Verkehr, Essen und Inlandsflug

Stehen geblieben bin ich bei unserem 6. Tag (21.08.2019). Deswegen fahre ich nun mit dem 22.08. fort. Noch immer befinden wir uns in der Hauptstadt Manila im Central Office vom IFI.
Was mir aufgefallen ist: Transportation hier hat eine ganz andere Bedeutung als in Deutschland. Wir haben bisher alle möglichen Fortbewegungsmittel getestet. Von Zug, Tricycle, Jeepney, privatem Auto und Bus war alles dabei. Die Autos hier sind große Geländewagen. Stelle ich mir total unpraktisch vor, damit in einer Stadt parken zu müssen. Allerdings gibt es auf Parkplätzen häufig Polizisten, die Handzeichen geben und beim Parken helfen. Noch nie habe ich so eine exakte Millimeter-Arbeit gesehen. Außerdem sehen die Autos aus, als würden dort, wie in Deutschland, 4-5 Personen reinpassen. Stimmt aber nicht ganz. Schon häufig sind wir hier mit 9 Personen in einem Auto herumgecruised. Davon waren meist nur 1-2 Personen angeschnallt. Denn hier lernt man schon als Kind, dass es eigentlich nur (wenn überhaupt) wichtig ist, sich anzuschnallen, sollte man vorne sitzen. Am Anfang habe ich immer eifrig und vorbildlich nach meinem Anschnallgurt gesucht, aber häufig ist entweder keiner vorhanden oder der Anschnaller wird aufgrund einer Decke von der Benutzung ausgeschlossen. Sollten wir also nur eine kurze Strecke durch den Stau fahren, dann halte ich mich einfach nur an der Tür fest (insofern ich nicht in der Mitte sitze). Das ist wenigstens besser als nichts. Generell den Verkehr würde ich mit einem ständigen Spurwechsel beschreiben. Dabei wird aber nicht das Reißverschlussverfahren angewendet, sondern eher eine Art Klettverschlussmanöver. Schulterblicke existieren nicht und deswegen wird immer brav gehupt, sollte man jemanden von links oder rechts überholen wollen (Jap, meist gibt es 2 Spuren pro Richtung und deswegen wird kreuz und quer überholt, damit man zirka 2km/h schneller fahren kann) . Die öffentliche Transportation hier ist im Vergleich zu Deutschland super günstig. Wir bezahlten zum Beispiel 16 Cent für eine 15 Minuten Tour für 3 Personen. Das sind nicht einmal 6 Cent pro Passagier.
Auf die Jeepneys springen manchmal Kinder auf und singen, um dann eventuell ein paar Pesos ergattern zu können. Meistens gehen sie allerdings leer aus.

Genug vom Verkehr. Was ist mir sonst noch so aufgefallen? Essen. Filipino lieben Essen. Abgesehen von 3 Mal Reis pro Tag, haben wir aber auch noch andere Sachen probiert: Halo-Halo (super leckeres Bananen-Crushed-Eis), ein Avokado- und Käseeis in einem Brötchen und total viele exotische Früchte. Mein Favorit ist Mangosteen. Mittlerweile ist es für mich normal, Ananassaft zum Frühstück und im Laufe des Tages Kokosnusssaft zu trinken. Man kann sich an alles gewöhnen. Das gilt übrigens auch für das Verständnis von Sauberkeit und die verschiedenen Tiere, die mittlerweile als Mitbewohner gezählt werden.

Am 24.08. Sollte es für uns nun endlich nach Negros Occidental gehen, wo wir die restliche Zeit der 11 Monate verbringen werden. Schon bei diesem Gedanken vermisse ich Bejie und Francis. Mimotz kommt ein Glück noch für die erste Woche mit uns und hilft bei der Orientierung.
Wir wollten mit dem Flugzeug fliegen und ich war noch etwas bange um mein Gepäck, denn wie im ersten Blogpost beschrieben, habe ich 2 Gepäckstücke. Das ist theoretisch kein Problem, denn 2 Koffer sind generell auch bei einem Inlandsflug erlaubt. Allerdings beträgt das Gewicht höchstens 20kg. Ich hatte aber insgesamt 33kg. Ein Glück konnte Mimotz einen meiner Koffer aufnehmen und nachdem ich etwas umpacken musste, hat alles geklappt. Allerdings werden auch hier Regeln nicht sehr ernst genommen. Genau wie in Deutschland darf man eigentlich nicht mehr als 100ml Flüssigkeit mit ins Handgepäck nehmen. Tja, ich hatte im Endeffekt mehr 600ml Wasser in meiner eigener Flasche. Nichtmal eines Blickes wurde mein Wasser gewürdigt. Ich will ja nichts sagen, aber es hätte auch Vodka sein können, das hätten sie garantiert nicht bemerkt.
Das Boarding sollte um 09:45 Uhr starten und ankommen sollten wir planmäßig um 12 Uhr. Was soll ich sagen? Um 12:32 Uhr hebte unser Flugzeug endlich ab. Wie bereits beschrieben, nehmen Filipino die Zeit nicht so ernst. Dieses Mal lag es aber nicht an der Gemütlichkeit, sondern am Regen. Um 13:41 Uhr (Jap , ich schaue gerne auf die Uhr und dokumentiere alle möglichen Daten) landeten wir dann endlich in Bacolod. Von dort aus wurden wir von Bischof Amihan und seiner 18 Jährigen Tochter mit einem Auto abgeholt. Was ist das erste, das man macht, wenn man jemand Neuen kennenlernt? Richtig, Essen! Wir fuhren in ein Geflügel-Restaurant. In Negros Occidental ist es üblich, dass mit den Händen gegessen wird. Na toll, der Reis bröckelt wortwörtlich herunter, bevor man auch nur den Mund öffnen kann. Ausserdem ist es nicht sehr schön anzusehen, wenn man längere Fingernägel hat..
Auf der Fahrt zu unserem Dorf konnte ich schonmal erste Eindrücke sammeln. Es gibt endlos viele grüne Felder, angebaut wird Reis und Zuckerrohr. Ein Berg im Hintergrund, den wir bestimmt im Laufe der Zeit noch erklimmen werden. In Gärten laufen Hühner „frei“ herum und Karabaus werden an einer Leine auf Weiden gehalten.

Was mich sonst noch so in meinem neuen Dorf erwartet hat und in welchem Haus ich von meinen Abenteuern träumen werde, erzähle ich im nächsten Blogeintrag.

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Kommentare:

Rudolf
28.08.2019

Tolle Posts Madita, eine wahre Poetin wenn man so sagen will. Ich hoffe wir hören noch viel von dir und ich wünsche dir unendlich viel Spaß dort

Madita
28.08.2019

Dankeschön Rudolf :) ich werde definitiv von mir hören lassen! LG Madita

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