Vom Buschhaus zum Hotel – und zurück!

Nun denn, es ist wieder an der Zeit mal etwas zu schreiben… Ich war nämlich etwas länger unterwegs – und Zuhause schreibt es sich doch noch immer am Besten!

Nach einer lange Reise bin ich jetzt  wieder in Logaweng angekommen und versuche mich hier in den Alltag einzugliedern. Moment was heißt hier denn schon Alltag? Denn so etwas gibt es ja eigentlich auch nicht so richtig. Sicher, es gibt Tage die immer gleich beginnen – mit einem Lotu um zehn vor acht. Aber dann wird doch jeder Tag zu seinem Eigenen. Monotonie gibt es hier natürlich auch sehr viel, aber sie scheint doch immer ein ganz kleines bisschen anders zu sein als zuvor.

Zum Beispiel wird diese Woche der reguläre Unterricht anfangen, nachdem jetzt für 2 Monate Ferien waren. Aber  – es kommen mit der neuen Woche auch einige Gäste aus PNG und Deutschland zu Besuch.  Mit dann gleich zwei Bossmännern der EKG und der ELCPNG wird Logaweng dann zumindest für ein paar Tage plötzlich zur High-Society werden. Jack Urame heißt der eine. Er ist der Bischof der Neuguineischen Lutherischen Kirche und auch bestens mit Deutschland vertraut. Der andere heißt Bedford-Strohm und ist Vorsitzender der Lutherischen Kirche in Deutschland. Für so ein kleines Logaweng ist das natürlich eine RIESEN Sache und so laufen seit ein paar Tagen auch die Vorbereitungen auf Hochturen. Schwein, Huhn, Kaukau, Taro, Kumu und Kokusnüsse werden zusammengetragen, Bilas hergestellt und die Verkleidungen für den Singsing vorbereitet. Alles schwirrt dem großen Augenblick entgegen – der ist dann wenn ein Helikopter aus Lae unten am Fußballfeld landet.

Besser gesagt, morgen früh. Daher ist ganz Logaweng gespannt auf die nächsten Tage.

Für mich ist die nächste Woche auch wieder ein Schritt zur Normalität, nachdem ich fast zwei Monate „außer Haus“ war. Pünktlich zum Semesterschluss habe ich mich in die Highlands abgesetzt, um dort mit einem Studenten auf seinen Ples, sein Dorf zu gehen. Eine Woche später, vollgepackt mit Erfahrungen, einer Goldmedallie im Schattenspringen, viel Geduld und einem Sack Kartoffeln ging es dann weiter nach Goroka, wo ich einige Tage bei dem MEW Freiwilligen Daniel zu Gast war.

Danach, mit Daniel im Gepäck ging es wieder an die Küste, dieses Mal allerdings nach Madang, wo wir herzlich vom Ps. James aus den Phillipinen begrüßt und beherbergt wurden.

Aber auch dort hielten wir es nicht lange aus, war doch unser eigentliches Ziel Karkar. Karkar, eine Vulkaninsel in der Bismarcksee hatte nämlich zufällig eine deutsche Familie auf sich wohnen – mit denen wir Weihnachten und Silvester verbringen wollten. Gesagt, getan. Mit der Yacht der Plantagenbesitzer „Middeltons“ sind wir kostengünstig, nämlich für umsonst auf die Insel gekommen und haben gleich mal den Vulkan aus der Nähe bestaunt. Für die Inselbewohner ist dieser imposante Vulkan eine heilige Stätte und wenn man dort davor steht, dann hat man auch eine Ahnung warum.

Auch wenn wir es aus verschiedensten Gründen nicht mehr auf den Vulkan geschafft haben, so war die Zeit die ich in Gaubin erleben durfte doch eine wunderbare.  Ich habe unter anderem einen kleinen Einblick in das Haus Sik in Gaubin bekommen und wurde zum kurzzeitigen Schachmeister unserer Runde…

Nach dieser tollen und auftankenden Zeit  ging es dann in einem Schwung weiter zu dem Voluntärseminar auf Fiji.

Fiji, eine Welt für sich, werde ich hier jetzt nicht erläutern… nur soviel: Ich war froh zu wissen, bald wieder in das doch ruhigere PNG zu gehen, in eine Welt die ich mehr verstehe als die fijianische.

Ein Höhepunkt auf Fiji war natürlich das Wiedersehen mit den Mitfreiwilligen und Nadja, die auch unser Seminar geleitet hat. Besonders schön war es, hier auch ein wenig über andere Länder wie Kiribati und Fiji zu hören. Danach, in einer Art Marathon haben wir die Einsatzstellen der anderen Fiji-Freiwilligen besucht und sind eine Menge in den fijianischen, lautstarken und riesigen Bussen umher gefahren.

Nach dieser geradezu explosiven und ereignissreichen Zeit ging es dann wieder zurück nach PNG und Logaweng.

Nun also wieder die Stille Logawengs genießen…

Viele Liebe Grüße nach Deutschland in die Kälte hinein, aus einem Land in dem wirklich nichts so ist, wie es scheint 😉

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