Was weiter geschah

Das Jahr geht zu Ende und es wird mal wieder Zeit für einen Blogpost meinerseits, denn in den letzten Wochen und Monaten ist wieder einiges geschehen.

Zunächst möchte ich ein bisschen von der Reise erzählen, die Ronja und ich über Diwali unternommen haben. Diwali ist das hinduistische Fest des Lichts und der Rückkehr des Gottes Rama in die Zivilisation nach Jahren im Dschungel-Exil. Das ist zumindest die Geschichte, die ich bei der Frage nach dem Ursprung des Festes als Antwort bekommen habe. Insgesamt gibt es aber noch sehr viel mehr Mythen, die sich um Diwali ranken und zu umfangreich für eine Erklärung hier wären. Was vielleicht wichtig ist: Diwali hat hier eine ähnlich große Bedeutung wie Weihnachten in Deutschland. Es wird viel in Geschenke und Wertgegenstände investiert, Häuser werden mit Lichterketten und kleinen Öllampen, Diyas genannt, geschmückt und es gibt jede Menge Feuerwerk. Wie bereits erwähnt verbrachten Ronja und ich unsere freien Tage mit eine kleinen Reise. Zuerst ging es nach Agra, wo wir nach einer schlaflosen Nacht im Zug (den gnadenlos überbuchten indischen Zügen sei Dank, dass wir zu zweit 14 Stunden in einem 1 Meter breiten Bett verbracht haben) den Taj Mahal im Sonnenaufgang bestaunten. Auch wenn das sicherlich die Hauptattraktion Agras ist, gefielen mir das Itimad-ud-Daula-Mausoleum, das Agra Fort und die Freitagsmoschee, die wir bei einem Spaziergang durch die Altstadt abseits der Touristen-Pfade entdeckten, ebenfalls ausgesprochen gut. Am Abend dieses ereignisreichen Tages ging es dann direkt wieder in den Zug und weiter nach Jaipur, die Pink City. Diese Beschreibung bezieht sich auf die Altstadt Jaipurs, die anlässlich eines Besuches des Prinzen von Wales vor etwa 150 Jahren komplett rosarot angestrichen wurde. Zusammen mit anderen Gästen unserer Hostelunterkunft erkundeten wir in den drei Tagen die zahlreichen Festungen, Paläste, Tempel und zur Abwechslung das Museum in der Albert Hall. Ich bin von Jaipur als Ausflugsziel sehr überzeugt und die Diwali Dekorationen, die in den Abendstunden zum Vorschein kamen, haben dem Charme der Stadt noch ein besonderes Extra hinzu gefügt. Und doch war ich irgendwie auch sehr glücklich, als ich wieder im Zug zurück nach Nagpur saß. Einerseits waren die Tage mit wenig Schlaf und vielen Fußmärschen sehr anstrengend, aber andererseits habe ich Nagpur, ohne die ganzen Menschenmassen und Touristen, auch irgendwie vermisst.

Das Taj Mahal in seiner vollen Größe
Aus jedenm Winkel ziemlich beeindruckend
Das Itimad-ud-Daula-Mausoleum, mein persönlicher Favorit
Da kann man so schön Mittagspause machen
Unterwegs in Agras Hinterhöfen
Und auf seinen Dächern
Ein Hanuman Tempel nahe Jaipur
Blick zum Jantar Mantar in Jaipur
Und die geschäftigen Straßen Jaipurs
Dyias werden zu Diwali in den Straßen verkauft
Der Hawa Mahal bei Nacht
Die Elefanten am Amber Fort, eine fragwürdige Touristenbegeisterung

Zurück in Nagpur ging es weiter mit der Arbeit und dem Alltag. Mittlerweile kann man auch wirklich von einem Alltag sprechen, da ich mich gut in eine Routine eingefunden habe. Auch der Fakt dass wir Fahrräder erworben haben, damit die Stadt erkunden können und ich immer mehr einen Überblick über die verschiedenen Stadtteile bekomme, führt dazu, dass ich mich immer heimischer fühle. Bei der Arbeit im India Peace Centre dominierten vor allem die Vorbereitungsarbeiten für das 30-jährige Jubiläum der NGO. Zu diesem Anlass wurde einerseits ein kleines Büchlein mit Artikeln und Informationen über die Arbeit des IPCs veröffentlicht und andererseits musste die Jubiläumsfeier selber vorbereitet werden. Anfangs war die Idee, auf unserem Campus ein Food Festival zu veranstalten. Als dann aber mehrere angedachte Partner nicht für eine Kooperation zur Verfügung standen, wurde die Idee verworfen. Für mich war das irgendwie eine ziemlich frustrierende Erfahrung. Ich hatte schon im Vorfeld gemeinsam mit Ronja öfter darauf hingewiesen, dass man für die Umsetzung eines solch großen Projektes mehr Planungszeit und Expertise bräuchte, aber unsere Bedenken wurden abgetan. Als sich unsere Befürchtung dann bewahrheitete war das enttäuschend, wir hatten schließlich doch gehofft durch das Event viele neue Menschen auf die Arbeit des IPC aufmerksam zu machen. Nun mussten wir uns also eine neue Idee überlegen. Glücklicherweise bekamen wir tatkräftige Hilfe von einigen Mitgliedern der Core Group. Es wurde ein interreligiöses Gebet mit Vertretern von acht verschiedenen Glaubensgemeinschaften organisiert und im Anschluss gab es Dinner mit mitgebrachtem Essen der Mitglieder. Letztendlich kam also trotz der Höhen und Tiefen in der Planung ein ganz nettes Program zu Stande, dass es den Besuchern auch ermöglichte sich in gelassener Atmosphäre auszutauschen.

Die Vorbereitungen laufen
Die Vertreter der religiösen Gemeinschaften
Das Buffet wartet draußen

Auch hier in Indien kommt jetzt so langsam die Weihnachtszeit näher und in den christlichen Gemeinden wird diese auch begeistert zelebriert. So waren wir schon im Adventsgottesdienst, sind bei mehreren Weihnachtsfeiern eingeladen, werden von Carol-Sängern besucht und waren Teil des großen Weihnachts-Chorkonzertes in der Kirche. Für dieses wurde auch ordentlich geprobt. Genauer gesagt jeden Tag zwei Stunden und das drei Wochen lang. Da kam bei uns schon glatt Weihnachtsstress auf. Aber all das in Kombination mit einigen Weihnachtsliedern von Rolf Zukowski, unseren selbst gebackenen, beziehungsweise gebratenen Keksen (Ohne Ofen muss man eben kreativ werden) und ein Temperaturabfall auf unter 20 Grad lässt bei mir Weihnachtsstimmung aufkommen. Und so sitze ich abends gerne mit Decke und Tee da und bin von mir selber überrascht. Ich hätte nicht gedacht, dass ich mich unter solch anderen Bedingungen nach Weihnachten fühlen werde. Aber irgendwie ist es doch so und ich genieße es sehr. Hier noch einige Konzerteindrücke:

Mir hat es wirklich sehr Spaß gemacht

Falls ihr, egal wo auf der Welt, in Weihnachtsstimmung seid und euren Lieben eine Freude machen wollt, aber keine Zeit für Geschenke-Shopping bleibt, schaut mal dort unten vorbei. Da gibt es Online-Geschenke, die meiner Meinung nach ganz schön was her machen.

Bäume zum CO2 Ausgleich

Bäume als Unterstützung von Kleinbauern

Alle möglichen „Geschenke die Gutes tun“

Und noch mehr Ideen

In diesem Sinne wünsche ich euch fröhliche und friedliche Weihnachten, wo auch immer ihr sein mögt.

Eure Svenja

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