3 Monate

Viva la Vida

Hallo lieben Freunde der weiten Welt, ich grüße euch aus dem weiten Argentinien,

Heute ist der 11.November, und 3 Monate ist es her, dass ich Argentinien mein neues Zuhause nennen darf. Langsam, aber sicher lebe ich mich ein und auch mein Arbeitsalltag geht mir jeden Tag leichter von der Hand. In diesem Bericht gebe ich euch einen kleinen Einblick in meine kleine argentinische Welt.

 Mein normaler Arbeitsalltag, fängt mit dem wunderschönen klingeln meines Weckers an, der mich aus dem Land der Träume herausholt, um genau 6:30 Uhr. Nach einer kurzen Morgenroutine, essen meine Mitbewohnerin Joya und ich noch kurz Frühstück und machen uns schon auf dem Weg zur Bushaltestelle. Dieser lässt manchmal lange auf sich warten, ein gutes Zeichen ist, wenn an der Ecke, wo der Bus hält, noch Leute stehen. Dann kann man sich sicher sein, dass er noch nicht gekommen ist. Nachdem man ein Bus erwischt hat, geht alles ganz schnell. Ein Paar Unebenheiten auf der Straße sind im Bus lebendig spürbar, sowie jede Bremsung vom Bus, die einem fast gegen die Fenster klatschen lassen. Nach 10-15 min., erreiche ich meine Haltestelle und steige mit vielen Schülern und Kindergartenkinder aus. Zum Projekt muss ich noch zwei Quadras (Ecken) bis ich an ,,El Arca de los Ninos´´ angekommen bin. Der Kindergarten ist sehr einladend mit seiner Lianen Hauswand, die man aus der Ferne schon erkennt. Doch, bevor der Kindergarten geöffnet wird setzten sich die Maestras (Lehrerinnen) in der Küche zusammen und reden über die Ereignisse, die am Wochenende geschehen sind und über dies und jenes. Der Mate dabei kann nicht fehlen. Dabei gibt es die bittere Variante und die Süße, ich tendiere zur Süßen Variante.

Kindergarten ,,El Arca del los Niños´´

Um 8 Uhr werden die Tore geöffnet und die Kinder strömen voller Energie die Gänge lang zu ihren Räumen. Mein Raum heißt Sala Rosa und beherbergt die 3-Jährigen des Kindergartens, dann haben wir noch Sala Celeste, die 4-Jährigen und Sala Verde die 5-Jährigen. Nach dem Ankommen der Kinder, wird noch kurz gespielt. Jeden Morgen gibt es eine Begrüßungsrunde aller Salas mit Liedern, bei denen die Kinder, Maestras und auch wir Freiwillige begrüßt werden. Auch werden der argentinische Flagge Lieder gewidmet und der Sonnengruß, wo sich die Kinder Kostüme anziehen und an den Händen gehalten im Kreis tanzen und die Sonne grüßen, gesungen. Bei mir sind die Lieder ganz schnell zu einem Ohrwurm geworden, die nicht so einfach loszuwerden sind. ?

Nach der Begrüßungsrunde fängt der Arbeitstag erst richtig an. Das Frühstück besteht meistens aus „Yo quiero mas“ (Ich will mehr), „Mas, Mas“ (Mehr, Mehr) oder „No quiero mas“ (Ich will nicht mehr). Mit meinen zwei Händen versuche ich jedem Wunsch der kleinen Nachzukommen, was nicht immer funktioniert, aber ich versuch mein bestes.

Nach dem Frühstück wird eine kleine Gruppenrunde gemacht und über das aktuelle Thema besprochen, worüber der Monat handelt. Im Monat August ging es um Kochen, dort kamen immer Eltern von den Kindern, um mit ihnen bestimmte Backrezepte zu machen. Wir haben verschiedenes gemacht, von Plätzchen über Trüffel und Obstsalat war alles dabei. Auch wurde der Frühlingsanfang bunt gefeiert, dort haben wir Blumenbilder, Schmetterlinge und Sonnen gemalt und gebastelt.

Kinder beim Plätzchen Taller

Im September hatten wir das Pflanzen-Projekt dort haben wir über die Pflanzen in unsere Umgebung geredet und über wie wir Pflanzen sehen. Erstmals haben wir die Kinder nach den Pflanzen gefragt, die sie kennen. Dann haben wir uns langsam vorgetastet und gelernt was Pflanzen brauchen: Luft, Wasser, Sauerstoff und das Sonnenlicht. Außerdem die einzelnen Teile der Pflanze und zum Schluss haben wir in selbstgemalten Dosen, Samen gepflanzt.

 Das Thema des Monats Oktober, fand ich mit am beeindruckendsten, „Sala Rosa se vuelven artistas“ (Raum Rosa werden zu Künstlern). Wir haben über verschiede Künstler gelernt wie, Frida Kahlo, Emilio Pettoruti oder Jackson Pollock. Auch haben wir die Maltechniken gelernt und selbst angewendet, beispielsweise hat Jackson Pollock eine Spritztechnik verwendet, oder haben wir uns Selbst porträtiert so wie Frida Kahlo. Die Kinder haben aber nicht nur die Maltechniken gelernt, sondern auch über das Leben des Künstlers. Am Monatsende gab es auch eine Muestra (Ausstellung) von den gesamten Werken die, die Kinder gemalt haben.

Muestra de la Sala Rosa

Es war sehr schön alles im Gesamtbild zu sehen, erstens für die Kinder und Eltern, jedoch auch für mich als Freiwillige, teil von diesem Projekt zu sein. Jedoch muss ich sagen, wenn ich mich an meine Kindergartenzeit zurückerinnere, muss ich sagen das ich noch nicht so weit war, wie die jetzigen 3-Jährigen. Ich glaube ich wäre mit 3 Jahren maßlos überfordert gewesen solche Sachen zu lernen. Das hat mich schon sehr beeindruck, da ich in den Kindergarten kam und so etwas nicht erwartet hatte.

Kommen wir wieder zurück zu dem Alltag. Nach der kleinen Gruppenrunde, sind wie beschrieben die verschiede Tallers (Projekte) dran. Abgesehen von den Monatsprojekten, gibt es zum Beispiel am Montag meistens Musik mit Maruka (eine Maestra) oder am Mittwoche gehen wir in den Sum und spielen mit großen, bunten Schaumstoffblöcken, dort haben die Kinder die Möglichkeit sich richtig auszutoben. Auch gehen wir oft auf den Patio (Hof), damit die Kinder auch mal an die frische Luft kommen.

Der Patio (Innenhof)

 Die Zeit verfliegt im Kindergarten und eh ich mich versehen habe, ist es auch schon 12 Uhr und es ist Mittagessenszeit. Vor dem Essen werden immer Lieder gesungen, um die Kinder zu beruhigen und sie auf das bevorstehende aufmerksam zu machen. Es gibt, meiner Meinung nach super leckeres Essen, welches von der Köchin Moni zubereitet wird. Anschließend wird die Siesta (Mittagsschlaf) gehalten, wo wir den Kindern beim einschlafen helfen. Wenn es dann alle mal in das Land der Träume geschafft haben, können wir auch aufatmen und auch einen kurzen Power Nap halten. Danach die Zeit wird genutzt, um Aktivitäten vorzubereiten, aufzuräumen oder einfach um bei einem Mate zu charlar (Quatschen). Die Kinder werden dann ab 15 Uhr geweckt oder sie wachen selbst auf, von da an geht der Nachmittag schnell. Es gibt noch eine Merienda (Nachmittagssnack) und die letzten Sachen werden in die Mochilas (Rucksäcke) gepackt. Danach geht es für die Kinder schon nachhause und der Tag wird mit einem Lied noch beendet. Um 16 Uhr geht es dann auch für mich Heim. Meistens sehr müde und erschöpft, aber auch sehr glücklich.

Gemälde auf dem Patio, mit Flaschendeckeln gemacht

Manchmal gehe ich auch mit meinem Mitfreiwilligen Jonathan in die Stadt, um paar Erledigungen zu machen, wo wir uns auch über unsere Arbeit austauschen. Was ich sehr gut finde, da man am Anfang sich noch einfinden musste und nicht genau wusste ab das eigene Verhalten gegenüber den Kindern richtig war. Da ist es wichtig, bestärkt zu werden, dass es so wie man es macht okay ist.

Was ich auch noch berichten will sind die Regentage im Kindergarten, dass sind die einzigen Tage wo weniger Kinder kommen. Dann sieht der Himmel nicht mehr so blau aus und die Straßen verwandelt sich in Flüsse. Für viele Familien ist es deswegen schwer bei Regen in den Kindergarten zukommen, da viele kein Auto besitzen und die Straßen in einem nicht passierbaren Zustand sind. An solchen Tagen werden die 3 Gruppen zusammengelegt und es gibt keine richtige Struktur. Normalerweise sind in meiner Gruppe immer ungefähr 20 Kinder da, doch wenn die dunklen Wolken den Himmel verdecken, kommen vielleicht, wenn es gut läuft 2 oder 3 Kinder. Da steht auch die Stadt gefühlt still und die Straßen sind wie ausgestorben. Aber die sonnigen Tage sind am schönsten.

So wie jeder Freiwillige, träume auch ich von wunderschönen Ausflügen und aufregenden Reisen. Mit meiner Mitbewohnerin reden wir aufgeregt von den schönen Orten die man hier besuchen kann. Einen genauen plan für den Januar Urlaub haben wir aber noch nicht, doch das wird sich schon ergeben, da bin ich optimistisch gestimmt. Bei einem verlängertem Wochenende bin ich mit meinen drei weiteren Freiwilligen hier in Quilmes nach Cordoba gefahren. Dort haben wir die andren Freiwilligen getroffen und auch bisschen Touri durch die Stadt gemacht. Für die Zukunft will ich in die Umgebung von Cordoba gehen, dort soll es schöne Landschaften geben.

Cordoba

Was ich mir aber immer klar werden muss, ist das ich gerade in einer 13 Millionen Stadt bin, nämlich in Argentinien, Buenos Aires und ich hier für ein Jahr leben werde. In manchen Momenten kommt mir das so unrealistisch vor das ich wirklich hier bin. Doch die Entscheidung getroffen zu haben diesen Schritt zu wagen und ein FSJ zu machen, in einem Fremden Land ist einfach unglaublich. Ich freue mich auf die weitern 9 Monate hier und dieses unglaubliche Land bessere kennenzulernen, sowie seine Kultur und alles andere was es mit sich bringt.

Die Quilmes WG (Julia, Joya, Johanna & Jonathan)

Ich verabschiede mich typisch Argentinisch

Un beso y un abrazo fuerte

Liebe Grüße

Julia

1 Monat

Heute ist der 11. September, und ein Monat ist es her, dass ich nach langem Warten und vielen Vorbereitungen in den Flieger gestiegen bin, um meine Reise nach Argentinien anzutreten. Meine Ankunft in Buenos Aires war gut, schön und ich war nach dem Flug auch bisschen müde.

Wir wurden dann in WGs eingeteilt, für die Zeit der Capacitacion, je nachdem, wo wir in Argentinien unseren Freiwilligendienst absolvieren. Meine WG hieß Yerbal und war mit 11 Personen im Vergleich zu den anderen recht klein, doch dadurch war es auch viel familiärer und unsere täglichen Abendessen-Runden waren auch immer sehr lustig 🙂 . Doch unsere WG war auch eine kleine Baustelle, am Anfang war es ,,zwar nur “, dass wir kein warmes Wasser hatten, doch dann folgte, dass der Boiler in der Küche anfing zu zischen und Wasser raustropfte. Daraufhin mussten wir den Haupthahn zudrehen, dass hieß kein Wasser. Kein Wasser, keine Dusche, keine Klospülung… . Tja, dass war auch noch zu ertragen, doch dann wollten wir am nächsten Morgen das Haus verlassen, das ging natürlich auch nicht, da das Schloss kaputt war. Weder nach links noch nach rechts drehen hat geholfen, also haben alle mal probiert, doch das hat auch nichts geholfen. Also haben wir gewartet bis der Schlüsseldienst kam, in dieser Zwischenzeit haben wir in unserer Wohnung Kniffel gespielt. Irgendwie musste ja unsere Zeit in dem eingeschlossenem Gebäude ja vergehen. Doch wir haben es mit kleiner Verspätung dann doch noch zum Seminar geschafft. Ahh, aber eine Sache war dann doch noch, von den 3 Schlüsseln, die wir bekommen hatten war nach 1 Woche nur noch 2 Schlüssel vorhanden. Aber am Ende haben wir auch dieses Problem auf die Reihe bekommen.

Unser Alltag war immer sehr unterhaltsam und die Abenteuer, die wir alleine in unserer WG erlebt haben, geben ein gutes OMEN zu dem kommendem Jahr. Was immer hilft ist: Nimm alles mit Gelassenheit und Humor, sich darüber zu ärgern, hätte sowieso nichts gebracht. Aber auch die Capacitacion neigte sich dem Ende zu und wir wurden zu unseren neuen Wohnungen und Projekten gebracht. Das hieß aber auch Abschied nehmen von den Freiwilligen, die nach Uruguay und Paraguay gehen würden.

Abendliche Sonne bei der Ankunpft in Quilmes

Am Montag, den 26.August wurden Joya (meine tolle Mitbewohnerin) und ich, in Quilmes, Ezpeleta bei einer Gastfamilie im Hinterhäuschen untergebracht. Wir wurden sehr nett und herzlich empfangen. Am ersten Abend haben wir sogar selbstgemachte Empanadas bekommen, die waren nicht zu vergleichen mit denen, die ich schon während der Zeit in Argentinien gegessen haben.

Die Quilmes-Leute mussten dann schon am nächsten Tag in ihr Projekt, während alle anderen noch frei hatten, doch auf diesen einen Tag kommt es am Ende nicht an. Doch der Tag bestand daraus, die Kinderkrippe und den Kindergarten sowie die Gruppen anzuschauen, in die man kommen wird. Der erste richtige Arbeitstag war am Mittwoch den 28.August. Die Busfahrt meisterte ich gut und ich bin auch angekommen, allerdings bin ich ein wenig zu früh gekommen. Ich stand schon ne halbe Stunde davor auf der Matte. Doch da hatte ich Gelegenheit die Maestras (Lehrerinnen), bei einem Mate näher kennenzulernen. Meine Gruppe, die mir zugeteilt wurde, war die der 3-Jährigen, Sala Rosa. Erstmal wird man von den Kinder angeschaut und beobachtet, man ist ja die Neue. Doch der Tag verlief gut und ruhig, aber das lag auch daran, dass der größte Teil aus erstmal schauen bestand, wie der Alltag abläuft. Von Tag zu Tag wird es dann leichter, da man die Routine irgendwann kennt. Um 13 h war dann auch mein Tag zu Ende und ich konnte nach Hause gehen, da merkte ich schon das jeder Anfang schwer ist und die Müdigkeit zog mich in mein Bett für eine landestypische Siesta (Mittagsschlaf). Am Abend wurde gegessen und dann war der Tag vorbei. Und für Heute auch dieser Blog 🙂