Vorbereitungen

Es ist Samstag, der 10. August. Noch 3 Tage, 6 Stunden und 11 Minuten – dann startet der Flieger in Richtung Manila, der Hauptstadt der Philippinen.
Momentan ist alles in meinem Kopf durcheinander, der Koffer lange nicht gepackt und die Packliste weist garantiert einige Lücken auf.
Nach zirka 3 „jetzt-sehen-wir-uns-aber-wirklich-das-letzte-Mal-Verabschiedungen“ von meinen Freunden, sehe ich diese heute Abend und morgen dann doch noch einmal. Von Anderen habe ich mich aber zum Beispiel gar nicht bewusst verabschiedet, denn „man sieht sich ja sowieso nochmal“. Daraus wurde bei einigen leider nichts mehr.
Die letzte Zeit in Deutschland genieße ich ausgiebig mit meiner Familie. Meine kleine Schwester hat zum Glück Sommerferien und somit ganz viel Freizeit zum Spielen, Schwimmen, Filme gucken, Karaoke singen, in einen Kinderfreizeithof zu gehen, Segeln, Eis essen und ganz viel Lachen.
Momentan sitze ich in einem Auto mit meiner Familie in Richtung Lübeck, dort sehe ich dann nochmal einen Teil meiner Familie. Zeit zum Packen und Einkaufen brauche ich natürlich nicht, denn morgen ist ja nur Sonntag und Montag der letzte Tag zum Erledigen von soziemlich Allem, klar. Leider sind auch einige To-do’s noch nicht mit einem grünen Haken versehen – dabei habe ich mich extra mit einem farbigen Stift ausgerüstet.
Tausende Gedanken schießen mir also während der rasanten Autofahrt in den Kopf: Du musst noch alle wichtigen Dokumente kopieren, einen CV schreiben, die Generalvollmacht ausstellen, Geld auf die Kreditkarte laden und auch sonst noch gefühlt alles abarbeiten.
Zu meinem Glück wurden auf den 3 Vorbereitungsseminaren und endlos langen Emails viele Tipps und Denkanstöße gegeben. Ansonsten hätte ich unendliche Dinge nicht bedacht oder einfach falsch entschieden. Wer denkt beispielsweise daran, den Kofferinhalt zu fotografieren, sich mit einem Läusekamm auszustatten, Vitamin-Tabletten für etwas Geschmack im Wasser einzupacken oder auch ein Mückennetz fürs Bett einzuplanen, um das Zerstechen während des Schönheitsschlafes zu vermeiden.
Generell waren die Seminare eine wunderschöne Zeit der Vorbereitungen. Neben dem unbegrenzten Input gab es natürlich auch Zeit für persönliche Gespräche, Freundschaften, leckeres Essen und literweise Tee/Kakao. Während dieser Zeit durfte ich viele inspirierende, reflektierte und humorvolle Persönlichkeiten kennenlernen. Trotz zahlreicher Energizer blickte man morgens beim Frühstück in müde Gesichter, die sich schon auf das ballaststoffreiche Buchweizen-Müsli freuten. Abends wurden Rätsel gelöst, Schwimm-Battles ausgeübt und Mikado-Fights bezwängt. Außerdem sah man tagelang, wie Armbänder in jeder Ecke des Raumes mit Eifer geknüpft wurden. Andauernd gab es ein Orchester-Treffen und bei den Chorproben kam Frust auf. Letztendlich hat aber natürlich alles irgendwie geklappt und leider musste auch dieses harmonische 10 Tage Seminar irgendwann zuende gehen.
Die ersten Freiwilligen sind bereits seit einigen Tagen in ihrer Einsatzstelle angekommen und mitten in ihrem eigenen Erlebnis. Und ich? Ich sitze immernoch auf der Autobahn im Stau, mit der Hoffnung, witzige Kennzeichen zu entdecken – in Gedanken an mein großes Abenteuer.

Kommentare:

Janna
16.09.2019

Hihi, ich lese gerade erst mit Schmunzeln deine Erinnerungen an das Buchweizenmüsli :D

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