schüler legen ihre Schüchternheit langsam ab und dafür fragen sie mir mittlerweile Löcher in den Bauch. Die typischen Phrasen sind dann: „Woher kommst du?“, „Hast du Geschwister?“, „Magst du Reis?“, „Wie war deine Zeit bis jetzt?“. Ein etwas kleinerer Junge stellte dann aber die wohl süßeste und gleichzeitig witzigste Frage:“Miss Madi, are you able to breath?“. Nach einem ungläubigen Blick und einigen Sekunden Nachdenkzeit, fragte ich nochmal nach, wie er das denn meine, schließlich müsse jeder Mensch doch Atmen. „Your Nose is so little, how can you get enough air to live?“. In diesem Moment wollte ich den Jungen einfach nur in den Arm nehmen. So klein und solche neugierigen Fragen. Ich erklärte ihm, wie ich denn genügend Sauerstoff zu mir nehmen konnte und beantwortete weiterhin fleißig Fragen. Dieser Junge war aber nicht der Einzige, dem meine Nase ins Auge gestochen war. Immer wieder sah ich, wie der Blick von meinen Augen herunter auf meine Nase ging. Schüler schauten sich gegenseitig an und hielten ihre Nase zu, um ungefähr eine so kleine Nase wie ich zu bekommen. Witzig mit anzusehen, aber irgendwie auch komisch. Schließlich sieht ja kein Mensch aus, wie der Andere.
Als ich während einer Unterrichtsstunde vor die Tür ging, um mein Asthmaspray zu nehmen und einige Schüler, die draußen waren, das sahen, wurde ich natürlich gefragt, was ich da nehme. Nachdem ich erklärte, dass es manchmal schwierig für mich ist, zu atmen, wurde das Gerücht, dass ich zu wenig Luft bekomme, ungewollt verstärkt. Na toll.


In der Pause kamen 2 meiner Schüler auf mich zu mit einem Heft und stammelten halbwegs deutsche Satzteile vor sich hin. Zuhause hatten sie sich über die deutsche Sprache schlau gemacht und Fragen, beziehungsweise Antworten, für eine Kommunikation aufgeschrieben. Ehrlich gesagt bin ich davon immernoch etwas überwältigt. Sie sind wirklich neugierig und geben sich große Mühe, mich zu integrieren, aber auch viel über mich und meine Kultur herauszufinden. Ziemlich erwachsen für das zarte Alter von 12.
Auch sonst waren Schüler, die nicht in meine Klasse gehen, sehr interessiert. Während des Unterrichts kamen ständig Schüler rein, um Dinge auszuleihen. Das ist an sich ja nicht weiter komisch. Aber wenn 7 Schüler nervös vor der Tür stehen, dich angrinsen und lächeln, nur um dann eine Kokosnuss Schale auszuleihen, dann fühlt man sich beobachtet. Natürlich war es dabei wichtig, mit der halben Klasse zu kommen, einer Person kann man einfach nicht zumuten, etwas derartig Schweres zu tragen.


Von 07:30-09:30 Uhr bin ich also bei meiner 7. Klasse. Und danach? In meinem letzten Blogeintrag hört die Schule hier auf. Das stimmt aber nicht wirklich. Ab 09:30 Uhr gehen Lone und ich zusammen in die „Nursery“. Das ist eine Art Vor-Kindergarten.

In der Nursery 1 sind Kinder von 2-4 Jahren und in der Nursery 2 sind die Kinder 3-5 Jahre alt. Mit 5 kommen sie in den eigentlichen Kindergarten. Das ist aber alles ganz anders als in Deutschland. Hier muss jedes Kind in seiner Uniform auf einem Stuhl sitzen und der Lehrkraft folgen. Im Chor werden Lern-Lieder gesungen, das Alphabet aufgesprochen, spielerisch Aufgaben gelöst und sogar etwas geschrieben. Wer nicht zuhört, Quatsch macht, nicht auf dem Stuhl sitzen bleibt oder nicht im richtigen Moment aufsteht, dem wird damit gedroht, dass man die Wand anschauen soll. Die Regierung hat beschlossen, dass Kinder in der gesamten Schulzeit nicht geschlagen werden dürfen. Wie ich heraushören konnte, findet das nicht jeder Lehrer vorteilhaft. Manche Schüler bräuchten das, um diszipliniert zu werden, erzählt eine Lehrerin. Außerdem wird auch der Frust herausgelassen, dass es gesetzlich verboten ist, Hausaufgaben aufzugeben. Das hat mich sehr verwundert. Wobei die Schüler dafür sowieso nicht endlos viel Zeit haben, denn der Schultag für Kinder ab der 6. Klasse endet gegen 16 Uhr.

Am Freitag war unsere erste Deutschstunde. Jeder sollte seine eigene 7. Klasse unterrichten. Bei mir hat Lone im Hintergrund alles an die Tafel geschrieben und ich umgekehrt bei ihr. Zu meiner ursprünglichen Klasse kamen schnell weitere Interessenten, die am Unterricht teilnehmen wollten. Nach einigen Minuten war der gesamte Raum überfüllt. Neben „Guten Morgen“ lernten wir wir auch die Zahlen von 0-5, die Buchstaben „Ä“, „Ö“, „Ü“ und „ß“. Um eine kleine Kommunikation möglich zu machen, lehrte ich den Schülern einige Fragen und dazugehörige Antworten: „Wie geht es dir?“, „Wo wohnst du?“, „Wie viele Geschwister hast du?“. Als ich ansprach, dass wir gleich ein kleines Quiz machen würden, sah ich einen Schock in den Gesichtern. Hier werden Klassenarbeiten nämlich „Quiz“ genannt. Schnell fügte ich ein „just for fun“ hinzu und ich blickte wieder in erleichterte Gesichter. Auch, wenn nicht jede Antwort richtig war, bin ich immernoch sehr stolz, was man neugierigen und lernbereiten Schülern innerhalb von 30 Minuten beibringen kann.

Mittlerweile werde ich übrigens auf dem Schulhof nicht mehr mit „Good morning“, sondern „Guten Morgen“ begrüßt. Auch „Danke“ steht hoch im Kurs.
Während der Mittagspause wurde uns eine Nudelsuppe gebracht. Dankbar aßen wir. Ich löffelte so vor mich hin, als ich einen nicht ganz so erfreulichen Fund erblickte. Eine Hühnerkralle. Sie lag einfach so in meiner Suppe. Auch die Haut war noch dran. Ich versuchte mir nichts anmerken zu lassen, innerlich war mir aber ziemlich übel zu Mute. Ich pickte mir den Rest der Nudeln heraus und beteuerte, ich sei satt. Und das war ich auch, der Appetit ist mir vergangen.


Nun kommt etwas Außerschulisches vom Sonntag: Wir wurden endlich offiziell in unserer Kirche der Gemeinde vorgestellt. Nach dem Gottesdienst kam eine zirka 60 jährige Frau auf uns zu und sprach deutsch. Es war zwar mit starkem Dialekt, aber immerhin deutsch. Sie erzählte, sie habe 43 Jahre in Deutschland gelebt und sei nun hier in unserem Dorf bis Dezember. Die Frau hatte uns eingeladen, demnächst doch mal zu ihr Nachhause zu kommen und ihren Mann kennenzulernen. Auch sonst würde sie uns immer helfen, wenn es es nötig wäre. Ich bin dankbar, eine so nette und hilfsbereite Frau kennengelernt zu haben.


Ein großes Thema in der Schule am Montag war, dass wir am nächsten Tag zurück in die Hauptstadt Manila fliegen würden. Dort müssen wir unser Visum verlängern und ein weiteres beantragen. Nur leider wusste keiner so recht, wann wir genau fliegen, wie lange wir bleiben und wo unsere Boardingpässe seien. Nach langem hin und her wurde uns abends dann erzählt, wir würden doch erst Mittwoch fliegen. Nun schmissen wir die Pläne um und gingen doch Dienstag wieder zur Schule. Etwas unangenehm, denn jeder dachte, wir würden schon im Flieger sitzen. Naja, mittlerweile wissen wir, dass „organisiert sein“ einfach nicht so richtig zu den Stärken von Filipinos gehört.


Mittlerweile sind wir in Manila angekommen, haben unser Visa verlängert und heute lernen wir 4 Jugendliche aus Schweden kennen. Wie es weiter geht, berichte ich im nächsten Blogeintrag.

Vorbereitungen

Es ist Samstag, der 10. August. Noch 3 Tage, 6 Stunden und 11 Minuten – dann startet der Flieger in Richtung Manila, der Hauptstadt der Philippinen.
Momentan ist alles in meinem Kopf durcheinander, der Koffer lange nicht gepackt und die Packliste weist garantiert einige Lücken auf.
Nach zirka 3 „jetzt-sehen-wir-uns-aber-wirklich-das-letzte-Mal-Verabschiedungen“ von meinen Freunden, sehe ich diese heute Abend und morgen dann doch noch einmal. Von Anderen habe ich mich aber zum Beispiel gar nicht bewusst verabschiedet, denn „man sieht sich ja sowieso nochmal“. Daraus wurde bei einigen leider nichts mehr.
Die letzte Zeit in Deutschland genieße ich ausgiebig mit meiner Familie. Meine kleine Schwester hat zum Glück Sommerferien und somit ganz viel Freizeit zum Spielen, Schwimmen, Filme gucken, Karaoke singen, in einen Kinderfreizeithof zu gehen, Segeln, Eis essen und ganz viel Lachen.
Momentan sitze ich in einem Auto mit meiner Familie in Richtung Lübeck, dort sehe ich dann nochmal einen Teil meiner Familie. Zeit zum Packen und Einkaufen brauche ich natürlich nicht, denn morgen ist ja nur Sonntag und Montag der letzte Tag zum Erledigen von soziemlich Allem, klar. Leider sind auch einige To-do’s noch nicht mit einem grünen Haken versehen – dabei habe ich mich extra mit einem farbigen Stift ausgerüstet.
Tausende Gedanken schießen mir also während der rasanten Autofahrt in den Kopf: Du musst noch alle wichtigen Dokumente kopieren, einen CV schreiben, die Generalvollmacht ausstellen, Geld auf die Kreditkarte laden und auch sonst noch gefühlt alles abarbeiten.
Zu meinem Glück wurden auf den 3 Vorbereitungsseminaren und endlos langen Emails viele Tipps und Denkanstöße gegeben. Ansonsten hätte ich unendliche Dinge nicht bedacht oder einfach falsch entschieden. Wer denkt beispielsweise daran, den Kofferinhalt zu fotografieren, sich mit einem Läusekamm auszustatten, Vitamin-Tabletten für etwas Geschmack im Wasser einzupacken oder auch ein Mückennetz fürs Bett einzuplanen, um das Zerstechen während des Schönheitsschlafes zu vermeiden.
Generell waren die Seminare eine wunderschöne Zeit der Vorbereitungen. Neben dem unbegrenzten Input gab es natürlich auch Zeit für persönliche Gespräche, Freundschaften, leckeres Essen und literweise Tee/Kakao. Während dieser Zeit durfte ich viele inspirierende, reflektierte und humorvolle Persönlichkeiten kennenlernen. Trotz zahlreicher Energizer blickte man morgens beim Frühstück in müde Gesichter, die sich schon auf das ballaststoffreiche Buchweizen-Müsli freuten. Abends wurden Rätsel gelöst, Schwimm-Battles ausgeübt und Mikado-Fights bezwängt. Außerdem sah man tagelang, wie Armbänder in jeder Ecke des Raumes mit Eifer geknüpft wurden. Andauernd gab es ein Orchester-Treffen und bei den Chorproben kam Frust auf. Letztendlich hat aber natürlich alles irgendwie geklappt und leider musste auch dieses harmonische 10 Tage Seminar irgendwann zuende gehen.
Die ersten Freiwilligen sind bereits seit einigen Tagen in ihrer Einsatzstelle angekommen und mitten in ihrem eigenen Erlebnis. Und ich? Ich sitze immernoch auf der Autobahn im Stau, mit der Hoffnung, witzige Kennzeichen zu entdecken – in Gedanken an mein großes Abenteuer.